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Wie sich eine Ortsbücherei behauptet

Lindgren läuft besser als Liebesromane

OSTERWALD. Alte Schinken sind nicht gefragt in der Ortsbücherei. „Nur gut erhaltene und aktuelle Bücher haben eine Chance, in unsere Regale einsortiert zu werden“, betont Hartmut Friedrich, Leiter der Ortsbücherei Osterwald. Aber auch Klassiker, die noch gut in Schuss sind, gehören zu den etwa 2400 Büchern in dem kleinen Ausleihraum im Dorfgemeinschaftshaus – beispielsweise die Werke von Astrid Lindgren, allen voran „Pippi Langstrumpf“ und „Immer dieser Michel“.

veröffentlicht am 23.06.2016 um 15:35 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:44 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Besonders beliebt bei den jungen Lesern ist aktuell die Kinderbuchserie „Der kleine Drache Kokusnuss“ von Ingo Siegner, wie eine Umfrage in der Bücherei und der Grundschule Oldendorf ergab. „Vielleicht sind die Bücher deshalb so gefragt, weil der Schriftsteller vor zwei Jahren in der Grundschule Oldendorf seine Bücher vorgestellt hat und sich einige Kinder noch an ihn erinnern“, mutmaßt Heide Friedrich, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Arbeitskreises „Lust auf Lesen“.

Der Arbeitskreis war vor zehn Jahren auf Initiative von Hartmut Friedrich gegründet worden, um die Bücherei, um die es damals etwas still geworden war, wieder mehr ins Bewusstsein der Bürger zu rücken. „Unter anderem richten wir Lesenachmittage und Bücherbasare aus“, so Friedrich. Unterstützt bei den Aktionen und beim Betreuen der Bücherei wird er von elf Frauen, die ebenfalls ehrenamtlich tätig sind.

Durch das Engagement des Arbeitskreises gewinnt die Leihbücherei immer mehr an Zuwachs. „Derzeit haben wir 70 Stammleser, darunter auch Familien, die sich regelmäßig Bücher ausleihen“, bilanziert Friedrich. Die jüngsten „Kunden“ sind Kleinkinder, die ihre Nase in Bilderbücher stecken. Die ältesten Leser, Senioren im Alter von über 80, lieben Krimis. Überhaupt sind Krimis bei fast allen Erwachsenen am beliebtesten; Liebesromane hingegen nur bei einigen. „Die Liebe ist bei den Osterwaldern nicht so gefragt“, sagte Annelie Buchheister mit einem Schmunzeln. Mehr als zwei Drittel aller Kunden sind übrigens weiblich.

Da die kostenfreie Ausleihe eine steigende Tendenz aufweist, soll die Bücherei nach den Sommerferien jeden ersten Samstag im Monat geöffnet werden, und zwar von 10 bis 11 Uhr. „Damit wollen wir auch Berufstätigen Gelegenheit geben, uns zu besuchen“, sagt Friedrich. Die bisherigen Öffnungszeiten – dienstags von 12 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 16.45 bis 18.15 Uhr – bleiben bestehen.

Finanziell unterstützt wird die Bücherei mit einem jährlichen Zuschuss von 200 Euro durch den Ortsrat Osterwald sowie mit 300 Euro von der Rudolf-Hartung-Stiftung Osterwald. Früher seien es Gemeindebüchereien gewesen, die von hauptamtlichen Kräften betreut werden mussten, heute seien es Ortsbüchereien, die mit viel Herzblut ehrenamtlich betrieben werden.



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