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Dörpe/Herkensen (ist). So landschaftlich reizvoll eine idyllische Südhanglage mit Panoramablick ins Dorf oder eine heimelig geborgene Dorfmuldenlage im Weserbergland auch sind – nicht erst in den letzten Jahren sind sowohl Dörper wie auch Herkenser bei Niederschlagswetterlagen mit überfluteten Kellern und Wohnzimmern „oft genug richtig abgesoffen“, stellen Ortsbürgermeisterin Karin Dröge (Coppenbrügge) und Ortsbürgermeister Lars Wiemann (Brünnighausen) übereinstimmend fest.

veröffentlicht am 29.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

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Im Januar dieses Jahres waren (wie berichtet) die Zuwendungsbescheide des Landesamtes für geplante Hochwasserschutzmaßnahmen mit dringendem Handlungsbedarf im Rathaus eingetroffen. Jetzt stellte der von der Verwaltung beauftragte Planer Dr. Michael Franke (GEUM.tec, Hannover) bei Ortsratssitzungen in Dörpe und Herkensen der Bürgerschaft die Planungsentwürfe vor. „Insgesamt wird der Flecken in den Jahren 2012 bis 2014 in den Hochwasserschutz der Ortsteile Dörpe, Herkensen und Harderode 350 000 Euro investieren“, sagt Bürgermeister Hans Ulrich Peschka. Viel Geld für die klamme Kommune, das jedoch zu 70 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert wird. „Voraussetzung der Förderungswürdigkeit ist“, so Dr. Franke, „dass Planung und spätere Ausführung sowohl Wasser- wie auch Sedimentrückhaltung zur Vorbeugung von Bodenerosion gewährleisten.“

Sowohl in Dörpe (oberhalb der Mönchsbreite) wie auch in Herkensen (oberhalb der südwestlichen Siedlungsgrenze zwischen Hohem Feld und Bäntorfer Weg) werden deshalb nach Dr. Frankes Planungen Becken mit einem Wall von einem Meter Höhe und zwei Meter Breite zur Aufnahme von Wasser und Sediment von den Hängen ausgehoben. Über Schieber in der randlichen Verrohrung nach außen (20 Zentimeter über der Sohle) können die Becken kontrolliert geleert werden. „Eine möglichst lange Standzeit zur Sedimentation, wobei sich das feine Lößmaterial am Boden absetzen kann, ist wichtig“, so Dr. Franke. Er rechnet mit einer Sohlräumung von etwa 2000 Kubikmeter fruchtbarem Löß im Abstand von drei Jahren. An landwirtschaftlichen Abnehmern, die das von den Äckern gespülte Material wieder dorthin zurückführen, wo es herkommt, werde es nicht fehlen, meint Peschka.

Das darüberstehende Wasser wird in Dörpe über ein Schachtbauwerk durch eine Verrohrung unter der Dörper Straße hindurch zum Gelbbach geleitet. In Herkensen, erklärt Dr. Franke, müsse das Sammelbecken entlang des südlichen Ortsrandes aufgrund erschwerender zweiseitiger Hangneigung kaskadiert in vier miteinander verbundene Bereiche aufgeteilt werden. Anfallende Wassermassen können dann von Becken zu Becken zeitversetzt und mengenmäßig gedrosselt in die Verrohrungen abgegeben werden. Drei Teilbecken werden in südwestlicher Richtung in das bestehende Leitungssystem über das Hohe Feld entwässert, ein Viertel in den nördlichen Gräben am Bäntorfer Weg.

„Unsere intensive Einbeziehung der Bürgerschaft in den Planungsprozess hat sich gelohnt“, stellt Peschka am Ende der beiden Ortsratssitzungen in Dörpe und Herkensen fest. Keine weiteren Fragen gibt es erstmals nach Jahren zum Tagesordnungspunkt „Hochwasserschutz“ in Dörpe. Nicht alle Herkenser dagegen sind gleichermaßen überzeugt und zufrieden mit den vorgestellten Plänen. „Die Gelder werden verbraten und die Natur wird das Konzept am Ende überholen“, mahnt Friedhelm Beermann. Die Gefahr bestehe, wenn den Sandeinlagerungen und gängigen Schichten in der Tiefe, die schon vor Jahrzehnten wiederholt zu Problemen geführt hätten, nicht nachgegangen werde. „Potenzielle 25 Millimeter Niederschlagsrückhaltung sind schon eine ordentliche Hausnummer“, meint dagegen Horst Pulst, dessen Sandsackhaufen vor der Haustür am Ortsrand nicht etwa Dekoration ist. „Schlechter kann’s nicht werden, packen wir’s an!“

Bis Baubeginn, wenn also das Wasser dorthin transportiert wird, wo es hingehört und gebraucht wird, und der Löß wieder dorthin kommt, wo er herkommt und die hohe Bodenqualität ausmacht, und damit alle Keller und Wohnzimmer in Dörpe und Herkensen Chancen auf trockene Böden auch bei Starkregen hätten, werde es September werden, kalkuliert Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg. Bohrungen durch Kopflöcher zur Ermittlung von Substrataufbau und Bodenuntergrund seien bereits für die kommende Woche geplant.

350 000 Euro für drei Rettungsringe

Coppenbrügge investiert in Hochwasserschutz für Dörpe, Herkensen und Harderode



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