weather-image
10°

Bewegung auf dem Wienerberger-Gelände: Klindworth will Photovoltaik-Freiflächenanlage errichten

Nach Ferienhausplänen jetzt ein Solarpark

Osterwald (hen). Vor Jahren sorgten Pläne für eine Ferienhaussiedlung am ehemaligen Ziegeleistandort für Schlagzeilen, jetzt plant ein Unternehmen auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Wienerberger in Osterwald eine Freiland-Photovoltaikanlage. Auf der rund fünf Hektar umfassenden Gesamtfläche sollen auf rund vier Hektar aufgeständerte Solarmodule errichtet werden und jährlich rund 1,93 Megawatt Strom erzeugen. „Wir sind froh, dass es auf der Industriebrache Bewegung gibt“, kommentiert Detlev Fessenbecker in Vertretung des Gemeindebürgermeisters Martin Kempe, der noch im Urlaub ist, die Pläne gestern auf Anfrage.

veröffentlicht am 21.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

270_008_5159253_lkcs106_2101.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bekanntlich gab es um das Wienerberger-Gelände 2007 mächtig Wirbel, als der holländische Investor Ed Biermans auf dem Areal eine Ferienanlage mit 200 Häusern bauen wollte. Gescheitert war er am Widerstand einer eigens gegründeten Interessengemeinschaft – und nicht zuletzt deshalb, weil er in Detailfragen, auch die Finanzierung betreffend, Antworten schuldig blieb. Zurück blieb eine Gewerbebrache, deren Zustand Fessenbecker als „kritisch“ bezeichnet: „Alles, was dort passiert, werden wir begrüßen und unterstützen.“ Eine Solaranlage kann sich Fessenbecker an der Stelle in Osterwald „ohne Beeinträchtigung von Natur oder Tourismus“ vorstellen.

Ihren Antrag an die Gemeinde Salzhemmendorf hat die Firma Klindworth GmbH Mitte Januar gestellt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Klein Meckelsen und ist im Tief- und Straßenbau tätig und übernimmt auch Pflaster- und Abbrucharbeiten. Offensichtlich gibt es einen Kontakt zur Firma Wienerberger, die in Sittensen vertreten ist. Klindworth hat den Ingenieur-Dienst-Nord Dr. Lange – Dr. Anselm GmbH mit der weiteren Planung beauftragt; das Ingenieurbüro hat ein Nutzungskonzept erarbeitet. Für die Umsetzung sind eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Erstellung eines Bebauungsplanes mit Umweltbericht notwendig. „Ziel der Planung sollte die Festsetzung eines Sondergebietes ,Solarenergie‘ sein, um die Photovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten und den Betrieb auf diese Weise langfristig bauplanungsrechtlich abzusichern“, heißt es in dem Schreiben von Klindworth, in dem sich die Firma „zur Übernahme der entstehenden Planungskosten, etwaig zusätzlicher projektgebundener Sitzungsgelder, verpflichtet. Über eine Investitionssumme gab es gestern noch keine Angaben; weder beim Ingenieurbüro noch bei der Firma Klindworth war telefonisch darüber Auskunft zu erhalten.

Die ursprünglichen Gebäude der Firma Wienerberger sind mittlerweile weitgehend abgerissen und der Standort nahezu vollständig aufgrund der ehemaligen Lagerflächennutzung versiegelt. Bereits Mitte 2012 soll nach Vorstellungen der Firma Klindworth das Baurecht geschaffen, die Photovoltaikanlage errichtet und in Betrieb genommen werden. Der bisher als Gewerbestandort genutzte Bereich ist durch Betonplatten oder Fundamente vollständig versiegelt und „eignet sich daher sehr gut für die Aufstellung von Photovoltaikanlagen“, heißt es im Nutzungskonzept. Die aufgeständerten PVA-Module haben Abmessungen von 90 mal 160 Zentimeter. Sie sollen in die vorhandenen Betonplatten geschraubt werden. Eine Erschließung ist bereits für die ehemalige Ziegelei gegeben, so dass weitere infrastrukturelle Maßnahmen nicht notwendig sind. Über Kabel wird der erzeugte Strom zu Transformatoren und Wechselrichtern und schließlich zum Umspannwerk des örtlichen Netzbetreibers geleitet. Der Bau eines rund 1,80 Meter hohen Zaunes ist zur Absicherung der Anlage nötig. Nur während der Bauphase sei mit Anlieferungsverkehr zu rechnen; während der Betriebsphase werde es nur vereinzelten Verkehr für Unterhaltungs- und Wartungsarbeiten geben. Auch Reflexionen seien weitgehend auszuschließen, da die Anlage wegen ihrer Beschaffenheit nur gering und bei sehr niedrigem Sonnenstand Licht reflektiere.

Nach Beratung im Fachausschuss (die Sitzung des Bauausschusses ist für den 2. Februar geplant) wird der Ortsrat Osterwald angehört. Der Aufstellungsbeschluss selbst wird danach durch den Verwaltungsausschuss (VA) gefasst.

Der hohe Fabrikschornstein ist noch immer so etwas wie das Wahrzeichen des Osterwalds und weithin aus westlicher Richtung sichtbar. Wie lange noch?Foto: haf



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt