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Bundesweites Bildungsprogramm als Pilotprojekt an der KGS Salzhemmendorf

„Meinungen und Gedanken zulassen“

Salzhemmendorf. An der KGS Salzhemmendorf startet erstmals ein bundesweites Bildungsprogramm als Pilotprojekt. In Begleitung des Schulkoordinatoren betreuen Studenten den Wahlpflichtkurs „Dialog macht Schule“.

veröffentlicht am 12.01.2017 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 18:40 Uhr

Reflektion ist einer der Punkte, den die Schüler lernen sollen. Foto: PR
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SALZHEMMENDORF. „Das hätten wir uns in unserer Schulzeit auch gewünscht“, so die einhellige Meinung der Studierenden, die vor nicht allzu langer Zeit noch selbst die Schulbank gedrückt haben. Teresa, Lara, Franziska und Lars studieren im dritten Semester und sind seit Beginn des neuen Schuljahres als Dialogmoderatoren in der KGS Salzhemmendorf im Einsatz. In Begleitung des Schulkoordinatoren Samet betreuen sie jeweils als Tandem einmal wöchentlich den Wahlpflichtkurs „Dialog macht Schule“. Das bundesweite Bildungsprogramm „Dialog macht Schule“ wird im Rahmen des Programms „Demokratie Leben“ gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Robert Bosch Stiftung und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Ziel dieses Projektes ist es, die Persönlichkeitsentwicklung, politische Bildung und die demokratische Handlungsfähigkeit der Schüler zu fördern. Vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse soll ein differenzierter Umgang rund um Identität, Religion, Zugehörigkeit und Gesellschaft erprobt werden. Im Vordergrund stehen die Vielfalt der Gesellschaft und die kritische Reflexion verschiedener Haltungen, wie Rassismus und Diskriminierung.

Dafür werden Studierende zu Dialogmoderatoren ausgebildet und fachlich betreut, um anschließend Jugendliche zwei Jahre lang im Rahmen des Regelunterrichts zu begleiten. Über diesen Zeitraum bauen die Dialogmoderatoren eine Beziehung zu den Schülern auf. Gemeinsam werden soziale Kompetenzen erweitert und neue Wege der gewaltfreien Konfliktbewältigung erkundet. Die Schüler werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und erfahren sich selbst als aktive Akteure in der Gesellschaft.

Ein Besuch der beiden Dialoggruppen vor Ort zeigt den Unterschied zum herkömmlichen Schulunterricht: Zwei Studierende begleiten jeweils zehn Schüler. Mehr sollen es nicht sein. Starre curriculare Vorgaben, also Lehrpläne, gibt es nicht. Auf die Schülerschaft kann ganz individuell eingegangen werden.

Im Stuhlkreis der ersten Dialoggruppe wird über Homosexualität gesprochen. Viele Fragen tauchen auf, beispielsweise was unter Partnern gleichen Geschlechts erlaubt beziehungsweise verboten sein sollte, wie es mit der Ausgrenzung beziehungsweise Diskriminierung oder gar Strafverfolgung aussieht, die zu einem regen Austausch unter den Schülern führen. Schnell wird zudem klar, dass die Meinungen auseinandergehen. Auf gezieltes Nachfragen des Studententandems sollen die Schüler dazu animiert werden, ihre Standpunkte mit Argumenten zu stützen.

„Meinungen und Gedanken zulassen und ernst nehmen, ist das Ziel von Dialog macht Schule. Wir wollen nicht nur die Themen und damit auch Sorgen und Probleme der Schüler auf einer vertraulichen Basis besprechen, sondern jeden Einzelnen dazu ungebremst zu Wort kommen lassen, um eine wertschätzende, respektvolle Gesprächs- und Diskussionskultur zu gestalten und zu fördern“, so Franziska. Gleichzeitig sollen die Jugendlichen lernen, andere Perspektiven einzunehmen. Über Rollenspiele erproben sie die Übernahme verschiedener Haltungen und müssen diese glaubhaft vermitteln. Immer wieder kommt es zu kritischen Reaktionen und die Schüler kommen ins Grübeln und reflektieren.

Im Kurs nebenan geht es, auch im Stuhlkreis, um selbstbewusstes Präsentieren. Die Siebtklässler stellen sich gegenseitig vor, mit den Themen, die sie beschäftigen und geben sich gegenseitig wertschätzende Rückmeldung. Aktuelle Ereignisse, wie die Gewalttat in Hameln, in der eine Frau mit dem Strick hinter einem Pkw gezogen wurde, werden hier eigeninitiativ von der Schülerschaft eingebracht und besprochen.

Begleitet wird das Bildungsprogramm, das bundesweit mit Salzhemmendorf erstmalig im ländlichen Raum pilotiert wird, von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe beim Landkreis und dem Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen Hannover. Der Lionsclub Hameln ist an der finanziellen Förderung des Projektes beteiligt.

Info: www.dialogmachtschule.dered



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