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Liefern die Stadtwerke Hameln bald Wasser nach Coppenbrügge?

Coppenbrügge (hen). Von Erschrecken bis zu großer Verärgerung reichten die Reaktionen im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Umweltschutz, als Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka mitteilte, dass die geplante Nanofiltrationsanlage weitaus teurer werden würde "als ursprünglich von der Firma in Aussicht gestellt".

veröffentlicht am 05.06.2009 um 14:32 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:41 Uhr

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 Nach eineinhalb Jahren Planung, in denen Politik und Verwaltung davon ausgegangenen waren, die bestehenden Probleme mit der Trinkwasserversorgung im Flecken mithilfe der Wasseraufbereitungsanlage in den Griff zu bekommen, geht nun die Suche nach Alternativen los. Und die Stadtwerke Hameln stellten bereits eine mögliche Lösung vor: Sie könnten als Wasserlieferanten auftreten. Dazu müssten eine 2,5 Kilometer lange Leitung von Hilligsfeld nach Herkensen und eine neue Druckerhöhungsanlage gebaut werden.

 Wie berichtet, war im vergangenen September eine Testanlage zur Wasserenthärtung am Brunnen Diedersen aufgebaut worden. „Es läuft alles so, wie wir es berechnet haben“, hatte Jörg Pietsch, Niederlassungsleiter der Firma Grünbeck aus Hannover kurz nach dem Start des Tests bilanziert. Und verkündet, das Schwermetall Uran – das sich als zusätzliches gravierendes Problem herausgestellt hatte – gleich mit herauszufiltern: „Das gibt es kostenlos obendrauf“, sagte er damals.
 „Irritierend“ nannte es Peschka nun am Donnerstagabend im Ausschuss in der Mehrzweckhalle Brünnighausen, dass die Firma in einer öffentlichen Veranstaltung von einem Wasserpreis von 25 bis 27 Cent und 100 000 bis 200 000 Euro für die Anlage selbst gesprochen habe – und nun der Bau alleine mit rund 400 000 Euro veranschlagt werde, plus Nebenkosten. Über diese Zahl, die jetzt vom Hause Grünbeck präsentiert wurde, sei die Verwaltung ,,enttäuscht“.

 Die Politik ging in ihren Äußerungen noch etwas weiter. Man fühle sich „über den Tisch“ gezogen und „im Regen stehen gelassen“, von einem „Bubenstück“ und „Bestürzung“ war die Rede. Ausschussvorsitzender Hartmut Greve brachte es auf den Punkt: „Unser Wasser taugt nichts, und was man uns vorgegaukelt hat, ist nicht zu bezahlen.“
 Das Angebot der Stadtwerke Hameln muss nun von der Politik diskutiert werden. Peschka betonte: „Wir stehen nun an einem Punkt, alle denkbaren Wege zu diskutieren.“
 Im Beisein von Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow stellte Dipl.-Ing. Karl-Michael Wiehe die Kosten einer Wasseraufbereitungsanlage – erstellt in Kooperation mit der Firma Grünbeck – denen für die Wasserlieferung durch die Hamelner Stadtwerke gegenüber.
 Jörg Pietsch von der Firma Grünbeck bedauerte auf Anfrage der Dewezet, nicht zu der Ausschusssitzung eingeladen worden zu sein und so keine Möglichkeit zur Stellungnahme gehabt zu haben. Die ursprünglichen Kostenangaben hätten sich nur auf einen Brunnen bezogen – „es ist doch klar: wenn sich die Wassermenge verdoppelt, dass auch der Preis höher wird“. Zudem sei auch von Anfang an klar gewesen, dass die Stadtwerke Hameln mit im Boot sein sollten: „Wir sind nur die Wasseraufbereiter und kein Versorger.“



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