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Betreiber von Biogasanlagen ziehen an einem Strang / Erstmals gemeinsamer Infotag

Maisanbau soll begrenzt werden

Salzhemmendorf. Die Betreiber von Biogasanlagen in Salzhemmendorf wollen den Maisanbau im Gemeindegebiet freiwillig auf 25 Prozent der Flächen begrenzen, der Gesetzgeber sieht 75 Prozent vor. Außerdem ist eine regelmäßige N-Beprobung vorgesehen, mit der der Stickstoffgehalt im Ackerboden überprüft wird. Erstmals soll es in diesem Jahr einen Biogastag als Informationsveranstaltung rund um das Thema geben. Diese Pläne gehören zu den Ergebnissen des Runden Tischs regenerative Energien, die Karsten Appold (Fraktionsvorsitzender der Grünen) vorgestellt hat. Der Runde Tisch hatte sich zunächst die Biogasanlagen vorgenommen, weitere Energie-Themen sollen folgen. Zusammengesetzt hatten sich die Betreiber der Biogasanlagen, Vertreter der Verwaltung, der Politik, der BioenergieRegion Weserbergland plus und der Klimaschutzagentur.

veröffentlicht am 06.01.2014 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Salzhemmendorf ist mit vier Anlagen (eigentlich sind es sogar fünf, denn in Lauenstein betreiben neben der Anlage in Hof Spiegelberg an einem weiteren Standort die Stadtwerke und Agrar Energie Lauenstein jeweils eigene Anlagen) reichlich gesegnet mit der Vor-Ort-Produktion von Biogas. Das trägt – neben dem Windpark in Benstorf – dazu bei, dass in der Gemeinde mehr Energie erzeugt wird, als vor Ort verbraucht wird. Energieautark auf der einen Seite, zunehmender Maisanbau und Belastung der Bürger durch Lkw-Verkehr auf der anderen – das veranlasste Udo Stenger (BWG), im Jahr 2011 einen Antrag zum „Umgang des Rates mit künftigen Anträgen zum Bau und Erweiterung von bestehenden oder neuen Biogasanlagen“ zu stellen. Er befürchtete eine „Flächenkonkurrenz“ und schrieb weiter: „Es kann nicht im Interesse unserer Bürger sein, dass wir zum Gülle- und Hühnerkotentsorgungsdorf in Südniedersachsen werden.“ Stenger hatte darauf verwiesen, dass die Ökoleistungsbilanz in Salzhemmendorf durch Biogasanlagen, Windkraft und Solaranlagen „weit mehr als ausgeglichen“ ist: „Das bedeutet, wir produzieren beziehungsweise speisen heute schon mehr Strom in das Netz ein, als wir selbst mit unserem Leben in unseren Dörfern verbrauchen. „Andere Kommunen sollten eine vergleichbare Bilanz erst einmal erreichen“, schrieb Stenger damals. Mit seinem Vorschlag, der Rat möge eine Begrenzung von Biogasanlagen beschließen – ausgenommen freilich privilegierte Anlagen, auf die die Politik ohnehin keinen Einfluss hat – konnte sich der BWG-Ratsherr allerdings nicht durchsetzen. Gleichwohl wurde die Notwendigkeit der Thematik erkannt und der Runde Tisch gegründet.

Dabei ging es um das Thema Maisanbau – hier speziell Flächen und Verkehr – die energetische Nutzung und Fragen rund um die Kommunikation. Die frühzeitige Information bei Anträgen, Änderungen und Störungen wird als probates Mittel gesehen, um Ärger erst gar nicht aufkommen zu lassen. „Wer frühzeitig informiert, ist besser unterwegs“, so Appold. Eine kontinuierliche Kommunikation der Betreiber untereinander und mit Bürgern sowie der Politik sei ebenso wichtig wie regelmäßige Informationsveranstaltungen beispielsweise über den Nutzen von Biogasanlagen. Erstmals ist an einen Biogastag gedacht, bei dem auch die örtlichen Anlagenkonzepte vorgestellt werden könnten. Außerdem sollen die Fahrzeuge mit Anlagenlogo kenntlich gemacht werden und die Erntezeit in der Nähe von Häusern von 6 bis 24 Uhr beschränkt werden. Problematisch sei der Verkehr mit großen Fahrzeugen zu Stoßzeiten.

Laut Karsten Appold hat die Bestandsaufnahme ergeben, dass die Anbauflächen beim Mais im Flecken 12 bis 20 Prozent betragen. Ein weiterer Vorschlag beinhaltet, die Feldränder mit Randbepflanzung zu versehen und einen Fruchtwechsel anzustreben. Auch sollen Alternativpflanzungen zum Mais geprüft werden.

Unter Einbindung der Klimaschutzagentur wird eine Überprüfung der Kapazitäten der Anlagen sowie Potenziale bei Abnehmern angestrebt. Auch alternative Lösungen sollen diskutiert werden – wie Erdgastankstelle, Gaseinspeisung oder Eigenversorgung mit Strom. Alle angestellten Überlegungen haben natürlich keinerlei Rechtsverbindlichkeit, unterstreicht Appold, sondern sind freiwillige Vereinbarungen derer, die zurzeit beteiligt sind – bei Betreiberwechseln oder auch den privilegierten Anlagen könne sich das jederzeit ändern. „Aber das ist bei den derzeitigen Rahmenbedingungen eher unwahrscheinlich“, glaubt Appold.

Der Runde Tisch regenerative Energien wird nach diesem ersten Abschlussbericht zu den Biogasanlagen nun die Themen Wind, Solar und Holz angehen.



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