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Straßenbaubehörde sieht keinen Handlungsbedarf für Verkehrsberuhigung

Ohne Unfall gibt’s keinen Kreisel

OLDENDORF. In Frankreich sieht man sie fast überall – unsere westlichen Nachbarn haben scheinbar eine Vorliebe für Kreisverkehre. Kaum eine Ortsdurchfahrt eines noch so kleinen Dorfes kommt dort ohne einen Kreisel aus. Das ist auch Dewezet-Leser und Frankreich-Urlauber Hans Jochim aufgefallen, der sich fragte, ob das nicht auch eine Lösung für die Ortsdurchfahrt in Oldendorf sein könnte.

veröffentlicht am 30.10.2017 um 12:11 Uhr

Könnte hier ein Kreisverkehr helfen, den Durchgangsverkehr abzubremsen? Foto: jsp
Jens Spickermann

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Ob es bis 2030 eine Umgehung um den Ort geben wird, sei überhaupt nicht abzusehen, hieß es zuletzt von der Verwaltung (wir berichteten). Subjektiv habe das Verkehrsaufkommen im Ort aber zugenommen – deswegen wurde auch der Ruf nach geschwindigkeitsbegrenzenden Maßnahmen laut.

Von den Oldendorfern seien wiederholt Verengungen der B1 im Ort gefordert worden, um das Tempo der Fahrzeuge zu reduzieren, sagte kürzlich Ortsbürgermeister Thomas Hampe. Hans Jochim meint nun, ein Kreisverkehr sei doch viel sinnvoller, denn bei einer Verengung würde der Verkehr stocken, aber er solle ja nur gebremst werden.

Ich gehe davon aus, dass das nicht geht.

Andreas Hilmer, Gemeinde Salzhemmendorf

„Die Erfahrung, die wir in Frankreich gemacht haben zeigt, dass man auch auf relativ engen Straßen einen Kreisverkehr bauen kann“, sagt Jochim. „Da im Bundesverkehrswegeplan die Neuterrassierung im Bereich Oldendorf-Bensdorf usw. auf 2030 verschoben wurde, könnte doch eine ‚Zwischenlösung‘ zumindest dahingehend helfen, eine Geschwindigkeitsreduzierung (speziell für LKWs) zu erreichen: Man sollte in Oldendorf mal überprüfen, ob man dort, an der Kreuzung der B1 mit den Straßen von/nach Eime/Osterwald nicht einen Kreisverkehr einrichten kann. Damit würde man auch die zumindest aus Richtung Eime sehr unübersichtliche Auffahrt auf/über die B1 entschärfen,“ schreibt Jochim in einem Leserbrief an die Redaktion. Bei der Verwaltung des Fleckens und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, ist man von der Idee allerdings weniger begeistert. „Ich gehe davon aus, dass das nicht geht“, sagt Andreas Hilmer vom Fachbereich Ordnung und Soziales. Der Schwerlastverkehr, der durch den Ort fährt, müsse um so einen Kreisel ja drumherum kommen. Da es in der Gemeinde keine Kreisverkehre gebe, könne man auch auf keine Erfahrungen zurückgreifen, so Hilmer.

Damit auf der Straße überhaupt eine verkehrsberuhigende Maßnahme durchgeführt wird, müsse es schon einen guten Grund geben, sagt Uta Weiner-Kohl vom Straßenbauamt des Landes. Beispielsweise müssten sich dort Unfälle häufen, bisher sehe man aber keinen Grund für eine Planungsmaßnahme – weder für einen Kreisverkehr, noch für eine Straßenverengung. Die Verkehrskommission habe für eine Maßnahme keine Notwendigkeit gesehen, so Weiner-Kohl. Wenn eine Planungsmaßnahme eingeleitet werde, müsse außerdem auch geprüft werden, ob beispielsweise eine Ampel in Frage käme. Die Absicht, dass der Verkehr langsamer fließen soll, sei außerdem noch kein Grund für den Bau eines Kreisverkehrs. Auch könne es sein, dass die Straße nicht breit genug für einen Kreisverkehr ist. Damit LKWs passieren können, müsse der nämlich einen Durchmesser von 30 bis 40 Metern haben. Der Bau eines solchen Kreisels würde wohl 250 000 bis 300 000 Euro kosten, schätzt Weiner-Kohl.

Mein Standpunkt
Jens Spickermann
Von Jens Spickermann

Verkehrsberuhigung – ein ewiges Thema. In Oldendorf scheinen die Klagen der Anwohner über den vielen Durchgangsverkehr aber berechtigt. Welche Maßnahme hier sinnvoll wäre, sollen die Fachleute entscheiden. Die Haltung, vorher erst einmal auf Unfälle zu warten, ist aber unverständlich.

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