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Zu Hause beim CDU-Landratskandidaten Dr. Stephan Walter in Apelern / Küche als Thing

„Meine größte Stärke ist mein Humor“

Apelern. „Ankommen, bei mir selbst sein – das ist nach Hegel Freiheit“, sagt Dr. Stephan Walter im abendlichen Sonnenschein auf der Terrasse. Nanu! Ausgerechnet ein Christdemokrat zitiert den deutschen Philosophen, der insbesondere Karl Marx nachhaltig geprägt hat? „Niemand ist von Hegel unbeeinflusst“, erwidert der Landratskandidat der CDU: „Mein Zuhause ist, wo ich ich bin, wo ich mich geborgen fühle und wo ich alles andere abstreifen kann. Zuhause ist meins.“

veröffentlicht am 11.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:05 Uhr

Dr. Stephan Walter mit Ehefrau Ulrike sowie den Kindern Charlotte und Phillip
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite
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Der Butte-Herausforderer lebt mit seiner Familie – Ehefrau Ulrike sowie den Kindern Victoria (17), Phillipp (14) und Charlotte (12) – in Apelern, einer kleinen Gemeinde im Auetal und elf Kilometer von der Kreisgrenze zu Hameln-Pyrmont entfernt. Münchhausenring lautet die postalische Anschrift, doch Walter legt Wert darauf, dass er ansonsten mit dem Lügenbaron aus Bodenwerder nichts gemein habe. Auf dem riesigen Vorhof seines Hauses parken zwei Renaults – ein Laguna und ein Clio, beide älteren Baujahres. Und derzeit auch ein VW Käfer. Mit seinem „Herbie“ eilt der Kandidat von Wahlkampftermin zu Wahlkampftermin.

Das Heim der Walters, im Jahre 1997 erbaut, mit modernen und antiken Möbeln bestückt, liegt idyllisch im Grünen. 200 Quadratmeter Wohnfläche stehen auf dem 1400 Quadratmeter großen Grundstück zur Verfügung. Um den Garten kümmert sich der Hausherr meist selbst. „Im Moment zwar weniger, aber ich habe die Terrasse gebaut, beschneide die Bäume, fege Laub und dünge auch den Rasen“, betont der Historiker nicht ohne Stolz. Ob das alles so stimmt? Seine Frau und die beiden jüngsten Kinder sagen vorsichtshalber nichts.

Es wird viel gelacht im Hause Walter. „Meine größte Stärke ist mein Humor“, bekennt der gebürtige Stadthäger. Kommt er nach Feierabend in sein Eigenheim, „lege ich die Schlüssel immer an die gleiche Stelle und ziehe mich um. Lockere Freizeitkleidung“. Dann schaut er nach der Post und in die Zeitung. „Bevorzugt Dewezet“, fügt er hinzu.

Viel Zeit verbringt Walter in seinem Arbeitszimmer, dessen Eingangstür von innen ein Wahlplakat mit seinem Konterfei ziert. Dort liest er, bereitet Vorträge vor, surft im Internet. „Im Netz nehme ich auch gern an wissenschaftlichen Diskussionen teil. Was ich sehr intensiv verfolge, ist mein Fachgebiet: Junghegelianische Philosophie – wo ist der Demokratiegedanke das erste Mal gedacht worden?“ Walter weiß es und schickt die Antwort gleich hinterher: „Bei den Mainzer Jakobinern im Anschluss an die Französische Revolution. Der Ursprung unserer Staats- und Lebensform. Das hat mir alle Chancen im Leben eröffnet. Dafür bin ich sehr dankbar“, bekennt der Gastwirtssohn, der beim Servieren im elterlichen Wirtshaus seine heutige Ehefrau kennenlernte.

Von seinem Vater hat er sein Hobby übernommen; das Sammeln schottischer Whisky- und französischer Weinetiketten. „Mein Herr Vater hatte die größte Sammlung der Welt. Das setze ich in seinem Sinne fort und bin dadurch inzwischen ein richtiger Whisky-Experte geworden“, sagt der 52 Jahre alte Sohn. Reich allerdings kann er damit nicht werden: „Das hat nur einen ideellen Wert.“

Neben gemeinsamen Fernsehabenden („Am liebsten sehe ich ‚Schlag den Raab‘ – das ist ohne Gewalt und ohne Grabbelei wie bei ‚Wetten, dass‘“) steht bei Familie Walter das Spielen hoch im Kurs. Dementsprechend stapeln sich die Gesellschaftsspiele auf dem rustikalen Schrank im Wohnzimmer: Monopoly, Mensch ärgere Dich nicht („mein Lieblingsspiel“), Scottland Yard und wie sie alle heißen. „Nur Karten spiele ich nicht. Das hat mein Vater damals verboten. Er wollte es in seiner Gaststätte nicht. Zwar sehr ungewöhnlich, aber da ist was hängengeblieben“, sagt der bekennende Familienmensch: „Auch unsere Mütter, die Omas, sind oft bei uns zu Hause. Wir haben untereinander alle ein sehr enges und gutes Verhältnis, sind so etwas wie ein Clan.“ Walter führt diesen Zusammenhalt auf die seit 1870 familiengeführte „Gasthaussituation“ zurück: „Das war keine Kneipe, sondern mehr eine Stammburg auf dem Bückeberg. Und zwar, bis sie vor 15 Jahren verkauft worden ist.“ Noch heute zieren unzählige Fotografien aus der Historie dieses Gasthauses nebst Familienmitgliedern Flur und Arbeitszimmer im lichtdurchfluteten Hause Walter.

Wochentags trifft sich die gesamte Familie abends in der Küche zum Essen. „Die Küche ist auch unser Thing; unser Versammlungsplatz. Da wird alles besprochen, was die Familie betrifft und was für uns von Bedeutung ist.“ Am Wochenende wird dort zweimal gegessen. „Das Frühstück fällt dann aber aus, weil ich nun mal gerne lange schlafe“, berichtet das Familienoberhaupt, das jedoch eigenen Bekundungen zufolge das Kochen scheut: „Das mache ich überhaupt nicht.“ Viel lieber liest er. „Das hier ist das Haus der Bücher“, sagt der Kandidat, als er in seinem Arbeitszimmer am Laptop sitzt, um seine Mails zu checken. Es ist nicht zu übersehen.



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