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Autobahn-Baumaschinen gehen in Flammen auf / Brennendes Öl läuft aus / 500 000 Euro Schaden

Nächtlicher Kampf gegen Feuer und Eis

So sah es auf dem Hof aus, als die Feuerwehr eintraf: Zwei Beton-Gleitschalungsfertiger stehen in Flammen.

veröffentlicht am 06.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Fotos: Fw/Wal

Coppenbrügge. Wie flüssiger Stahl fließt brennendes Hydrauliköl aus zwei großen Straßenbaumaschinen. Meterhohe Flammen färben den Nachthimmel über dem Gelände des „Hamelner Bahn- und Tiefbau“ am Mühlenkamp in Coppenbrügge orangerot.

Bei minus 12 Grad stehen Feuerwehrleute im Löschschaum – erst knöchel- und später hüfthoch. Immer wieder vereisen die Schaumrohre. Es ist ein harter Einsatz.

Ein Autofahrer (69) aus Friesoythe hat den Feuerschein von der Bundesstraße 1 aus entdeckt. Am frühen Mittwochmorgen um 1.04 Uhr wählt er per Handy den Notruf 112. Was brennt, kann der Mann nicht erkennen. Die Regionalleitstelle in Hameln alarmiert umgehend die Freiwilligen der Feuerwehr Coppenbrügge.

Nur ein paar Minuten später treffen die Löschmannschaften am Mühlenkamp ein. Zu diesem Zeitpunkt brennen zwei Beton-Gleitschalungsfertiger. Großmaschinen wie diese kommen beim Autobahn- und Radwegebau zum Einsatz. Die Flammen drohen auf mehrere Schaufelbagger, die in der Nähe stehen, überzugreifen. Gut, dass die Feuerwehrleute 2000 Liter Wasser in ihrem Tanklöschfahrzeug haben. Coppenbrügges Ortsbrandmeister Andreas Korth erkennt gleich: „Mit Wasser allein kommen wir hier nicht weiter.“ Er lässt dem Löschwasser Schaummittel beimischen. So gelingt es den Kräften, Schlimmeres zu verhindern.

Der Schaumteppich wird rasch größer. Auch das ist gut so, denn: In jeder Fertigungsmaschine befinden sich 250 Liter Hydrauliköl und noch einmal dieselbe Menge Kraftstoff. Das Öl zischt und kocht. Gummi und Kunststoffe sind geschmolzen, tropfen herab. Die brennbaren Flüssigkeiten laufen aus, werden vom meterhohen Leichtschaum verschluckt. Mit Spezialrohren wird ein weißer Schaumteppich auf die Maschinen gesprüht. Um 3 Uhr ist das Feuer erstickt.

720 Liter Schaumlösung und 25 000 Liter Wasser waren nach Angaben von Coppenbrügges Gemeindebrandmeister Walter Schnüll nötig. Weil die Schaummittel-Vorräte in Coppenbrügge alsbald erschöpft waren, brachte die Feuerwehr Hameln Nachschub. Zuvor hatten sich die Helfer bereits Kanister vom Bauhof der Gemeinde Coppenbrügge und von der Feuerwehr Marienau geholt. „Die klirrende Kälte hat die Löscharbeiten extrem erschwert, weil die Schaumrohre immer wieder vereisten“, berichtet Cord Pieper, stellvertretender Gemeindebrandmeister.

Was das Feuer ausgelöst hat, steht noch nicht fest. Eine Brandstiftung scheint aber derzeit wenig wahrscheinlich. „In der Nähe der Maschinen wurden weder Fuß- noch Reifenspuren gefunden“, sagt Polizeihauptkommissar Michael Rohde.

Der Schaden wird auf 500 000 Euro geschätzt. Ein Feuerwehrmann kommentierte das so: „Hätte echt nicht gedacht, dass diese Baumaschinen so teuer sind wie drei neue Einfamilienhäuser.“



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