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Dewezet-Hotline zum Welt-Parkinson-Tag klärt über Symptome, Behandlung und Nebenwirkungen auf

Nicht jedes Wackeln ist Schüttellähmung

Coppenbrügge. „Wenn die Diagnose Parkinson gestellt wird, sind bereits 60 Prozent der Gehirnzellen verloren gegangen. Und im Laufe der Zeit werden es immer mehr“, sagt Magdalene Kaminski. Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Parkinson-Vereinigung beruhigt aber gleichzeitig: Denn mit der richtigen Behandlung kann ein Leben mit Parkinson auch dann noch lebenswert sein, wenn die Organe nicht mehr richtig funktionieren. In jedem Fall sei es wichtig, zu reagieren und nicht nichts zu tun, wenn man Veränderungen bemerke, so Kaminski. Die Dewezet-Hotline zum heutigen Welt-Parkinson-Tag ermöglichte gestern vielen Leserinnen und Lesern, Fragen loszuwerden, die ihnen auf dem Herzen liegen.

veröffentlicht am 11.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

von Nina reckemeyer
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Auf die Frage „Was kann man tun“ hat Gerrit Hirsch, Therapieverantwortlicher und Leiter der Physiotherapie im Krankenhaus Lindenbrunn, eine Antwort. „Was hilft, ist die LSVT-BIG-Methode, eine spezielle Form der Physiotherapie“, sagt Hirsch.

Melanie Gierke, Parkinson Nurse und Mitarbeiterin im Sozialdienst im Krankenhaus Lindenbrunn, sagt, „die Krankheit sieht keiner als unheilbar an. Aber sie ist es“. Dennoch gibt es heute Therapiemöglichkeiten, mit denen Parkinson zwar nicht geheilt, aber erträglicher wird. Bei der Schwester gingen gestern häufig Anrufe mit der Frage ein, wie man die verschiedenen Hilfeleistungen wie Reha, Pumpentherapie oder eine Parkinson-Komplex-Behandlung beantragen solle. „Über den Hausarzt“, antwortet Gierke. Es müsse aber immer individuell abgewogen werden, welche Therapie die richtige sei.

Einer 60-jährigen Patientin, die befürchtet, an einer Kamptokormie zu erkranken, riet Kaminski, sich stationär untersuchen zu lassen. Die Parkinsonform Kamptokormie ist eine Haltungsanomalie, bei der sich der Gang mit einer Neigung von nahezu 90 Grad verformt, erklärt Kaminski.

Professor Dr. med. Christian Winkler PhD, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Krankenhaus Lindenbrunn, konnte vereinzelt fast so etwas wie eine Ferndiagnose per Telefon stellen, wie etwa, dass nicht jedes unkontrollierte Wackeln mit dem Kopf auch gleich Parkinson bedeuten muss. So deute eine sehr dynamische Stimme auch eher darauf hin, dass es sich bei dem Patienten nicht um Parkinson handele.

Die Dewezet-Hotline mit den vier Experten hat gestern aber auch gezeigt, welche Nebenwirkungen eine Medikation haben kann. Ein 70-Jähriger, der seit fünf Jahren mit der Krankheit lebt und gestern per Telefon zu Professor Winkler durchkam, erfährt durch die Medikamenteneinstellung zwar eine Verbesserung in der Beweglichkeit, er leide seither aber an Kauf-, Ess- und Spielsucht. In einem solchen Fall spreche man von einer Impulskontrollstörung, die durch die Medikamente ausgelöst worden sein kann, erklärt der Professor. Er rät hier, die Einstellung der Medikamente zu überprüfen und gegebenenfalls ein Medikament auszutauschen oder sogar abzusetzen. „Man muss immer abwägen zwischen der Beweglichkeit des Patienten und der Schwere der Nebenwirkungen, die die Medikamente haben können“, sagt Winkler.



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