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Forstgenossenschaft hat Fläche verkauft – zum Ärger des eigenen Vorstands / Pläne für 17 Hektar

Nun also doch: Steinbruch wird erweitert

Salzhemmendorf. Die Erweiterung des Steinbruchs Borela, die im Sommer vergangenen Jahres noch auf der Kippe stand, kann nun doch erfolgen. Nachdem im Juni 2013 die Forstgenossenschaft überraschend entschieden hatte, das für die Ausweitung des Steinbruchs notwendige Waldstück nicht an die Firma Rheinkalk abzutreten, ist der Verkauf mittlerweile doch vollzogen – was sogar in den Reihen der Forstgenossenschaft selbst auf herbe Kritik stößt.

veröffentlicht am 12.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Laut Uwe Stichling, bei Rheinkalk zuständig für Umweltschutz und Genehmigungen, wird Borela um rund 9 Hektar erweitert und eine neue Außenhalde auf rund 8 Hektar angelegt. Das Planvorhaben umfasst damit insgesamt rund 17 Hektar. Der Limberger Weg, der mitten in dem Gebiet liegt, muss für die Erweiterung verlegt werden.

Durch die Ausweitung der Vorrangfläche um 21 auf 80 Hektar im Landesraumordnungsprogramm war wie berichtet Ende 2012 die rechtliche Voraussetzung für eine Erweiterung geschaffen worden. Den Forstgenossen gehörte ein 2,5 Hektar großes Waldstück, das am südlichen Rand an den 59 Hektar großen Steinbruch Borela angrenzt.

Der Gemeinderat hatte sich im Dezember 2011 gegen die Steinbrucherweiterung ausgesprochen, auf Kreisebene waren SPD und Grüne gegen das Vorhaben, während Vertreter von CDU und FDP auf den wirtschaftlichen Nutzen verwiesen. Rheinkalk hatte betont, dass ohne eine Erweiterung des Steinbruchs dort nur bis August 2014 hätte abgebaut werden können. Seit den 1990er Jahren baut die Firma Rheinkalk hier Dolomit ab. Durch die Erweiterung kann „die Produktion am Standort Salzhemmendorf für rund 40 Jahre“ sichergestellt werden, so Stichling gestern auf Anfrage.

Alles andere als glücklich über die Pläne ist ausgerechnet der Vorstand der Forstgenossenschaft, die durch den Verkauf den weiteren Abbau erst möglich gemacht hat. „Der Vorstand war geschlossen gegen den Verkauf“, sagt Volker Seegers, einer von insgesamt fünf Vorstandsmitgliedern. Er selbst habe unterschätzt, dass die Mitglieder – wenn auch mit äußerst knapper Mehrheit von vier Stimmen – für einen Verkauf des Grundstücks waren: „Wir konnten unsere Bedenken einfach nicht vermitteln.“ Vor Ort würde unterschätzt, „was das für ein großes Loch wird“. Daran würde auch der geplante Sichtschutz nichts ändern, meint Seegers, der auch Probleme mit der Steinerquelle befürchtet. Das Unternehmen verweist hingegen auf ein Gutachten, das eine Gefährdung der Quelle ausschließe. Auch die Grundwasserfließrichtung werde nicht beeinträchtigt. „Wir verkleinern lediglich etwas den Einzugsbereich der Steinerquelle“, so Stichling im Bauausschuss, bei dem das nun konkret gewordene Vorhaben erstmals der Politik vorgestellt wurde.

Eine Kritikerin der Pläne ist auch Veronika Kunze als Mitglied der Forstgenossen, die „sehr enttäuscht“ ist. Über den genauen Verkaufspreis will niemand Angaben machen – es sei „eine höhere Summe, aber noch zu billig, zumal hier Natur zerstört wird; der gesamte alte Baumbestand wird plattgemacht“. Die Salzhemmendorferin hofft, dass über die Genehmigung noch einmal nachgedacht werde angesichts der jüngst bekanntgewordenen Pläne für die Stromtrasse: „Dann wird das ganze Tal hier verschandelt.“

Seegers meint, das Thema sei „gelaufen“ und die Entscheidung sei bereits viel früher getroffen worden: „Als 2008 die Gemeinde und Politik mehr oder weniger stillschweigend den Limberger Weg an Rheinkalk verkauft hat.“ Die Forstgenossenschaft habe damals auch ein Angebot abgegeben, sei aber nicht berücksichtigt worden.

Herr des Verfahrens ist das Gewerbeaufsichtsamt Hannover. Die nächsten Schritte stehen bereits unmittelbar bevor: Vertreter von Rheinkalk haben den Mitgliedern des örtlichen Bauausschusses einen Zeitplan vorgelegt, den Karl-Heinz Grießner (SPD) „sportlich“ nennt. „Wir brauchen die Vorräte“, untermauerte Stichling vor den Politikern. Noch im Februar soll der förmliche Antrag eingereicht werden, die Offenlegung könne im April erfolgen, der vorzeitige Baubeginn im September. Gemeint ist hier der Wegebau, der gemeinsam mit der Umzäunung (Januar 2015) und dem Roden (Februar 2015) zu den vorbereitenden Maßnahmen zählt, bevor dann im März 2015 mit der eigentlichen Erweiterung, also dem Abbau in dem neuen Gebiet, begonnen werden soll.



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