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Kindergartenerweiterungen teurer als erwartet / Kämmerer will Politik höhere Gebühren vorschlagen

Müssen Eltern bald tiefer in die Tasche greifen?

Salzhemmendorf (gök). Kommen auf die Einwohner des Fleckens Salzhemmendorf bald weitere Kosten zu? Der Gemeinde-Kämmerer Detlev Fessenbecker hält aufgrund der massiv gestiegenen Baukosten bei den Kindertagesstätten in Salzhemmendorf und Wallensen sowie der zu erwartenden Umbaukosten im Bereich Oldendorf/Osterwald eine Erhöhung der Betreuungskosten für die Eltern für möglich.

veröffentlicht am 10.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

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Bisher zahlen Eltern für eine Vier-Stunden-Regel-Betreuung in den Kindergärten 91 Euro mit einer Erhöhung bei entsprechend längerer Betreuungszeit, die bis 251 Euro pro Monat und neuneinhalb Stunden Betreuungszeit betragen kann. „Damit liegen wir im Vergleich mit anderen Kommunen schon am oberen Rand, allerdings haben wir hier auch schon sehr viel in die Infrastruktur investiert. Wie die Gemeinde sich dort zukünftig aufstellt, muss aber der Rat entscheiden. Vielleicht wollen die Politiker ja auch der Landflucht mit einem besseren Angebot entgegentreten, um die Familien hier in der Gegend zu halten?“

Einen entsprechenden Vorschlag von der Verwaltung im Zuge der Haushaltsberatungen gibt es noch nicht. Nach dem Vorliegen eines Konzeptes für die zukünftige Betreuung im Bereich Oldendorf/Osterwald und der Vorlage der Kosten für den Umbau könnte aber Bewegung in das Thema kommen.

Die letzten Arbeiten in den Kindergärten Salzhemmendorf und Wallensen/Thüste sind abgeschlossen. Monatelang haben Handwerker und Arbeiter des Bauhofs an den beiden Erweiterungen der Kindertagesstätten gearbeitet. Dadurch sind in der Gemeinde auch alltägliche Arbeiten liegen geblieben; beispielsweise Straßenschäden vom vergangenen Winter konnten nicht behoben werden.

Ursprünglich waren für die Anbauten der Kindertagesstätten in Salzhemmendorf und Wallensen/Thüste Kosten von 280 000 beziehungsweise 284 000 Euro angesetzt. Dafür sollte in beiden Einrichtungen jeweils mit einem Anbau sichergestellt werden, dass es ausreichend Räume für Bewegung, Personal und auch die Gruppenbetreuung gibt. Mittlerweile liegen bei der Gemeinde die Endkosten für die beiden Anbauten vor. Waren anfangs noch die genannten 564 000 Euro (gesamt) vorgesehen, sind die Kosten mittlerweile auf über 725 000 Euro sprunghaft angewachsen, was die Politiker aller Parteien mittlerweile ordentlich schlucken lässt. Zwischenzeitlich waren wegen zusätzlicher Brandschutzmaßnahmen, zentraler Warmwasserversorgung, Erneuerung von Fenstern oder einem größeren Wasser- und Stromanschluss die Kosten nach der Ausschreibung schon mit 348 000 Euro in Salzhemmendorf und 330 000 Euro in Thüste auf insgesamt 678 000 Euro angehoben worden. „Durch ein paar unvorhersehbare Maßnahmen während der Bauzeit wuchs der Betrag schließlich auf fast 362 000 Euro in Salzhemmendorf und gut 363 000 Euro in Thüste“, so Michael Paulessen von der Gemeindeverwaltung.

In dem Haushalt für 2012 hat die Gemeinde schon mal Anbaukosten in dem Kindergarten Oldendorf von 135 000 Euro berücksichtigt. Für die Gesamtmaßnahme zur Schaffung von U 3-Betreuung und eines Bewegungsraumes sind hier Gesamtkosten von 268 600 Euro in den nächsten zwei Jahren vorgesehen. Im Gemeinderat wurde bisher nur der Grundsatzbeschluss gefasst, dass die U3-Betreuung auch in Oldendorf durchgeführt werden soll. Über die Kosten wurde politisch noch nicht entschieden. Um entsprechende Fördergelder zu bekommen, müssen die Anträge bis Ende März vorliegen.

Durch die Sanierungsarbeiten wegen des maroden Daches sind die Räume des Kindergartens im Osterwalder Dorfgemeinschaftshaus noch die nächsten fünf bis sechs Jahre ausreichend. Pastor Wilhelm Meissner ist es für die Kirchen als Träger der Kindertagesstätten in Oldendorf und Osterwald wichtig, dass die Krippenbetreuung im Bereich Oldendorf und Osterwald bald umgesetzt wird: „Ein Konzept dazu wird derzeit zusammen mit den Fachausschüssen ausgearbeitet.“

Der Osterwalder Bürgermeister Torsten Hofer (SPD) sagte, dass sich zum Beginn des neuen Jahres ein Arbeitskreis zusammensetzen werde. Friedrich-Wilhelm Knust (CDU) ist sich sicher, dass die neue Mehrheitsfraktion ebenfalls den Anbau in Oldendorf befürwortet: „Dies sollte wegen der Förderanträge bis zum 31. März umgesetzt sein und schnell beraten werden.“ Karl-Heinz Grießner (SPD) bestätigte, dass die neue Mehrheitsgruppe im Rat bis zu der Haushaltsverabschiedung im Rat am 23. Februar ein Konzept hinsichtlich der Krippenbetreuung in Oldendorf/Osterwald ausarbeiten und in den Rat einbringen wird.

Den Grünen ist laut Karsten Appold Oldendorf als Standort auch im Hinblick auf die vorhandene Wirtschaft, wie etwa Logocos, sehr wichtig. Die Aktiven Bürger werden sich in den nächsten Wochen zunächst bei verschiedenen Bereisungen und Begehungen ein Bild von den Betreuungsplätzen vor Ort machen, ehe man sich Entscheidungen anschließt oder dagegenstimmt. „Wir sollten erst einmal jede Einrichtung sehen, ehe wir darüber mitentscheiden“, so Thomas Hampe.

Im Januar wird Michael Paulessen nun zusammen mit den Kindertagesstätten-Betreibern das Betreuungsangebot für das neue Kindergartenjahr ab Sommer 2012 besprechen. Im laufenden Kindergartenjahr hielt die Gemeinde zusammen mit den Kindergärten fleckenweit 276 Regelplätze und 30 Krippenplätze in Salzhemmendorf und Thüste vor. Während es bei den Regelplätzen in allen Kindergärten noch geringe Kapazitäten gibt, ist die Zahl der die Krippenplätze erschöpft. Eine Erhebung ergab, dass im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen Lauenstein, Oldendorf und Osterwald die höchsten Geburtenzahlen haben. In der Thüster Kindertagesstätte ist die Auslastung nach wie vor trotzdem sehr hoch, was auch in den flexiblen Betreuungszeiten von 7.30 Uhr bis 17 Uhr begründet sein könnte. Der demografische Wandel wird die Orte in den nächsten Jahren stark treffen. Thüste und Wallensen etwa haben in den letzten Jahren schon einige Einwohner verloren und nur noch 505 beziehungsweise 938 Bewohner. Ockensen dagegen hat in den letzten anderthalb Jahren um fünf Einwohner auf 208 zugelegt.

Der Anbau in Wallensen wurde gerade fertiggestellt.Fotos: gök



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