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Vorsitzender gibt Kritik zurück und versichert: TSV kann Heim weiter nutzen / Unruhe im Ortsrat

Ortspolitiker haben „auf ganzer Linie versagt“

Salzhemmendorf (hen). Verärgert über die Kritik am Verkauf des Vereinsheims und enttäuscht von den Ortsrats-politikern ist der neue Vorsitzende des TSV Benstorf/Oldendorf. Zugleich entgegnet Christian Unger-Helle mehrfach geäußerten Ängsten von Vereinsmitgliedern, das Haus stehe ihnen nach dem Kauf durch einen Privatmann nicht mehr zur Verfügung. „Der TSV hat sich das Nutzungsrecht des Vereinsheimes vorbehalten. Das wird notariell festgehalten und war auch die Voraussetzung für den Verkauf. Hierzu gibt es auch noch eine Informationsveranstaltung für Vereinsmitglieder“, sagt Unger-Helle.

veröffentlicht am 09.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:41 Uhr

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Wie berichtet, hatte der in finanzielle Not geratene TSV nach einstimmigem Beschluss des geschäftsführenden Vorstands das Vereinsheim verkauft, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Nachdem der Ortsrat sich gegen eine Übertragung des Erbbaurechtes ausgesprochen hatte, stimmte der Rat dafür und schaffte so die Voraussetzung für den Verkauf an einen Privatmann.

Der TSV-Vorsitzende unterstreicht, im Interesse der Vereinsmitglieder gehandelt zu haben – und gibt den Ball zurück: „Die ortsansässige Politik hat in meinen Augen auf ganzer Linie versagt. Der Ortsrat Oldendorf/Ahrenfeld hatte in keiner Sekunde der letzten Jahre Interesse an der schlechten Situation im TSV“, sagt Unger-Helle. Die Lage sei nicht unbekannt gewesen. „Für die war es wichtiger, sich selbst zu verkaufen und in der Politik gut dazustehen. Scheinbar war es ihnen zu gefährlich, sich mit dieser Situation zu befassen“, kritisiert der Vorsitzende, der bekennt, Freunde und selbst viele Vereinsmitglieder hätten ihm abgeraten, diesen Posten zu übernehmen. „Ich bin froh, dass ich es getan habe; so konnte ich auch das wahre Gesicht einiger Menschen kennenlernen.“

Die meisten Mitglieder, die das Vereinsheim mit erbaut haben, seien ohnehin schon länger aus dem TSV ausgetreten – und „daher sehe ich da auch keinen Schlag ins Gesicht“, antwortet er auf einen entsprechenden Vorwurf. Wenn jemand der Meinung sei, dass der geschäftsführende Vorstand nicht ordnungsgemäß gehandelt habe, „dann sollen diese Personen juristische Schritte gegen uns einleiten. Darauf würde ich mich freuen“.

Auf die Vorwürfe von CDU-Fraktionschef Friedrich-Wilhelm Knust entgegnet Unger-Helle, „hätte er sich ausgiebig über die Situation informiert, würde er nicht so Stellung nehmen“. Wäre es nach dem Ortsrat gegangen, hätte der Verein Insolvenz anmelden müssen. „Da der Ortsrat der Veräußerung des Erbbaurechtes nicht zugestimmt hat, war die Ratssitzung entscheidend; zusätzlich wurden alle Zahlungsvorgänge bis dahin storniert. Das Wahlergebnis wurde mir über Dritte von der Aussage des Ortsbürgermeisters Oldendorf/Ahrenfeld zugetragen, das war ein Schlag ins Gesicht“, sagt Unger-Helle und fragt: „Ist jemals auf kommunaler Ebene so eine Situation vorgekommen? Der Gemeinderat überstimmt den Ortsrat.“ Der Coppenbrügger ist enttäuscht vom Ortsrat Oldendorf. Keines der Mitglieder habe sich ein Bild der Aktenlage verschaffen wollen. „Dazu kommt noch, dass ich, trotz Ankündigung des Bürgermeisters, nicht in die Ortsratssitzung eingeladen wurde“, so Unger-Helle.

Rückendeckung erhält Knust unterdessen von Oliver Schönberg, der für die Aktiven Bürger im Ortsrat Oldendorf sitzt. Der Dorfgemeinschaft stoße „sauer auf“, dass der neue Besitzer des Vereinsheims das Gebäude nicht kaufe, sondern „quasi geschenkt“ bekomme. Diejenigen, die den TSV in die heutige Situation gebracht hätten, „sitzen im Ortsrat“, sagt er mit Blick auf den stellvertretenden Ortsbürgermeister Detlef Reich (SPD). Schönbergs Vorwurf: „Es ist schlimm, dass Leute politisch Macht ausüben, die das mit verbockt haben.“

Auf Nachfrage der Dewezet erklärt Bürgermeister Martin Kempe, es habe kein Anlass vorgelegen, bestimmte Mitglieder im Ortsrat wegen Befangenheit auszuschließen. Abgestimmt worden sei lediglich über Erbbaurechtsfragen, die Gemeinde betreffend.



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