weather-image

Wenn die Kirschallee zur Rennpiste wird: Spannendes Spektakel um Design und Konstruktion

Nervenkitzel mit fantasievollen Seifenkisten

Dörpe (ist). Drei noch am Morgen des Renntages nicht wirklich erwartete Erkenntnisse waren Fazit der dritten Seifenkistensause auf der Dörper Kirschallee. Erstens: Man soll das Regenwetter am Morgen nicht vor dem sonnesatten Nachmittag schelten. Zweitens: Schwere Jungs mit stattlichen Hantelgewichten am Fahrgestell müssen leichteren Mädchen im Styroporchassis am Ende nicht um Längen voraus sein. Drittens: In der Schönheitskonkurrenz von vierzehn rollenden Kisten mit Kreativität ohne Grenzen wird das Publikumsvotum zur echten Herausforderung, verweist jedoch letztlich trotzdem sämtlichen innovativen Einfallsreichtum des Designs klar auf die Plätze hinter Rogers Bollerwagen aus den nostalgischen 1950er Jahren im Tigerentenlook.

veröffentlicht am 04.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

270_008_4376315_lkcs107_0510.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zum dritten Mal freute sich das Rennkomitee mit Andrea Mücke, Uli Karbe, Olaf Knoke und Rennstreckenleitung Friedrich Wilhelm Vespermann über eine rundum gelungene Veranstaltung mit zeitweise bis zu 200 Gästen und gesponserten Sonderpreisen. Die über die gesamte Region bis nach Eime verzweigten Dörper Familien- und Freundeskreise genossen Sommerfeeling pur im Herbst mit Picknick im Gras und jeder Menge Spaß bei der Talfahrt – sowohl hinter dem Steuer als auch am Pistenrand. Kommunikation, Fachsimpelei und Vergnügen wurden hier wie da eins, zwischen mindestens vier Generationen mit Kind, Hund und Kegel. Das vierte Rennen im nächsten Oktober ist versprochen.

Eigentlich wollte Oberleutnant Roger in diesem Jahr mal was ganz anderes machen, hatte er bereits lange vor dem Start gesagt, war jedoch auf heftigen Protest seitens der Rennleitung gestoßen. Seine Tigerente – von Beginn an dabei, immer letzter, immer aber auch Lieblingskiste auf der Piste – sei Kult, die müsse unbedingt dabei sein! Also hat Roger Titz wieder den Bollerwagen im schwarz-gelben Tigerdesign aus dem Schuppen geholt, ist in den farblich abgestimmten „Pilotenoverall“ mit gelbem Beinkleid unter schwarzer „Thrombosehose“ geschlüpft und brettert die Piste hinunter – und wird wieder letzter, aber erster in der Schönheitskonkurrenz und nimmt dafür den Sonderpreis, einen Rundflug, aus der Hand von Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka entgegen.

Alte Bekannte unter den Boliden der Kirschbaumallee sind auch die bewährten Erfolgs- und vor allem Spaßmodelle „Das Brett“ alias „Weniger geht nicht“ von Uli Karbe und Cord Fricke, die „Schwarze Witwe“ der Altersklasse mit Helmut Efen und Dieter Metzmacher, „Black Star“ mit Lennart Dreier (13) und der „Roadrunner“ aus Eime. Andere Piloten bevorzugen die Last-Minute-Konstruktionen mit besonderem Nervenkitzel auf der Strecke. So präsentierte Max Gründel (13) das Panzerpaket „Schocker“ auf Superbreitreifen mit Hantelstabilisator, der Rennstall Mücke sein Zweitmodell in dreieinhalb Stunden Schnellbauweise. Das „Baguette“ 2008 ist über das Modell „Greenpeace“ 2009 am Vorabend zum „Atomkraft-Nein-danke-Renner“ mit Aktualitätsbezug mutiert. Die Jugendfeuerwehr Diedersen ist Neuzugang mit Alina Fleischer (15) und Katja Krüger (16) in peppig bunter „Cruella De Vil“. Strengste Geheimhaltung der 2010er Modelle bis zum Start war in allen Teams strikte Stallorder. Spontaneität bis zur letzten Sekunde statt langfristiger Detailklügelei ist für einen großen Teil der Teilnehmer des Dörper Seifenkistenrennens Einstiegskick in Spaßvergnügen pur mit Nachhaltigkeit, genau für einen rasanten Nachmittag. Sieger in der Erwachsenenwertung wurden zum dritten Mal Efen und Metzmacher in ihrer „Schwarzen Witwe“. Grund zur Freude bei den Oldies, aber damit auch Schluss für diese Mannschaft. Denn wer dreimal gewinnt, ist raus, sagt das neue Regelwerk. Efen und Metzmacher werden im nächsten Jahr in getrennten Kisten fahren.

2 Bilder
Zum dritten und damit zum letzten Mal Sieger mit der „Schwarzen Witwe“: Helmut Efen und Dieter Metzmacher.

Dass ihr Sieg womöglich allein Folge physikalischer Gesetzmäßigkeit der Massenträgheit zuzuschreiben ist, widerlegten Farina (10) und Julica (9) in ihrer „Formel II“ aus der Klasse Federgewicht. Die Vorjahreszweiten gingen nach zwei Durchgängen um die längste Fahrstrecke in diesem Jahr als Sieger der Kinderwertung nach Hause.

Bildergalerie: Zahlreiche Fotos gibt es im Internet unter: www.dewezet.de



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt