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Lauensteins Ortsrat spricht sich gegen Plan der Hannoverschen Basaltwerke aus

Nein zur Deponie im Steinbruch

Lauenstein. Der Endspurt beim Kalkabbau im Steinbruch ist erreicht. In den nächsten ein bis zwei Jahren ist die abbaufähige Kalkmenge erschöpft. Der bisherige Renaturierungsplan gibt vor, einen Teil des Steinbruchs zu verkippen und dem Eigentümer – den Forstgenossen Bisperode – zurückzugeben. Die Hannoverschen Basaltwerke planen allerdings, das Gelände als Deponie für Bauschutt der Kategorie 1 zu nutzen. Das dort angelieferte Material dürfte sehr geringe Mengen an Stoffen wie Cadmium, Quecksilber oder Arsen enthalten.

veröffentlicht am 25.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

von maike schaper
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„Es muss nach dem bisherigen Renaturierungsplan nur der Hang Richtung Haus Harderode verkippt werden, die Steilwand bleibt trotzdem bestehen“, sagt Stefan Entrup, Geschäftsführer der Hannoverschen Basaltwerke, in der Sitzung des Ortsrates Lauenstein. Zudem könne es gut 50 Jahre und mehr dauern, bis dieser Bereich verkippt ist, da die dafür nötigen 900 000 Kubikmeter Material in nur ganz geringen Mengen anfielen.

Die Vorteile einer Deponie sieht Entrup ganz klar: Der Steinbruch würde höher aufgefüllt, somit gingen keine Gefahren mehr von der Steilwand aus. Beispielsweise könnten Wildkletterer tödlich verunglücken, wenn niemand auf das Areal aufpasst. Auch würde das Landschaftsbild wiederhergestellt werden, denn die Steilwand wäre weitestgehend verdeckt. 3,5 Millionen Kubikmeter Bauschutt sollen die 12,5 Hektar Deponiefläche während einer Laufzeit von 30 Jahren aufnehmen. „Pro Tag kämen 30 bis 40 Lkw durch Lauenstein zur Deponie“, rechnet Entrup vor. Zudem blieben Arbeitsplätze erhalten und eine Deponie sei besser überwachbar. „Nach der bisher geplanten Renaturierung geht der Steinbruch zurück an die Forstgenossen Bisperode, denen wollen wir die Verantwortung für das Gelände nicht zumuten.“

Eine mögliche Grundwasserbeeinträchtigung schließt Entrup aus: „Wir haben ein Gutachten erstellen lassen, welches besagt, dass an diesem Standort grundsätzlich eine Deponie stehen kann.“ Das Grundwasser fließe nicht in die Lauensteiner Brunnen, sondern in eine andere Richtung. „Selbst wenn Schadstoffe austreten sollten, fließen diese nicht nach Lauenstein.“ Aus Vorsorgegründen würde der Boden ohnehin mit einer Tonschicht abgedichtet werden und das Sickerwasser vor der Einleitung in das Abwassersystem auf Schadstoffe überprüft.

Für den Verkehr stellt Entrup die beiden möglichen Szenarien vor: Ohne eine Deponie würden alle Lkw, die Material für die Renaturierung anliefern, durch Lauenstein fahren müssen. Mit einer Deponie hingegen könnte der Verkehr zur Hälfte über Bisperode laufen. Er betonte allerdings: „Ob die Deponie kommt oder nicht, das macht in der Zahl der Lkw keinen oder fast keinen Unterschied.“

Zum Füllmaterial für den Steinbruch gibt Entrup zu bedenken, dass sie derzeit mit den Materialien, die zur Renaturierung verwendet werden, höhere Belastungswerte annehmen dürfen, als das bei einer Deponie der Klasse 1 der Fall wäre. Außerdem gäbe es in einer Deponie ein Sicherheitssystem, bei dem das Sickerwasser kontrolliert werde und genau protokolliert sei, welche Lkw-Fuhre an welchem Platz auf der Deponie gelagert sei.

Eine Deponie, meint Entrup, sei wirtschaftlich gesehen für viele Firmen auch ein Standortvorteil und käme der Region zugute. In ganz Niedersachsen würden derzeit Deponieplätze gesucht, nicht alle Standorte kämen dafür infrage. Daher räumt Entrup auf Nachfrage ein, dass die Hannoverschen Basaltwerke auch ein wirtschaftliches Interesse an der Deponiegenehmigung haben.

Um der Deponie den Weg zu ebnen, müsste zunächst der Steinbruch aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen werden. Hierzu haben die Basaltwerke bereits einen Antrag gestellt. Der Lauensteiner Ortsrat sprach sich dafür aus, die Zustimmung zu diesem Antrag zu verweigern.



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