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Was Osterwald mit Tsumeb und Swakopmund gemeinsam hat / Nachlass des Betriebsleiters übergeben

Otavi – benannt nach der afrikanischen Stadt

Osterwald (sto). Osterwald im Flecken Salzhemmendorf sowie Tsumeb und Swakopmund in Südwestafrika haben einen gemeinsamen Berührungspunkt: die ehemalige Firma Otavi Minen- und Eisenbahngesellschaft. Den Zusammenhang zwischen der einstigen Kolonialgesellschaft Otavi und der ehemaligen Bergbausiedlung Osterwald zeigt der Verein zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald derzeit in der Ausstellung „Industrielle Tonverarbeitung am Osterwald – Otavi“. Thematisiert werden darüber hinaus die geologischen Voraussetzungen des Tonabbaus und die historische Entwicklung der Tonverarbeitung.

veröffentlicht am 25.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Die Ende April eröffnete Ausstellung wurde kürzlich mit weiteren Exponaten abgerundet. Sie stammen aus dem Nachlass von Josef Rebl, der von 1959 bis 1991 bei Otavi tätig gewesen war. Viele Jahre davon als Betriebsleiter. Im Auftrag der Firma hat der Techniker außerdem eine Zeit lang in Südafrika gearbeitet. Unter anderem waren ihm dort die Bauleitung einer kompletten Drehrohrofenanlage und die Erweiterung eines Schamottewerkes übertragen worden. Zur Erläuterung: Die Otavi Minen- und Eisenbahngesellschaft, benannt nach der afrikanischen Stadt und dem Höhenzug Otavi, hatte sich 1900 in Berlin mit der Absicht gegründet, in Deutsch-Südwestafrika, (heute Namibia) eine Eisenbahnstrecke zwischen Swakopmund und Tsumeb zu bauen. Mit dieser „Otavibahn“ wurden dann Kupferminen erschlossen. Letztmalig war Josef Rebl 1975 in Afrika tätig.

Als die in Osterwald ansässige Firma Otavi 1991 den Betrieb an die Firma Wienerberger Ziegelindustrie übergab, wurde Josef Rebl mit übernommen. Bis zum Antritt seines Ruhestandes 1998 war er dort als Werkstattleiter tätig. Der 1935 geborene Oberpfälzer starb 2011 in Osterwald. Einblicke in seine erfüllten und spannenden Arbeitsjahre geben Fotos, Dokumente, Briefe und Telegramme von Osterwald nach Südafrika, Broschüren und Bücher über die deutschen Kolonien oder über die Geschichte der Otavi-Minen, Aktien der Firma Otavi, Luftbilder des „Keramischen Werkes“ Osterwald, eine CD mit Filmaufnahmen über die Schiefertonwerke und über das Keramische Werk, Karten der Schiefertonwerke, ein Album mit 189 Fotos der in Osterwald ansässigen Firma Otavi sowie Fotografien der Außenanlage des Hüttenstollens. All das und vieles mehr hat Sigrid Rebl zusammengepackt und dem Bergmannsverein geschenkt. „Es freut mich, dass die Gegenstände aus dem Nachlass meines Mannes auf so großes Interesse stoßen“, so die Witwe kürzlich bei einem Besuch der eingangs genannten Ausstellung.

Hans-Dieter Kreft war über die umfangreiche Spende so begeistert, dass er einige Teile sofort in die Ausstellung integrierte. „Diese Schenkung ist für uns ein seltener Glücksfall“, betont der Vorsitzende des Bergmannsvereins. Wieder seien weitere Puzzleteile aus der industriellen Vergangenheit Osterwalds gefunden worden. Die Ausstellung im Multifunktionsraum des Besucherbergwerkes ist noch bis zum 28. Oktober zu sehen.

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  • Josef Rebl 1960/61 in Afrika.

Hans-Dieter Kreft mit einigen Gegenständen aus dem Nachlass von Josef Rebl.

Fotos: sto

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