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Krankenhaus Lindenbrunn als Mitglied in Netzwerk von Spezialkliniken aufgenommen

Parkinson-Schwerpunkt etabliert

Coppenbrügge. Der Ausdruck ist inzwischen veraltet, dennoch bleibt die „Schüttellähmung“ der wohl bekannteste Begriff für eine Parkinson-Erkrankung. Weltweit sind über sechs Millionen Menschen betroffen, darunter berühmte Persönlichkeiten wie Muhammad Ali, Michael J. Fox und Mao Tse-Tung. Obwohl eine Heilung nicht möglich ist, zählt Parkinson heute zu den gut behandelbaren neurologischen Erkrankungen. Voraussetzungen dafür sind eine exakte Diagnose und detailliertes Wissen, denn das Krankheitsbild variiert häufig stark von Patient zu Patient.

veröffentlicht am 18.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:41 Uhr

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In der gesamten Bundesrepublik gibt es nur wenige Kliniken, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Parkinson spezialisiert haben. Umso bedeutender ist es, dass das Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge seit kurzem zu diesen besonderen Kliniken gehört: Unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Winkler PhD wurden in den vergangenen Monaten die Diagnose-, Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten für Patienten mit Parkinson ausgebaut und als Schwerpunkt in der neurologischen Abteilung etabliert. Patienten in allen Phasen der Erkrankung werden nun von speziell ausgebildetem Fachpersonal behandelt und betreut. Christian Winkler ist anerkannter Parkinsonspezialist und arbeitet, wie berichtet, seit April dieses Jahres im Coppenbrügger Krankenhaus. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Stefan Evers leitet er die Neurologische Abteilung.

Die intensiven Schulungen der Mitarbeiter, die Spezialisierung auf parkinsonspezifische Physio- und Sprachtherapien, die Bereitstellung einer „Parkinson-Nurse“ (also einer eigenen Fachkraft) und die hohe ärztliche Expertise im Klinikum wurden inzwischen auch vom „Kompetenznetz Parkinson“ honoriert. So wurde das Krankenhaus Lindenbrunn im November 2013 als Mitglied in das Netzwerk aus Parkinson-Spezialkliniken aufgenommen. Neben dem intensiven Austausch über aktuelle Therapieempfehlungen erfolgt durch dieses Netzwerk auch die Weiterentwicklung von Therapien im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen.

„Besonderer Vorteil unserer Klinik ist, dass wir für jeden Parkinson-Patienten ein maßgeschneidertes Therapie-Konzept anbieten können“, sagt Winkler. „Viele Patienten benötigen eine Kombination aus Anpassung der speziellen Parkinson-Medikation und intensiven therapeutischen Maßnahmen, dies ermöglichen wir in einer sogenannten Parkinson-Komplexbehandlung.“ In Rücksprache mit den niedergelassenen Hausärzten und Neurologen erfolgt die stationäre Aufnahme hierbei für zwei bis drei Wochen auf einer Akutstation der Klinik. Wenn Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie im Vordergrund stehen, erfolgt die Aufnahme auf eine der Rehabilitations-Stationen.

Im Krankenhaus Lindenbrunn profitieren Patienten unter anderem von den individualisierten Einzeltherapien. pr

„Viele Patienten profitieren neben den individualisierten Einzeltherapien auch von unseren parkinsonspezifischen Gruppentherapien“, sagt Gerrit Hirsch, leitender Physiotherapeut am Klinikum. „In diesen Gruppentherapien können wir insbesondere die Feinmotorik, die Geschwindigkeit von Bewegungen und die Gangsicherheit trainieren. Außerdem können wir in einer sogenannten BIG-Therapie die oft sehr kleinen Bewegungen der Patienten wieder vergrößern.“ Auch in der Sprachtherapie bietet das Krankenhaus Lindenbrunn eine Parkinson-Spezialisierung an. Die leitenden Sprachtherapeuten, Ralf von der Heide und Hendrik Dreissig, haben sich im sogenannten Lee Silverman Voice Treatment (LSVT) weitergebildet. Bei dieser Therapie fokussiert sich der Patient in einer hochfrequenten Behandlung über vier Wochen auf das laute Sprechen. „Das fällt vielen Betroffenen leichter, als sich auf viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren“, erklärt von der Heide. „Dennoch verbessern sich auch andere Funktionen wie die Verständlichkeit oder das Schlucken.“red/hen



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