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Schafft es die heimische Naturkosmetikmarke wieder vermehrt in die Regale?

Nach Protest: Logocos erklärt Übernahme durch L‘Oréal

SALZHEMMENDORF. Nach der Übernahme durch die L‘Oréal-Gruppe hatten etliche Biomärkte aus Protest gegen den Konzernriesen aus Frankreich die Produkte von Logocos aus dem Sortiment genommen. Nun hat sich das heimische Unternehmen Logocos mit einem Brief an seine Handelspartner gewandt.

veröffentlicht am 14.12.2018 um 12:14 Uhr
aktualisiert am 14.12.2018 um 16:31 Uhr

Karen Klages

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Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

Denn, so schreiben Vorstand Pierre Haller und Vertriebsleiter Klaus Janitschek, seien einige Handelspartner verunsichert aufgrund der Übernahme durch L‘Oréal. „Deshalb ist es uns so wichtig, Ihnen zu versichern, dass das, wofür Logocos steht, beibehalten wird. Logocos bleibt ein eigenständiges Unternehmen.“ So wolle man an zertifizierter Naturkosmetik festhalten, ebenso wie am Sitz des Unternehmens im Ortsteil Oldendorf an der Straße „Zur Kräuterwiese“. „Der Standort in Salzhemmendorf bleibt bestehen. Das schließt die Produktion und den Forschungsbereich ein.“ Auch der Standort in Hannover, an dem die Abteilungen Marketing, Vertrieb und Export untergebracht sind, steht nicht zur Diskussion. „Unser gesamtes Geschäft, inklusive dem Export, wird komplett von Deutschland aus gesteuert“, versprechen sie.

In der Naturkosmetikbranche hatte es nach der Übernahme rumort. L‘Oréal passe nicht zum Bio-Handel, hieß es; das Unternehmen aus Frankreich wurde zudem mit Tierversuchen in Verbindung gebracht. Für die Biomarkt-Kette Vollcorner, die als eine der ersten die Logocos-Produkte aus dem Sortiment genommen hatte, sei nicht nachvollziehbar, wie die Philosophie der Naturkosmetikmarken mit den „gängigen Praktiken der Nestlé-L’Oréal-Tochter Galderma Übereinstimmung finden soll“. Haller und Janitschek geben zu, dass die Dimensionen des internationalen Konzerns anders sind. Wurzeln, Werte und Kontinuität würden L‘Oréal und Logocos allerdings verbinden. Ein Grund für die Übernahme sei, dass man Wissen bündeln wolle, „um das Potenzial von Logocos noch stärker zu nutzen. Logocos und L‘Oréal werden Naturkosmetik zum Wachsen bringen“, lautet das Versprechen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Händler darauf eingehen. Lutz Größel, der für die Naturata-Bioläden tätig ist, hat den Brief erhalten und „sogar gelesen, aber wir bleiben bei unserer Entscheidung“.

Es scheint Logocos ein wichtiges Anliegen zu sein, die Übernahme durch L‘Oréal zu erklären. Selbst auf der Homepage des Unternehmens sind etliche Erklärungsansätze aufgelistet. So schreibt Vertriebsleiter Janitschek: „Ich kann die Verunsicherung einiger Handelspartner gut nachvollziehen. Auch ich habe mir anfangs viele Gedanken gemacht.“ Pierre Haller, „ein echtes L’Oréal-Kind“, wie er sich selbst beschreibt, möchte die Wogen glätten und hebt die Einzigartigkeit hervor. Und sein Vorstandskollege Dirk Höfer betont: „Logocos wird ein eigenständiges Unternehmen bleiben.“



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