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KGS-Schüler qualifizieren sich für Endausscheidung des Chemiewettbewerbs in Berlin

Mit rohen Eiern bei „Formel Eins“ am Start

Salzhemmendorf (ist). Ein Gefährt zu konstruieren, das ein rohes Hühnerei unbeschadet 20 Meter weit transportieren kann – mit dieser Herausforderung nimmt eine KGS-Schülergruppe an der Endausscheidung des Chemiewettbewerbs „Formel Eins“ in Berlin teil. Die dafür nötige (chemische) Energie muss vor Ort erzeugt werden; Batterien und Brennstoffzellen sind nicht erlaubt; zudem muss das Fahrzeug in einen Schuhkarton passen und seine Lauffähigkeit filmisch bewiesen werden.

veröffentlicht am 04.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

Für das Projekt ist Detailarbeit gefragt.
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Salz auf dem Ei ist beliebte Genussoptimierung des weich gekochten Frühstückserlebnisses. Salz im Modelleisenbahnwaggon hinter dem rohen Legehennenprodukt, das in Kombination und Reaktion unter anderem mit Eis, heißem Wasser, Zucker, Alufolie und PU-Schaum Temperaturunterschiede zur Energiegewinnung nutzt und das Ei ohne Trafo und Batterie über H0-Schienen behutsam durch den KGS-Schulflur transportiert, ist dagegen kein Sonderservice der schulischen Cafeteria. Auch keine Erweiterung der legendären KGS-Modelleisenbahnanlage. Sondern innovative Chemie und Physik. Timon Steinhoff, Nels Appold und Sascha Geisler, alle drei Chemie-Leistungskursschüler des Jahrgangs 11, ist es gelungen, sich mit ihrem Projekt „Halbleiter“ für die Endausscheidung der besten sechs Gruppen in Berlin zu qualifizieren.

„Wir verwenden als Antriebsquelle Peltier-Elemente und Halbleitermaterialien, die die Fähigkeit haben, aus dem Temperaturunterschied zwischen möglichst großer Wärme und Kälte einen konstanten Strom zu erzeugen, der den Zug antreibt und das Ei heil in den Zielbahnhof bringt – ein Verfahren, das auch in der Raumfahrt und Automobilindustrie zur Energieeinsparung Anwendung findet“, erklärt Timon. Gemeinsam mit der Unterstützung von Chemielehrer und Leistungskurs-Leiter Dr. Helmut Burdorf sowie Physiklehrer Reinhard Foremny ist der physikalisch-chemische Ei-Transport seit dem Sommer des vergangenen Jahres in weit mehr als 60 Stunden über den normalen Unterricht hinaus entwickelt worden.

Für den Endausscheid am kommenden Mittwoch sind die „Halbleiter“ vom Wettbewerbsausrichter, der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. für zwei Tage nach Berlin eingeladen. Am Vormittag wird eine Jury unter anderem aus Professoren verschiedener Universitäten und des Max-Planck-Instituts die Preisträger ermitteln. Am Nachmittag werden alle Finalisten Gast bei der deutschen Auftaktveranstaltung des Internationalen Jahres der Chemie sein, das von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet wird. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die Preise für die besten Teams vor großem Publikum aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft überreicht. Es gebe keine Preise mit hoch bezifferten Schecks oder Reisen, sondern Zertifikation von „Ruhm und Ehre“, so Dr. Burdorf, in den Kategorien „Energiebereitstellung/-speicherung“, „Moderne Materialien“ und „Nachhaltigkeit“. Für den Innovationspreis, meint Timon, stünden ihre Chancen nicht schlecht. Was, wie bei ihrem Projekt, auch bei BMW gerade erstmalig eingesetzt worden sei, könne so schlecht nicht sein. Jedenfalls freuen sich die drei Schülerchemiker, in deren beruflichen Zukunftsplanungen selbstverständlich auch die Chemie eine Rolle spielt, mit nicht geringer Aufregung auf Gespräche mit der Fachwelt – möglicherweise sogar wohlwollender Anerkennung ihres Physik-Chemie-Kombimodells durch die Physikerin Dr. Merkel.

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Und wenn auch ihr KGS-Ei bei der Generalprobe unter gespannter Beobachtung zahlreicher Schüler und Lehrerkollegen im Schulflur die Endstation nicht erreichte – „es bleibt uns noch ein ganzes Wochenende Zeit“. Für eine gelungene Präsentation könne eine schlechte Generalprobe nur wünschenswert sein – das gelte auch für Chemiker.

Über das Wochenende werden sie noch an den Gleisen tüfteln müssen: Timon Steinhoff, Nels Appold und Sascha Geisler (von links).

Foto: ist



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