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Cajun Roosters in Lauenstein: Musiker mit Leib und Seele überzeugen ihr Publikum

Mitreißende Rhythmen ab dem ersten Takt

LAUENSTEIN. „Cajun Roosters“ präsentierte sich mit Vollblutmusikern. Das haben sie am Samstag im voll besetzten Saal des Lauensteiner Okal-Cafés schon bewiesen, lange bevor sie ihrem hellauf begeisterten Publikum den Song bieten, der einst so etwas wir der Grundstein zur Weltkarriere der Country-Ikone Johnny Cash war.

veröffentlicht am 08.10.2017 um 16:40 Uhr

Ein wahres Feuerwerk franko-amerikanischer Musik boten die „Cajun Roosters“ einem hellauf begeisterten Publikum. FOto: br
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Burkhard Reimer Reporter
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„Bitte, quäle sie nicht zu sehr.“ Ihre Stimme klingt fast flehentlich, als Bandchef Chris Hall das Instrument von Sängerin und Gitarristin Hazel Scott verlangt. Der Bandboss (Akkordeon und Gesang) braucht es für den „Folsom Prison Blues“. Michael Bentele (Bassgitarre), Ben Topley (Schlagzeug) und David Buyle (Violine), die übrigen Musiker der „Cajun Roosters“, verfolgen die Szene ebenso amüsiert wie das Publikum.

Nein, so viel ist sicher, Chris Hall wird die Gitarre nicht quälen, ebenso wenig wie er einem seiner Akkordeons, darunter ein etwas fremdartig wirkendes diatonisches und ein imposantes Instrument von Dino Bassetti, je etwas antun würde. Der Mann ist Vollblutmusiker – und darin stehen ihm die übrigen vier „Roosters“ in nichts nach. Das haben sie am Samstag im voll besetzten Saal des Lauensteiner Okal-Cafés schon bewiesen, lange bevor sie ihrem hellauf begeisterten Publikum den Song bieten, der einst so etwas wir der Grundstein zur Weltkarriere der Country-Ikone Johnny Cash war.

Dabei spielen die Cajun Roosters eigentlich gar keine Country-Songs. Vielmehr haben sie sich der ursprünglichen Musik der Bevölkerung Louisianas, der Menschen aus dem Bayou, verschrieben – und zwar mit Leib und Seele.

Das bekommt auch augenblicklich das Publikum zu spüren. Nahezu vom ersten Ton an springt der sprichwörtliche Funke zu ihm über und es klatscht begeistert mit. Hervorgerufen wird dieses beinahe willenlose Mitgehen zweifellos von den exzellenten Musikern einerseits, kaum weniger aber auch von den mitreißenden Rhythmen, die für den Cajun prägend sind.

Nicht ohne Grund ist vieles aus dem Cajun-Repertoire von Größen der Popmusik adaptiert und allgemein bekanntgemacht worden – wenn auch meistens in einer Form, die sich vom Ursprünglichen weit entfernt hat. Da können die „Roosters“ dann auch getrost auf Abgedroschenes wie „Jamablaya“ verzichten.

Auch wenn Gunnar Wiegand, Vorsitzender des Veranstaltervereins Lokalmusik e. V. und – nach eigener Aussage – „helfender Gatte“ von „Okal-Café“-Chefin Ewa Wiegand den Song in seiner Begrüßungsrede angekündigt hatte, wurde er keineswegs vermisst. Stattdessen rief ein von Hazel Scott französisch und a cappella vorgetragenes Liebeslied Beifallsstürme hervor, intoniert mit einer Stimme, die wahrlich nicht als „silberhell“ und „glockenrein“ bezeichnet werden kann, die aber mit ihren Kicksern und den plötzlich hoch aufsteigenden Tönen haargenau zur Grundart des Cajun passt.

Da lieferten sich, um ein weiteres Beispiel zu nennen, David Buyle und Chris Hall ein Fiddle-Akkordeon-Duell, dass den Zuhörern vor Spannung beinahe der Atem stockte. Und wenn Bassgitarre und Schlagzeug davor ein wenig in den Hintergrund rückten, so liegt das in der Natur dieser Musik. Gleichwohl hatten Michael Bentele und Ben Topley ihre Soli und so Gelegenheit, ihr hervorragendes Können unter Beweis zu stellen. Und das taten sie mit Bravour.

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