weather-image
27°

Mobile Versorgung trägt zum Klimaschutz bei

Coppenbrügge (ist). Die kommunalen Immobilien im Flecken Coppenbrügge sind nach Auskunft von Kämmerer Werner Menzel energetisch durchweg auf hohem Klimaschutzniveau. Der Beginn der Sanierungsarbeiten von Hallen- und Freibad (BHKW) als ausgewähltes innovatives Förderprojekt des Landes stehe bevor, eine Biogasanlage werde angedacht, die Prüfung zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik habe begonnen.

veröffentlicht am 07.04.2010 um 15:12 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

klima
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Coppenbrügge (ist). Die kommunalen Immobilien im Flecken Coppenbrügge sind nach Auskunft von Kämmerer Werner Menzel energetisch durchweg auf hohem Klimaschutzniveau. Der Beginn der Sanierungsarbeiten von Hallen- und Freibad (BHKW) als ausgewähltes innovatives Förderprojekt des Landes stehe bevor, eine Biogasanlage werde angedacht, die Prüfung zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik habe begonnen. Lösungsansätze für die Verringerung der CO2-Emmissionen durch den Individualverkehr sind in Coppenbrügge bereits im Februar auf die Straße gebracht worden. Der Kleinbusverkehr des öffentlichen Personennahverkehrs, Vorzeigeprojekt im Landkreis, ist eingerichtet und wird insbesondere auch von der Jugend genutzt. Nicht unerhebliches Energiesparpotenzial in den Dörfern bieten mobile Versorgungsangebote: Bäcker am Freitag, Schlachter am Donnerstag, Fischmann am Mittwoch, gern direkt vor der Haustür, gewinnen zunehmend unter dem Aspekt des Klimaschutzes an Bedeutung. Diskussion und Konkretisierung realistischer Maßnahmen zur Minderung der CO2-Emission im Flecken waren Programm und Ziel der zweiten Sitzung der kommunalen Arbeitsgruppe zum integrierten Klimaschutzkonzept für den Landkreis Hameln-Pyrmont im Dorfgemeinschaftshaus Brünnighausen.
Mit rund neun Tonnen Kohlendioxidemission pro Einwohner und Jahr (t/a) liegt der Landkreis Hameln-Pyrmont um deutliche zehn Prozent unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (10 t/a). Soweit lese sich die vom Klima-Bündnis e.V. Frankfurt erstellte Energie- und CO2-Ist-Bilanz gar nicht schlecht, informierte Dieter Frauenholz vom Büro Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung (KoRIS). Ganz besonders gesund und wenig klimabelastend atme es sich danach in den Gemeinden der Geringemittenten wie Coppenbrügge (8,7 t/a). Ursache sei jedoch vielmehr die ländliche Wirtschaftsstruktur als eine außergewöhnliche Energiesparsamkeit des Bürgers. Gerade beim Privatmann, so Frauenholz, gebe es viel Einsparpotenzial: Beim CO2-Ausstoß der Haushalte im Flecken würden mit 4,7 t/a pro Einwohner im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (2,7 t/a) besonders hohe Luftbelastungen registriert. Ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt (2,4 t/a) liegt die CO2-Emission im Verkehrsbereich mit 3,0 t/a. Der Heizölverbrauch des statistischen „Durchschnittscoppenbrüggers“ ist mit 11,8 Megawattstunden/Jahr mehr als dreimal so hoch wie der des statistisch durchschnittlichen Bundesbürgers (3,5). Und auch beim Benzinverbrauch (5,2 MWh/a) verweist der Coppenbrügger sowohl Landkreisbewohner (4,8) wie auch Bundesbürger (3,6) mengenmäßig auf die Plätze.
Ganz zuoberst im Fokus eines mittel- und langfristigen Maßnahmekatalogs zur CO2-Minderung, so das Fazit der Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, Energieversorgung, Wirtschaft, Handwerk und Vereinen, müssen folglich die Bereiche Haushalt und Verkehr stehen: Mehr bürgernahe Information über geeignete, praktisch umsetzbare Energiesparmaßnahmen rund um Wärmedämmung und alternative Heizungssysteme auf Basis regenerativer Energien wie Sonne und Holz sei notwendig, Förderung und Einsatz vernetzter Mini-Blockheizkraftwerke, Effizienzsteigerung durch Wärmepumpen sowie die Schaffung direkter Förderanreize durch den Bund wären angesagt. Der Handwerker vor Ort dürfe nicht nur Ansprechpartner mit technischem Know-how sein, sondern auch Vermittler von Fördermöglichkeiten. Denn Klimaschutz habe auch für den Privatmann seinen Preis, und der sei in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht eben leichter zu zahlen. „Was sich nicht direkt auszahlt“, fasst Hartmut Greve (SPD) unter Zustimmung aller Gruppenmitglieder zusammen, werde auf eine möglichst lange Bank geschoben mit wenig Chance auf Annäherung an die theoretisch mögliche Einsparung von 2,8 t/a (Frauenholz).
Energieautarke Wohngebiete, mit Wärmeversorgung durch Holz und/oder Blockheizkraftwerk seien in der Entwicklung, die Planung von Baugebieten mit zentraler Wärmeversorgung werde nicht ausgeschlossen, so Hans-Ulrich Peschka. Der Bürgermeister weist auf das energieautarke Dorf Dörpe mit Vorzeigecharakter hin und kündigt die Erfassung bestehender Solarenergienutzung sowie entsprechend geeigneter Dachflächen in Projektarbeit mit Schülern und Studenten an.
Das Klimaschutzkonzept für den gesamten Landkreis, so Frauenholz, wird bis Ende April fertiggestellt sein.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare