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Schließung des Spielkreises Hemmendorf endgültig / Beförderungskosten werden nicht übernommen

Nach dem Aus sind noch viele Fragen offen

Salzhemmendorf/Hemmendorf (sto). Nun ist es endgültig – der im Gemeindehaus eingerichtete Spielkreis „St. Vitus-Zwerge“ in Hemmendorf wird nach den Sommerferien nicht mehr weitergeführt. Grund ist eine zu geringe Auslastung der 20 genehmigten Plätze. Derzeit sind für das neue Kindergartenjahr lediglich neun Kinder angemeldet. Auch für die folgenden Jahre ist nach Auskunft der Verwaltung eine volle Auslastung nicht zu erwarten.

veröffentlicht am 08.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

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„Wir bedauern die Schließung sehr, haben jedoch Verständnis dafür, da ein baldiger Anstieg der Kinderzahlen nicht in Sicht ist“, betont Pastor Thomas Müller. In dem Spielkreis, der in der Trägerschaft des Kirchengemeindeverbands Saaletal steht, sind die Leiterin, eine Erzieherin und eine Reinigungskraft beschäftigt. Es sei davon auszugehen, dass sie von den anderen kirchlichen Kindertagesstätten des Fleckens übernommen werden. Bei der Vergabe der Stellen wird nach der Sozialauswahl verfahren. So könnte es sein, dass Erzieherinnen anderer Einrichtungen, die dort noch nicht so lange beschäftigt sind, entlassen werden müssten.

„Wir sind traurig über die Schließung, sehen aber ein, dass es keine andere Wahl gibt“, betont Spielkreisleiterin Karin Stolte, die seit 31 Jahren in der Einrichtung arbeitet. Wie es nun beruflich mit ihr und ihren Kolleginnen weitergehe, wisse sie noch nicht. Bislang seien sie darüber noch nicht informiert worden.

Die Kinder des Spielkreises können in anderen Einrichtungen des Fleckens untergebracht werden, denn freie Plätze sind hinreichend vorhanden. „Für welche Kindertagesstätte sich die Eltern entscheiden, bleibt ihnen überlassen“, betont Martin Kempe. Die Schließung wurde vom Ausschuss für Schulen, Jugend, Senioren, Sport und Soziales sowie vom Verwaltungsausschuss beschlossen. Die Kosten für die Beförderung der Hemmendorfer Kinder werden nicht vom Flecken übernommen, auch nicht übergangsweise. Sollte es Eltern geben, die keine Möglichkeit haben, ihr Kind zum Kindergarten zu fahren, werde über die Organisation eines Fahrdienstes durch Ehrenamtliche nachgedacht. „Wir werden keinen im Regen stehen lassen“, versicherte der Gemeindebürgermeister.

Nach Mitteilung der Kindergartenträger sind die übrigen Kindertagesstätten zum Beginn des Kindergartenjahres 2010/2011 voraussichtlich wie folgt ausgelastet: „Villa Kreibaum“ in Lauenstein mit 53 von 70 genehmigten Plätzen, St. Nicolai in Oldendorf: mit 54 von 60 genehmigten Plätzen, „Glück auf“ in Osterwald: mit 43 von 50 genehmigten Plätzen, „Kanstein-zwerge“ in Salzhemmendorf mit 54 von 60 genehmigten Plätzen und „Stoppelhopser“ in Wallensen mit 87 bei 87 genehmigten Plätzen. Da die Sonderöffnungszeiten im laufenden Kindergartenjahr gut angenommen werden, sollen sie auch im kommenden Jahr beibehalten werden.

Wegen zurückgehender Kinderzahlen war auch die Kürzung einer Kleingruppe in den Kindertagesstätten Lauenstein und Oldendorf im Gespräch. Da der Spielkreis Hemmendorf nach den Sommerferien nun nicht mehr betrieben wird, bleiben diese Gruppen bestehen.

Über eine Nachnutzung des Spielkreises Hemmendorf laufen bereits Gespräche mit der evangelischen Kirchengemeinde. „Im Gespräch ist eine Tagespflegestelle“, sagt Kempe. In dieser Einrichtung können Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren betreut werden. Die Betreuung hat familiären Charakter, ähnlich wie in der Großtagespflegestelle „Die Großfamilie“ in Salzhemmendorf. „Die Öffnungszeiten sind äußerst flexibel. Auch nur für wenige Stunden können die Kinder dort untergebracht werden.“

Für die Betriebsführung einer Tagespflegestelle braucht der Flecken Salzhemmendorf keinen Betriebskostenzuschuss zu zahlen. Im Gegensatz zum jetzigen Spielkreis. „Die Tagespflegestelle wäre für den Flecken kostenneutral“, so Kempe. Ein privater Betreiber könnte die in kirchlichem Eigentum stehenden Räume mieten und die Betreuung von qualifizierten Tagesmüttern durchführen lassen. Das Einzugsgebiet könnte bis nach Elze reichen.

Noch seien viele Fragen offen. „Ob diese Nachnutzung tatsächlich umgesetzt werden kann, müssen wir erst noch prüfen. Sie muss mit den anderen Aktivitäten, die wir im Gemeindehaus anbieten, vereinbar sein“, sagt Pastor Müller.



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