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Oldendorf muss sich gedulden und fordert Fahrbahnverengungen

Mehr Verkehr – aber keine Umgehung

HEMMENDORF/OLDENDORF. Für Thomas Hampe, Ortsbürgermeister von Oldendorf, hat „das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße 1 in der subjektiven Wahrnehmung in jüngster Vergangenheit zugenommen“. Um so enttäuschender ist es für die Oldendorfer, dass die erhoffte Ortsumgehung auf absehbare Zeit nicht realisiert wird.

veröffentlicht am 16.10.2017 um 17:07 Uhr
aktualisiert am 18.10.2017 um 13:22 Uhr

Die Ortsdurchfahrt in Oldendorf. Zur Temporeduzierung wurde wiederholt eine Verengung der Fahrbahn gefordert. Foto: Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Wolfgang Kapa vom Fachdienst Bau des Fleckens Salzhemmendorf gab den Kommunalpolitikern jetzt nach eingehenden Recherchen diese Auskunft: Es ist derzeit nicht abzusehen, wann und ob die Planungen zu einer Ortsumgehung der B1 überhaupt innerhalb des bis 2030 reichenden derzeitigen Planungshorizontes des Bundesverkehrswegeplanes begonnen werden können.

Die Neutrassierung der Bundesstraße 1 und die Platzierung des Vorhabens im Bundesverkehrswegeplan waren bereits mehrfach Thema in den politischen Gremien des Fleckens Salzhemmendorf. Aufgrund des nun beschlossenen Sachstandes der Planungen bis 2030 legte Bauamtsleiter Wolfgang Kapa nun einen aktuellen Sachstandsbericht vor.

Danach ist im mittlerweile beschlossenen Bundesverkehrswegeplan 2030 die Neutrassierung der B 1 von südlich Marienau bis südwestlich von Mehle in die Kategorie „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft worden. „Das bedeutet, dass das Land Niedersachsen theoretisch die Planungsmöglichkeit hätte“, so Wolfgang Kapa vom Fachdienst Bau im Flecken Salzhemmendorf. Im Landkreis zuständig für diese Baumaßnahme ist die Geschäftsstelle Hameln der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Wegen der begrenzten Personalkapazitäten müssen bei der Geschäftsstelle jedoch Prioritäten gesetzt werden. Die Maßnahmen des „vordringlichen Bedarfs“ werden daher mit Vorrang bearbeitet, schildert Kapa: „Erst wenn diese abgearbeitet sind, kommen die nachfolgenden Projekte an die Reihe“ – und für die wird zu gegebener Zeit ebenfalls eine Reihenfolge festgelegt. Wolfgang Kapa: „Bis es soweit ist, werden erfahrungsgemäß etliche Jahre vergehen.“ Für Thomas Hampe eine unbefriedigende Auskunft. Schon mehrfach habe die Gemeinde Geschwindigkeitsmessungen an der Bundesstraße vorgenommen. Mit dem Ergebnis, dass vielfach zu schell gefahren wird. Außerdem habe es schon diverse Verkehrsschauen gegeben – wenn auch mit dem Resultat, dass keine Verkehrsschwerpunkte festgestellt worden sind, erinnert sich Hampe. Dabei sind es für Oldendorfs Ortsbürgermeister nicht die tatsächlichen Unfälle, die zu berücksichtigen sind; und von Beinahe-Unfällen sei ihm schon genügend berichtet worden. Deshalb wurden von den Oldendorfern schon wiederholt Verengungen in den Ortsdurchfahrten zur Temporeduzierung gefordert, berichtet Hampe. „Aber da wurden immer wieder Argumente dagegen angeführt.“ In diesem Zusammenhang verwundere es aber schon, dass Fahrbahnverengungen im Nachbarlandkreis Hildesheim in den Ortsdurchfahrten durchaus möglich seien, so Oldendorfs Ortsbürgermeister.

Hemmendorfs Ortsbürgermeister Friedrich Lücke indes wünscht sich zur Verkehrsberuhigung eher regelmäßige Tempo-Blitzerkontrollen in der Ortsdurchfahrt. Von Straßenverengungen hält er weniger, da sie zum einen schwer durchsetzbar seien, zum andern durch haltende Fahrzeuge die Lärm- und Stickoxid-Belastungen nur noch steigen würden.

Auch Lücke erklärt, eine Steigerung des Verkehrsaufkommens auf der B 1 in den vergangenen eineinhalb Jahren festgestellt zu haben. Vor allem osteuropäische Brummis, deren Zahl deutlich gestiegen sei, würden die Ortsdurchfahrt dichtmachen. Er vermutet Mautflüchtlinge und Fahrer, die sich möglicherweise erhoffen, Lenkzeitkontrollen zu entgehen.

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