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Bürgerumfrage zur Entlastungsstraße in Salzhemmendorf / Stenger fordert Stellungnahme des Rates

Mehrheit für Ortsumgehung

Salzhemmendorf. Mit 352 Einwohnern befürwortet eine große Mehrheit von 444 Befragten den Bau einer Umgehungsstraße, die besonders die Ortsteile Hemmendorf, Oldendorf und Benstorf entlasten soll. Repräsentativ ist die Umfrage zur Ortsumgehung zwar nicht, aber sie vermittelt laut Initiatoren ein Stimmungsbild.

veröffentlicht am 12.04.2016 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Salzhemmendorf. Mit 352 Einwohnern befürwortet eine große Mehrheit von 444 Befragten den Bau einer Umgehungsstraße, die besonders die Ortsteile Hemmendorf, Oldendorf und Benstorf entlasten soll. Repräsentativ ist die Umfrage zur Ortsumgehung im Bereich Salzhemmendorf nicht, aber sie vermittelt zumindest ein Stimmungsbild: Initiator der Umfrage anlässlich der Gewerbeschau in Salzhemmendorf war die Bürger- und Wählergemeinschaft. „Ein eindeutiges Signal“, so bewertet ihr Fraktionsvorsitzender Udo Stenger das Ergebnis. Allerdings: Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Ortsumgehung zwar gelistet, wird aber in der Kategorie „Weiterer Bedarf“ als nicht so dringlich bewertet. Nun beantragt Stenger, dass der Rat sich bei der Sitzung am 21. April mit dem Thema befasst, um eine Stellungnahme zu dem Bauprojekt zu verabschieden. Ziel: Dieser Lückenschluss müsse früher als geplant gebaut werden.

Ursprünglich wollte die Verwaltung laut früherer Ratsentscheidung bis Ende des Jahres eine Informationsveranstaltung zum Stand der Planungen durchführen. Nun ist dieser Termin für nächsten Montag geplant, da inzwischen der Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes vorliegt. Nur bis zum 2. Mai besteht die Möglichkeit, Stellungnahmen zu den Projekten abzugeben.

Ein Meinungsbild – nicht mehr und nicht weniger, wollte Stenger haben. Er wisse, dass es in den betroffenen Ortsteilen eine sehr differenzierte Stimmungslage bei Befürwortern und Gegnern einer Umgehungsstraße gebe. „Es ist nicht meine Aufgabe, das festzulegen“, sagt der Fraktionsvorsitzende und der im Ortsteil Salzhemmendorf wohnend weder Vor- noch Nachteile durch eine Ortsumgehung habe. „Die Bevölkerung muss sagen, was ihr wichtig ist.“

Notar Christopher Nagel (li.) und Udo Stenger zählen die Stimmen aus.

Mit 250 Einwohnern habe er gerechnet, die sich an der Umfrage beteiligen würden. Dass es aus seiner Sicht schließlich so viele gewesen seien, werte er als „phänomenal“. Auch die Gespräche seien sehr aufschlussreich gewesen. In Hemmendorf hätten sich 98 Befragte dafür ausgesprochen, dass die Umgehung schnellstmöglich gebaut werde, 12 stimmten dort für die Aussage, dass sie so spät wie möglich kommen solle. Mehrheiten auch in Oldendorf (77 zu 5) und Benstorf (87 zu 2), laut Stenger überraschenderweise ebenso in Osterwald, wenn auch nicht ganz so eindeutig (35 zu 12). Das Bergdorf, so der Fraktionsvorsitzende, habe schließlich keine direkten Vorteile. Die Umgehungsstraße – erste Pläne für das Neubauprojekt zwischen Marienau und Mehle mit einer Länge von 5,5 Kilometern bei kalkulierten Gesamtkosten von knapp 20 Millionen Euro sind bereits im Internet einsehbar – würde relativ dicht an Osterwald entlanglaufen.

Stenger räumt aber ein, dass sich einige Bewohner durchaus kritisch mit dem Thema auseinandersetzen würden. „Mit der Umgehungsstraße wird das letzte Stück Natur für uns und unsere Nachfahren vernichtet“, zitiert er aus einer Stellungnahme von drei Familien aus Oldendorf und Osterwald. „Das ist einfach unverantwortlich.“

Unterdessen ist aus dem Rathaus zu erfahren, dass eine Informationsveranstaltung zum Bundesverkehrswegeplan am Montag, 18. April, vorgesehen sei. Ein Vertreter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wird nähere Erläuterungen zum Entwurf geben, wie es in der Einladung heißt. Die öffentliche Versammlung beginnt um 19 Uhr in der Gymnastikhalle des Dorfgemeinschaftshauses Osterwald.

Das allein reiche ihm aber nicht, sagt Stenger. Es seien Resolutionen zur Bahntrasse und zu Südlink verabschiedet worden. „Eine Informationsveranstaltung ist aber noch kein Votum“, fordert der Kommunalpolitiker nun auch ein eindeutiges und rechtzeitiges Votum des Rates.



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