weather-image
15°

Leader-Projekt abgeschlossen: Beteiligte Bürger stellen ihre „Geschichtspunkte“-Flyer vor

Manche Überraschung aus der Heimat entdeckt

Einer von insgesamt elf Ortsspaziergängen – die Reihe trägt den Namen „Geschichtspunkte“.

veröffentlicht am 08.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

270_008_4229434_lkcs102_09.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Salzhemmendorf (haf). Offensichtlich war etwas schief- gelaufen im Salzhemmendorfer Rathaus. Der kleine Ort Levedagsen am Thüster Berg war „abgehängt“ worden. Man hatte ihn womöglich vergessen, als man das Material für die Dorfrundgänge der anderen Salzhemmendorfer Ortsteile zusammenstellte und druckfertig machte. Es handelt sich dabei um ein spezielles Leader-Projekt, gefördert mit Mitteln der EU, das sich unter der Regie des Fachbereichsleiters in der Verwaltung, Clemens Pommerening, sowie historisch und technisch betreut von Dr. Olaf Grohmann in der Realisierungsphase befand. In zehn Ortsteilen hatten sich Arbeitsgruppen engagierter Bürger zusammengefunden und Rundgänge durch ihre Dörfer ausgearbeitet.

Nun also machte sich Martina Grohmann, die Ehefrau des projektbegleitenden Historikers, noch schnell auf den Weg in den ganz kleinen Ort, von dem sie bis dahin noch nie etwas gehört hatte, um ihn zu entdecken und zu beschreiben.

„Ich bin die Arbeitsgruppe Levedagsen“, berichtet sie – beeindruckt von der Schönheit und dem Charme des pittoresken Dorfes, in das sie sich nun ein wenig verliebt habe. Die Zuhörer nicken und applaudieren verständnisvoll. Im Parkcafé Lauenstein treffen sich an diesem Abend auch die anderen, die bei der Aufbereitung der Dorfspaziergänge in ihren Ortsteilen aktiv mitgewirkt haben. Sie stellen die Ergebnisse vor, wobei gelegentlich auch Überraschung über neue Erkenntnisse und Stolz auf den Heimatort zu verspüren ist. So auch bei Klaus Grote, der Salzhemmendorf präsentiert. „Ich kannte lange Zeit nur meinen Beruf, und jetzt, nachdem ich Rentner bin, mache ich so etwas. Das macht ja richtig Spaß.“ Er will noch viel mehr über Salzhemmendorf herausfinden.

Bei einer Präsentation werden alle Flyer vorgestellt. Foto: gök

Christa Seutemann, die ganz allein aus Hemmendorf gekommen ist, sagt, dass in ihrem Dorf von mangelndem Geschichtswissen keine Rede sei. „Wir haben ja unseren Albert Heise.“ In Hemmendorf wurde diskutiert, ob zu viel Geschichte den Blick auf das, was heute sichtbar ist, verstellen könnte. Herausgekommen ist ein Kompromiss, der beide Seiten zufriedenstellt. „Für viele Orte mögen ja die acht oder zwölf Prospektseiten zur Darstellung der interessanten Rundgangstationen ausgereicht haben“, meint Hartmut Friedrich aus Osterwald, „wir aber mussten entscheiden, was wir nicht zeigen können. In Osterwald gibt es noch weitere interessante Punkte zu entdecken – historische und aktuelle – die in dem Faltblatt keinen Platz gefunden haben.“ Erika Rasch präsentiert Oldendorf, das „vergessene Dorf im Saaletal“, das nun durch die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und nicht zuletzt mit dieser Rundgangaktion aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden sei. „Ich weiß nicht, was wir nun mit diesen Faltblättern machen“, kommentiert sie das Projekt, „aber der Weg dahin, das sei eine ganz tolle Sache gewesen.“

Clemens Pommerening teilt mit, dass alle Prospekte und auch die in einer Klarsichthülle vereinte Gesamtzusammenstellung nun verfügbar seien. „Das hier macht Lust auf Salzhemmendorf“, verkündet er. Alle interessierten Bürger sollen es in die Hand bekommen. Aber einfach unkommentiert auslegen will er das Material nicht, „die Leute sollen es schon haben wollen“. Und mit Blick in die Zukunft: „Es macht Spaß und wir haben gemerkt: Man kann sich noch eine ganze Menge Arbeit machen.“

In Wallensen, wo ja manches etwas anders läuft als anderswo, nicht zuletzt, sagt Karl-Heinz Grießner, weil sein Dorf schließlich die einzige Stadt in diesem Umfeld sei, war die Vorbereitung für den Geschichtspunkte-Rundgang zum Event geraten. Zum abschließenden Check hatte die Arbeitsgruppe interessierte Bürger eingeladen. Stolze 65 Wallenser schlossen sich dem historischen Dorfspaziergang an.

Eine Steigerung ist schon in Sicht. Eine Teilnehmerin, Tanja Flügel, hat die dabei gesammelten historischen Informationen aufgenommen und in dem Buch „Marthe“ verarbeitet. Darin beschreibt sie „Das Leben und Geschehen in Wallensen um 1600“. Dieses literarische Werk soll bei der nächsten Ortsratssitzung vorgestellt und demnächst im Haus an der Stadtmauer vorgelesen werden. Dann kommen noch mehr als 65.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?