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Siebter Tag der Kulturen im Landkreis Hameln-Pyrmont lockt 3000 Gäste nach Coppenbrügge

Multikulti auf der Bühne in der Burg

Coppenbrügge. Es war, als sollte ein Zeichen gesetzt werden in und um die Burg der kleinsten Kommune des Landkreises, wo schon Zar Peter und die Kurfürstin Sophie vor über 300 Jahren feierselig auf Multikulti anstießen: die Aktualität des interkulturellen, vom Bürger mit hilflosem Entsetzen verfolgten Terrors der Welt, war auch beim „Tag der Kulturen“ allgegenwärtiges Gesprächsthema.

veröffentlicht am 29.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Gefeiert wurde mit rund 3000 Gästen trotzdem – mancher sagt „jetzt erst recht“ – ein lebendiges, buntes Fest und der Himmel gab der Botschaft mit strahlendem Sonnenschein recht: Friedliches, harmonisches Miteinander verschiedener Kulturen ist spannend, bereichernd und macht Spaß, wenn man nur miteinander spricht und sich kennenlernt, statt aneinander vorbeizugehen. Und dazu gab es reichlich Gelegenheit: Die Information am Stand des Ezidischen Kultur-Zentrums Hameln über die Verfolgung der religiösen Minderheit gerade aktuell durch die IS wird im persönlichen Gespräch anders erlebt als am TV-Bildschirm.

An den Ständen vom Arbeitskreis Ausländischer Kinder Hameln, dem Verein Arbeit und Integration Bad Pyrmont, der Amnesty International Gruppe Hameln und dem Migrationsrat, könne von Langeweile beziehungsweise wenig Zulauf nicht die Rede sein, sagt Murat Bas, der bei der noch jungen Interessenvertretung für Migranten Ansprechpartner für den Bereich Bildungsgerechtigkeit ist. „Und es kommen heute hier nicht nur Betroffene“, sagt er, „das allgemeine Interesse für unsere Arbeit ist riesengroß, was einfach gut tut!“ An diesem Nachmittag sprechen Türken mit Kurden, Moslems mit Vertretern der jüdischen Gemeinde, Inder mit Vietnamesen und alle mit Bürgern aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont. Es werden Vadei (gelbe Erbsen und Gewürze, püriert und fritiert) und Thunfischrollen bei den Tamilalayam nach Sri Lanka-Art genossen, Süßspeisen aus vietnamesischer Küche, Lahmacun natürlich und türkische Spezialitäten, Bier, Wein, Bratwurst aus Deutschland. Die internationale Rezeptbörse tuschelt auf Hochtouren. Und alles begleitet von hinreißenden Bühnenshows: Koreanischer und ukrainischer Chor, russische Musik und jüdische Lieder begeistern mit Stimm- und Klanggewalt, die Tamilalayam-Tänzerinnen lassen mystische Hindutempelmystik erahnen, alevitische (muslimische) die Feier der Ernte, das evfa Coppenbrügge bringt mit eigenem Gitarrenorchester ein ganzes Musical auf die Bühne.

„Wir feiern, was uns ausmacht in diesem Land“, sagt Landrat Tjark Bartels, „das ist die bunte Vielfalt im Miteinander und die macht stolz!“ Zusammenfügen, was zusammen lebt, brauche langen Atem, stellt Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka bei der Begrüßung fest. An diesem Tag ging es ganz schnell – zur Freude von Dr. Feyzullah Gökdemir und Sophie Münch von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe als Veranstalter.

2 Bilder
Schwere Melancholie liegt in den zarten Banduraklängen und den glasklaren Stimmen der ukrainischen Sängerinnen.

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