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Bürgerinformation über den Planungsstand in Coppenbrügge / Bürger weisen auf Vogelzug hin

„Ordnung statt Verhinderung“ der Windkraft

Coppenbrügge (gro). Spannend sei das Thema Windkraft für die Gemeinde seit 1998, so Bürgermeister Hans Ulrich Peschka in der Bürgerversammlung. Intensiv habe sich die Gemeinde mit dem Thema befasst, einen straffen Zeitplan vorgegeben, um ihn zum Herbst abzuschließen. „Ich denke, wir haben mit allen Beteiligten eine großzügige Flächennutzungsplanung für die Windkraft eingeräumt – nach der geforderten Bundesgesetzgebung“, so Peschka.

veröffentlicht am 08.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:41 Uhr

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„Passt nicht zum sanften Tourismus“

35 Bürger waren der Einladung gefolgt, um sich die Ausführungen von Matthias Reinold vom gleichnamigen Planungsbüro zu geplanten Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan des Gemeindegebietes Coppenbrügge anzuhören und auch Kritik zu äußern. Die ausgewiesenen Gebiete für Windkraftanlagen liegen südlich von Herkensen (138 Hektar groß) und südöstlich von Brünnighausen (84 Hektar). Bei Herkensen könnten bis zu elf Windräder, bei Brünnighausen bis zu sieben Anlagen mit dem bereits bestehenden Windrad errichtet werden.

Reinold erklärte, es seien Gebiete ausgewählt worden, die mindestens 750 Meter von Siedlungsbereichen, bei Einzellagen 300 Meter, entfernt seien. Dabei sei bei Orten ein sogenannter „Speckgürtel“ als Pufferraum von 250 Metern berücksichtigt worden, und diese Gebiete müssten durch die Windenergie einen wirtschaftlich zu vertretenden Referenzertrag von mindestens 70 Prozent erreichen. Die planerische Gesamthöhe der Windräder bis zur Rotorblattspitze gab Reinold mit 150 Metern an. „Mit diesen beiden Gebieten ist der Windenergie hier substanziell Raum gegeben worden“, sagte der Planer: „Wir wollen keine Verhinderung, wir wollen Ordnung.“

Das bestätigte auch Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka, denn: „Wenn man nichts macht, droht die Gefahr der Privilegierung und damit die Möglichkeit, überall Windkraftanlagen hinzustellen.“ Mit Juristen und dem Kreis sei das Thema erörtert worden, und nun hoffe die Gemeinde, dem Gesetz Rechnung getragen zu haben.

Mit „Hurra“ begrüßte keiner der Anwesenden die Ausführungen und die Aussicht, diese bald mit einem „Windspargel“ verstellt zu bekommen. Dem Bürgermeister wurde sogar gesagt, diese Planung passe so gar nicht in jene für den sanften Tourismus. Heiko Brede aus Brünnighausen gab zu bedenken, dass in der Nähe des geplanten Windparks nahe seines Ortes der Uhu und Rote Milan zuhause seien und fragte: „Wer hat denn nicht den Kranichzug am Wochenende beobachtet?“. Der führe jedes Jahr über dieses Gebiet – deutlich unter einhundert Metern Flughöhe und somit durch den Bereich der Rotoren. Andere Bürger wiederum führten den zu erwartenden Lärm durch den sich drehenden Rotor eines Windrades an oder den zu erwartenden Schlagschatten, sowie die ständig blinkenden Höhenbegrenzungsleuchten. Auf Unverständnis stieß auch, dass Wald geschützt sei, aber das Feldheckengelände bei Brünnighausen, Heimstatt und Jagdgelände für Greifvögel, nicht zähle. Auf die Frage, was der Bürger denn noch machen könne – natürlich gegen die Errichtung der Windkrafträder – antwortete Reinold: „Geben Sie uns handfeste, überprüfbare Fakten und Argumente, die bisher vielleicht nicht bekannt gewesen sind und damit die Möglichkeit, die geplanten Bereiche anders zu sehen.“

Matthias Reinold (li) erklärte nach der Versammlung interessierten Brünnighäusern nochmals im Detail die Grenzen des dort geplanten Windparks.

Foto: gro



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