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Das „Holsteiner Marionettentheater“: Von Generation zu Generation setzt sich die Familientradition fort

Ohne die Strippenzieher im Hintergrund keine Show

Salzhemmendorf (ist). „Rumpelpumpel?“ „Nein!“ „Stumpellieschen?“ „Nein! Rumpelstilzchen!!!!“ Der Saal brodelt. Ohne die Hilfe der Kinder vor der Bühne würde der Seppl den richtigen Namen der „kleinen Leberwurst“ zweifellos heute noch suchen. Die Königin hätte ihr Kind an den Kobold abgeben müssen, wäre möglicherweise wieder als schlichte Gretel auf den väterlichen Hof zurückgekehrt, um sich weiterhin die Finger wundzuspinnen. Die Begeisterung von Kids, Müttern und Vätern im Salzhemmendorfer Ratskeller am guten alten Märchenpuppenspiel ist heute wie vor hundert Jahren die gleiche geblieben: „Cool, toll, super, Spitze!“ Mia (4), Maxi (5), Kira und Merten (6) sind sich einig. Spannung, Aufregung und Spaß sorgen auch heute noch für Flucht auf Mutters Schoß oder die Toilette, lassen kerzengerade auf dem Stuhl sitzen, erleichtert in die Hände klatschen oder die Haare raufen, die in Bauchlage locker pendelnden Unterschenkel plötzlich erstarren …

veröffentlicht am 04.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

Familie Sperlich setzt auf den Reiz ihrer Marionettenfiguren &nd
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Schon ihre Urgroßeltern und Großeltern seien wie seinerzeit „Pole Poppenspäler“ mit ihrem Marionettentheater von Stadt zu Stadt gezogen. Als Kinder hätten sie von klein auf mitgeholfen, eine berufliche Alternative sei nie im Gespräch gewesen. Anna-Maria Sperlich (53) und ihr Mann Eberhard (69) sind die vierte Generation des „Holsteiner Marionettentheaters“. Sie sind Partner, die sich vor 35 Jahren aus zwei Marionettenfamilien zusammengefunden haben und seitdem die Fäden ihrer hölzernen Märchenfiguren fest in der Hand halten. Vier ihrer sechs Kinder haben als bereits fünfte Generation ihr eigenes Puppentheater, zwei sind in der Schauspielausbildung. „Vieles ist Routine geworden“, sagt die 53-Jährige. „Das Herz ist dabei über all die Jahre nicht verloren gegangen.“ Eine Stunde gehobene Arme und exaktes Fingerspiel, dazu manchmal bis zu sechs Stimmen sprechen und den Marionetten Leben einhauchen, das bei den Kindern ankommt – das hinterlässt Spuren. Denn ganz besonders wichtig ist den Sperlichs die Kommunikation ihrer Figuren mit den Kindern. „Das macht den Zauber des Marionettentheaters aus und lässt der Konkurrenz von Fernsehen und Computerspielen keine Chance.“ Diese Erfahrung machen sie rund ums Jahr bei ihren Tourneen durch ganz Deutschland. Eine Pause zwischen den rund 200 Gastspielen im Jahr gönnen sie sich zur Erarbeitung neuer Stücke, Arbeit an Kulissen und Kleidung am Ende und zu Beginn des Jahres zu Hause in Schwäbisch Hall.



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