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… und drei singende Flugbegleiterinnen, die begeistern: „Beatles an Bord“ auf der Osterwaldbühne

Maschine schrottreif, Pilot betrunken

Osterwald. Wer mitfliegen will, braucht starke Nerven und einen treuen Schutzengel. Passagiere mit Flugangst sollten sich vor dem Start einen Beruhigungsdrink gönnen, denn der Flug von Hannover nach Paris wird zu einer Odyssee in der Luft. Erst recht die Landung.

veröffentlicht am 09.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

von Christiane Stolte
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Die Maschine, eine Tupolew, Baujahr 1964, ist schrottreif, der betrunkene Pilot hat sich verflogen und der Co-Pilot ist verschwunden. Die Triebwerke fallen aus, die Rettungswesten entpuppen sich als Kinder-Schwimmwesten und die Anschnallgurte sind marode. Turbulenzen ohne Ende. Zum Glück bleiben die drei französischen Flugbegleiterinnen gelassen. Mit Galgenhumor und verführerischen Tanzeinlagen halten sie die Passagiere bei Laune. Als bestes Rezept gegen Flugangst erweisen sich jedoch die Beatles-Hits, mit denen die drei tollkühnen Frauen in der fliegenden Kiste die Gäste ablenken.

Die Passagiere sind in dem Fall die Zuschauer im Studiotheater Osterwald. Der gemütliche, mit knapp 80 Sitzplätzen ausgestattete Raum war vom Team der Osterwaldbühne für das Winterstück „Beatles an Bord“ in ein Flugzeug verwandelt worden. Die Premiere der insgesamt zehn Aufführungen fand am Freitagabend statt. Mit dem ungewöhnlichen Stück hatte sich die Osterwaldbühne auf ein Abenteuer eingelassen. Fazit: Eine Bruchlandung gab es nicht. Im Gegenteil: Das begeisterte Publikum genoss den turbulenten „Flug“ und bedankte sich am Ende mit tosendem Applaus.

Jeder „Passagier“ wurde von den Flugbegleiterinnen am Eingang charmant mit französischem Akzent begrüßt und zum Platz begleitet. Mancher Fluggast bekam auch eine kleine Rolle zugeteilt – Torsten Schulte beispielsweise, stellvertretender Landrat, hatte eine „tragende“ Rolle: Er musste während der Vorstellung ein Tablett halten.

„Beatles an Bord“, ein Stück aus der Feder des Schauspielers Enrique Keil, ist ein Mix aus Comedy und Musical – vom Autor kurz „Comedycal“ genannt. Auf der Bühne zu sehen sind lediglich drei Darstellerinnen – Babette (Alexandra Breutmann), Jeanette (Vivian Reifurth) sowie Raclette (Anja Machens). Der betrunkene Pilot bleibt unsichtbar, nur seine Stimme ist zu hören. „Das ist neben der Spielleitung mein Part“, sagt Achim Schrader. Der Co-Pilot bleibt zwar auch mucksmäuschenstill, lässt zwischendurch jedoch seine Hand aus einem Schrank baumeln – zum Entsetzen der Flugbegleiterinnen und der Passagiere.

Das witzige „Drei-Frauen-Stück“ vor immer gleichbleibender Kulisse wird von den Darstellerinnen hervorragend und schwungvoll in Szene gesetzt. Großartig sind ihre Beatles-Songs, großartig sind ihre kessen Tanzeinlagen, großartig ist ihre schauspielerische Leistung, die ihnen lange Texte abverlangt. „Das Abenteuer ist gelungen“, freut sich Marc Telgheder, der stellvertretende Vorsitzende des Bühnenvereins, am Ende des Stückes. Achim Schrader, der erstmals als Spielleiter fungiert, habe mit seinen „drei Mädels“ eine super Leistung vollbracht.

Sämtliche Vorstellungen sind ausverkauft. Da hin und wieder jedoch Karten zurückgegeben werden, meist aufgrund des Wetters, lohnt sich eine Anfrage unter 05153/96069.

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