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Podcasts stehen ab sofort bereit

Mit markanter Stimme im Ohr durch den Ith

Coppenbrügge (ist). „Im Teufelsbruche von Bisperode und im Wiedbruche von Bessingen tanzten früher in den Sommer- und Herbstnächten die Elben…“ Nach einer schlichten Folge vereinzelter Klavieranschläge, die Spannung aufbauen, beginnt die markante Stimme zu erzählen. Man schaut genauer hin im Unterholz, fröstelt ein wenig. „…und wer sich von ihrer Schönheit locken ließ und hinzukam, den zogen sie ins zitternde Moor, in ihr feuchtes und unterirdisches Reich.“ Geflüster hinter der Stimme. „Oft sah man ihre Lichtgestalten hüpfen und springen und warnte vor den Elben im trügerischen Moor.“ Von Ferne ein gedämpftes, dunkles Streichorchester… „Noch um 800 war die ganze Remteniederung ein riesiges Sumpfgebiet, durch das Karl der Große einen Knüppeldamm, den jetzigen Steinweg, legen ließ. Die Bezeichnung Teufelsbruch, die die Priester den Sümpfen beilegten, konnte den Glauben an die Elben Jahrhunderte hindurch nicht ganz vernichten.“ Lars Eickstädt senkt die Stimme, die Celli klingen sanft aus; man kann die Ohrstöpsel vom MP3-Player oder Smartphone aus dem Ohr nehmen. Wandern durch Wald und Felsformationen des geheimnisumwobenen Ith, der die Menschen seit Generationen Geschichten von Göttern und Sagen erfinden ließ, ist ab sofort nicht mehr nur eine Sache für die Füße. Aus uralten Chroniken haben die Dorfgemeinschaften am Ith über Jahre Material für Hörstücke aus der Sagen- und Götterwelt zusammengetragen, die nun an Ort und Stelle ihres Entstehens erwandert, dabei angehört und nachempfunden werden können. Der Erlebnisweg „Sagen und Götter“ steht vor seiner Vollendung – für den guten Ton und das Gruseln übers Ohr steht Lars Eickstädt, Mitarbeiter im Rathaus Coppenbrügge, mit ausdrucksstarker Stimme und nach vielen Stunden im Tonstudio bei der Erstellung der Podcastdateien. „Bei der Sage von den Elben im Teufels- und Wiedbruch – da würde tatsächlich selbst ich, der die Geschichte ja nun nach stundenlanger Arbeit im Studio kennt, nicht gänzlich angstfrei sein, womöglich in den Sumpf gezogen zu werden, wenn ich da vorbeilaufe“, schmunzelt er. 28 Sagen, historische Begebenheiten und Informationen von durchschnittlich anderthalb Hörminuten, hat er eingelesen, Hintergrundgeräusche wie Wind und Flüstern eingearbeitet, Musik komponiert, „rumprobiert, rumgespielt“, um eine dichte Atmosphäre zu schaffen. „Möglichst professionell sollte es sein“ – außerordentlich beeindruckend sei es geworden, lobt die Lokalpolitik. Podcasts auf 33 Kilometer Wanderwegen mit Wegstrecken zwischen 1,5 bis 11 Kilometern durch den einzigartigen Ith, 17 großformatigen Wandertafeln, Bildern von der Malgruppe „BispArt“ – „das ist schon ein außerordentlich gelungenes Tourismusprojekt mit Zukunft unserer Ith-Dorfgemeinschaften“, sagt Achim Küllig (CDU) unter ungeteilter Zustimmung bei der Abschlusspräsentation im Ausschuss für Kultur, Soziales und Tourismus. „Die endgültige Version der Podcasts ist ab sofort im Internet auf der Homepage www.ith-sagen.de zu hören. Mit einem Smartphone kann der QR-Code eingelesen und, sofern mit dem Internet verbunden, die Internetseite mit den Sagen aufgerufen werden“, teilt Gustav Gerken als leitender Koordinator des Projektes mit. Außerdem lägen ab sofort im Rathaus, im Museum und auf dem Campingplatz mit den Dateien bespielte MP3-Player zum Ausleihen bereit, ergänzt Eickstädt. Gleichzeitig gehe ein Flyer mit Übersichtskarte in den Druck. Darin sind die jeweiligen Orte, an denen die Sagen spielen, gekennzeichnet und nummeriert – „damit man sich an den richtigen Stellen gruselt“.

veröffentlicht am 30.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

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