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Clemens von Ramin liest Werke von Kurt Tucholsky im gut gefüllten Scheunencafé

Mal ernst, mal vergnüglich – aber auch kritisch

Ockensen. Als wenige Tage vor der Veranstaltung erst vier Karten verkauft worden waren, begann im Vorstand des gastgebenden Kulturförderkreises Salzhemmendorf das „Stimmungsbarometer“ zu sinken. Aber dann überschlugen sich die Ereignisse, denn sozusagen auf einen Schlag gingen die Karten weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“.

veröffentlicht am 27.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Die Lesung mit Clemens von Ramin schien sich in letzter Sekunde herumgesprochen zu haben. Die Stühle im Scheunencafé der Mosterei reichten gerade so eben aus. Sogar Besucher aus Bad Gandersheim waren in das abgelegene Ockensen gekommen, um dem Vorleser aus Hamburg zu lauschen und sich von Nathalie Böttcher verzaubern zu lassen. Die Musikerin begleitete die Lesung stilvoll auf ihrem Akkordeon.

Um es gleich vorwegzunehmen – der Weg hat sich für alle gelohnt, denn von Ramin zog die Zuhörer akustisch in seinen Bann, nicht mit aufgesetzter Stimme, sondern wohl dosiert und niemals die Fantasie der Zuhörer übertönend. Clemens von Ramin „leiht“ Schriftstellern seiner Wahl, gern auch klassischen, seinen warmen Bariton.

Diesmal ließ er Kurt Tucholsky zu Wort kommen. Aber nicht ausschließlich den ernsten, gesellschaftskritischen Tucholsky, sondern auch den gewieften Satiriker mit dem genialen Sprachwitz. „Denn es soll ein vergnüglicher Nachmittag werden“, versprach der Rezitator.

Und so servierte er im Scheunencafé vorwiegend leichte Kost. Gehaltvoll war sie trotzdem, denn Tucholskys spitze Feder hinterlässt Spuren, mit denen Literaturfreunde wuchern können. Beispielsweise die Gedichte „Das Ideal“, „Der Mensch“, „Der andere Mann“ und „Mutterns Hände“ oder die Kurzgeschichte „Frauen sind eitel. Männer nie? Nie?“ – Nein, Männer sind es nie, schreibt Peter Panter, alias Kurt Tucholsky.

Aber das haben die (männlichen) Zuhörer im Scheunencafé vorher auch schon gewusst – im Gegensatz zu den Zuhörerinnen, die Panters Antwort sehr in Zweifel zogen. Tucholsky, geboren 1890 in Berlin und 1935 in Göteborg verstorben, zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Er war Schriftsteller und Journalist und schrieb unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

Clemens von Ramin ist Sprecher und Rezitator und gelegentlich Filmschauspieler. Mit seiner 2008 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe gestarteten Literaturreihe „Erlesene Begegnungen“ hat er ein Forum geschaffen für anspruchsvolle Literatur und zwanglose Gespräche. Seine Leseveranstaltungen sind gefragt in ganz Deutschland.



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