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Freie Schule Weserbergland will Spiegelbergschule übernehmen

Neue Nutzung für Kreis-Altimmobilie

COPPENBRÜGGE. Vermutlich ab 1. Januar 2018 wird Coppenbrügge langfristig um eine neue Schulform reicher: Dann wird die Freie Schule Weserbergland das Gebäude der Spiegelbergschule übernehmen.

veröffentlicht am 14.11.2017 um 12:36 Uhr

Die Spiegelberg Schule soll an die Freie Schule Weserbergland übergeben werden., Foto:Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Bisher war die Schule hier Mieter. Künftig ist es fester Sitz der ersten Freien Schule im Landkreis Hameln-Pyrmont. Nächste Niederlassungen solcher Ersatzschulen in freier Trägerschaft liegen im 65 Kilometer entfernten Bad Gandersheim sowie 80 Kilometer entfernt in Stolzenau.

Die Freie Schule Weserbergland mit ihrer besonderen pädagogischen Ausrichtung wurde im September 2014 eröffnet. Als Basis für das Konzept dienten verschiedene reformpädagogische Ansätze von Marie Montessori, Rebeca und Mauricio Wild, Jean Frédéric Frenet, Jesper Juul und Rosenberg. Vernetztes Denken und das selbstständige Lernen nach Maria Montessori stehen an der Freien Schule im Vordergrund.

Derzeit wird die Grundschule von 44 Schülern der Klassen besucht. Umgesetzt werden die currikularen Lerninhalte, die von der Landesschulbehörde vorgegeben sind, im Rahmen von Projekten und mittels vieler ansprechender Lernmaterialien. Die Schule ist in freier Trägerschaft und somit auf das Schulgeld der Eltern angewiesen. Der Betrieb des Grundschulbereichs wird vom Land Niedersachsen bezuschusst. Auch für die Oberschule wurde ein Zuschuss in Aussicht gestellt. Hausaufgaben und Noten gibt es in den Eingangsklassen nicht. Erst im oberen Bereich der Sekundarstufe wird benotet.

Angemeldet sind Kinder aus der Region, aber auch aus den Landkreisen Schaumburg, Alfeld und Holzminden. Voranmeldungen für die Schule gibt es bereits bis zum Jahr 2021, versichert Sandra Richards, Initiatorin und Geschäftsführerin der Freien Schule. Immer mehr Familien seien auf der Suche nach einer Alternative zur öffentlichen Schule. Und für junge Familien sei die Freie Schule Weserbergland sogar schon ein Grund gewesen, ihren Wohnsitz in deren Umfeld zu verlegen, freut sich Richards. Ein Grund auch, weshalb sich Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka und Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels nach Auskunft der Schulvereins-Geschäftsführerin sehr für die Überlassung der Altbau-Immobilie stark gemacht haben: Mit der Schulform haben Coppenbrügge und der Landkreis ein Alleinstellungsmerkmal. Peschka: „Wir sind froh, dass die hier bleiben wollen und begrüßen die Ansiedlung sehr.“

Wie Sandra Richards mitteilt, ist der Übergabe-Vertrag der Spiegelbergschule an die Freie Schule noch nicht unterschrieben. Hierfür ist erst noch ein Kreistagsbeschluss in der Sitzung am 19. Dezember erforderlich. Die Vorverhandlungen seien jedoch positiv für ihre Schule verlaufen, weiß die Geschäftsführerin zu vermelden. Für die erforderlichen Umbauten in der alten Spiegelbergschule sei beim Schulträger-Verein etwas Kapital vorhanden. Man führe außerdem derzeit Gespräche mit der Hausbank, hoffe auf eine Teilfinanzierung über ein Förderprogramm und suche noch Sponsoren, so Richards: „An dem Objekt gibt es reichlich Sanierungsstau. Und auch beim Brandschutz muss einiges getan werden.“

Sechs Räume der Spiegelbergschule nutzt die Freie Schule derzeit schon. Zehn weitere Zimmer könnte die Einrichtung künftig nach Sanierungen noch beziehen – dazu kommen Büro und Lagerräume. In vier bis fünf Jahren, so die Geschäftsführerin, hoffe man auf eine Vollauslastung des übernommenen Schulgebäudes. 120 bis 150 Schülerinnen und Schüler könnten dann dort beschult werden; ähnlich viele Kinder hatten einstmals die ehemalige Förderschule Lernen des Kreises besucht, die am 31. Juli 2016 mit nur noch zwölf Schülern geschlossen worden war.

Schüler-Zuwachs erhofft sich die Freie Schule Weserbergland auch aufgrund der Tatsache, dass man nach monatelangem Kampf mit der Landesschulbehörde mit seinen derzeit zwölf Fünftklässlern ab Sommer um einen Sekundarbereich I erweitern durfte. Die neue Coppenbrügger Schule hat damit die Betriebserlaubnis zur Einrichtung des Oberschulbereichs bis zur 10. Klasse, und mit einem Dutzend Schülern ist die vorgeschriebene Mindestzahl für die Oberschule erfüllt. Nach der zehnten Klasse werden die Schüler an andere weiterführende Schulen abgegeben. Sandra Richards: „Wir werden dafür eine Kooperation mit weiterführenden Schulen suchen, um den Schülern einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen.“

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