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Planfeststellungsbeschluss gefasst / Jetzt geht es um die Finanzierung des 24-Millionen-Euro-Projekts

Ortsumgehung B 1: „Das Ding ist durch“

Coppenbrügge (hen). „Jetzt wollen wir natürlich auch wissen, wann es losgeht“: Groß ist die Freude bei Fritz Bretzing, Sprecher der Dorfgemeinschaft Marienau, als er von der Dewezet erfährt, dass für den Bau der Ortsumgehung Bundesstraße 1 Coppenbrügge – Marienau der Planfeststellungsbeschluss ergangen ist. Denn das heißt nichts anderes, als „dass das Ding durch ist“, wie Bretzing es formuliert.

veröffentlicht am 31.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

Die Strecke beginnt westlich von Coppenbrügge an der Unterführung der Bahnstrecke und endet südlich von Marienau.  Montage: Dana
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Coppenbrügge (hen). „Jetzt wollen wir natürlich auch wissen, wann es losgeht“: Groß ist die Freude bei Fritz Bretzing, Sprecher der Dorfgemeinschaft Marienau, als er von der Dewezet erfährt, dass für den Bau der Ortsumgehung Bundesstraße 1 Coppenbrügge – Marienau der Planfeststellungsbeschluss ergangen ist. Denn das heißt nichts anderes, als „dass das Ding durch ist“, wie Bretzing es formuliert. Auch Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka, der einen Berlinbesuch für entsprechende Gespräche genutzt hatte, ist sehr erfreut: „Wir haben den Besuch der Grünen Woche mit den Abgeordneten der Kommunen und des Landkreises als Gelegenheit genutzt, um die Abgeordnete Rita Pawelski sowie den Staatssekretär zum Thema B 1 Ortsumgehung anzusprechen. Vom Staatssekretär Enak Ferlemann wurde mir zugesagt, in Kürze eine Aussage über den Finanzierungsstand unserer Maßnahme zu bekommen.“ Denn bevor es mit dem Bau des rund 24 Millionen Euro teuren Projekts losgehen kann, müssen die Finanzen geklärt sein. Peschka hofft, dass 2013 begonnen werden kann, „wenn ich davon ausgehe, dass die allgemeine Krise zu Verzögerungen von zwei Jahren geführt hat“. Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, kann zum Zeitplan keine detaillierten Angaben machen: „Als nächster Schritt muss der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig sein“, sagt Brockmann, und das sei in etwa sechs Wochen zu erwarten. Dann – und teilweise auch bereits im Vorfeld – werden die Bauvorbereitungen getroffen. Über die Finanzierungsfrage müssen Bund und Land miteinander verhandeln. Druck machen will die Dorfgemeinschaft Marienau, die zuletzt mit Protesten auf der Bundesstraße ihrer Forderung nach einem baldigen Bau der Ortsumgehung Nachdruck verliehen hatte. „Wir werden im Februar mit einer Abordnung nach Hannover fahren, um den Verkehrsminister unter Druck zu setzen“, kündigt Bretzing an. Außerdem seien weitere Aktionen geplant, freitags den Verkehr in der Ortsdurchfahrt zu stören. Dass darunter auch die Verkehrsteilnehmer zu leiden hätten, müsse in Kauf genommen werden: „Wie sollen wir uns sonst bemerkbar machen?“, so Bretzing.

Die 6,2 Kilometer lange Ortsumgehung soll vor dem Ortseingang Coppenbrügge (im Bereich der Kurve) beginnen und bis hinter Marienau führen (östlich Firma Wessel). Coppenbrügge und Marienau werden nördlich umfahren. Ziel ist es, die Ortsdurchfahrten von Coppenbrügge und Marienau vom Durchgangsverkehr der Bundesstraße 1 zu entlasten. „Insgesamt wird es für die Coppenbrügger eine Erleichterung“, meint Peschka, der aber auch weiß, dass die neue Ruhe auch negative Seiten haben kann. „Für den Einzelhandel an der Ortsdurchfahrt wird es sicher Einbrüche geben“, sagt der Bürgermeister. Wert gelegt habe die Gemeinde aber darauf, dass das Gewerbegebiet eine Anbindung erhält und diese auch ausgewiesen wird. „Das wird für die Wirtschaft interessant, weil es dann eine schnelle Anbindung an Hameln und Hildesheim gibt.“ Den Bedenken der Anwohner, die im Vorfeld der Planungen auf den ihnen bereits vor Jahrzehnten zugesagten Lärmschutz verwiesen hatten (wir berichteten), solle Rechnung getragen werden. „Hier steht der Flecken in der Pflicht“, so Peschka. Im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens sollen auch die Feldwege saniert werden. „Hierfür fließen entsprechende Fördermittel“, sagte Peschka.

Eingeleitet worden war das Planfeststellungsverfahren im Oktober 2009. Der Vorentwurf war im Herbst 2008 dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Bonn zur Genehmigung vorgelegt worden. Nach Abstimmungen mit dem Bundesministerium wurde der Entwurf dort im Dezember 2008 genehmigt. Die Verkehrsbelastung (Stand 2001) sei mit 12 400 Kfz / 24 Stunden in der Ortsdurchfahrt Coppenbrügge und bis zu 11 550 Kfz / 24 Stunden in der Ortsdurchfahrt Marienau erheblich. Der Schwerverkehrsanteil liege in Coppenbrügge bei 7 bis 10 Prozent, in Marienau bei 6 bis 7 Prozent. In der Ortsdurchfahrt Coppenbrügge genüge die Straße wegen des schmalen Verkehrsraumes und der engen Kurven nicht den Verkehrsanforderungen. Der Mangel an Parkplätzen einhergehend mit parkenden Fahrzeugen auf der Straße behindere einen zügigen Verkehrsfluss. Im Zuge der B 1 sind die untere Bahnhofstraße, die Dammstraße und die östliche Osterstraße hoch belastet. Die Planung umfasst den Neubau der Ortsumgehung Coppenbrügge – Marienau als Verlegung der Bundesstraße 1 von westlich Coppenbrügge bis südlich Marienau. Die Verlegungsstrecke beginnt westlich von Coppenbrügge an der Unterführung der Bahnstrecke Elze – Löhne und wird nördlich und östlich um Coppenbrügge und Marienau geführt. Sie endet nach erneuter Querung der Bahnstrecke mit dem Anschluss an die vorhandene B 1 südlich von Marienau.



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