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„Zeitzeugen“ aus 120 Jahren finden bei Dr. Peter Eilitz in Oldendorf ein neues Zuhause

Leidenschaft für die Landwirtschaft von einst

Oldendorf (sto). Von der Arbeit ausrangiert, stand sie vor einigen Jahren klapprig in der Ecke einer Scheune und nahm Platz für nützlichere Dinge weg. Höchste Zeit, diese „alte Schrottkiste“ zu entsorgen. Was auch geschehen wäre, wenn nicht ein leidenschaftlicher Sammler vom bevorstehenden Ende der alten Dreschmaschine gehört, sie „adoptiert“ und bei sich einquartiert hätte. Im Laufe der Jahre sind weitere ausgediente Stücke dazugekommen. Gern ist Dr. Peter Eilitz bereit, seine private „Landwirtschaftliche Sammlung“ unentgeltlich auch anderen zu zeigen.

veröffentlicht am 12.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:21 Uhr

Auch eine Küche von „anno dazumal“ ist zu sehen.
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15er Deutz parkt im Erdgeschoss

„Die meisten Stücke stammen aus Oldendorf und könnten deshalb für den einen oder anderen recht interessant sein“, macht der Sammler aufmerksam. „Zeitzeugen“ aus etwa 120 Jahren erzählen von dem ländlichen Leben und der damit verbundenen harten körperlichen Arbeit, wo menschliche Kraft und Pferdestärken noch gefragt waren. So gibt die aus mehreren Tausend Exponaten bestehende Sammlung unter anderem Einblicke in die Feldarbeit von anno dazumal, in eine bäuerliche Küche, in eine „Schlachteküche“ und in die Werkstatt eines Schuhmachers. Aber auch Geräte, mit denen sich die Hausfrau damals abmühte, sowie etwa 200 Flaschen, Bügeleisen, ein Bett, Nachttöpfe, eine Schulbank, Schlittschuhe, Hufeisen, alte Fotos von Oldendorf und eine Flurkarte von 1886 sind in einer Scheune auf drei Etagen untergebracht. Seinen guten alten 15er Deutz, einen David Brown in Blau und andere Traktoren parkt der Treckerliebhaber im Erdgeschoss.

Die Sammlung, an der er seit 1990 arbeitet, reicht vom Pfennigabsatz bis hin zum Mähdrescher. Vieles stammt von Resthöfen und alten Handwerksbetrieben aus Oldendorf und Umgebung. Aber auch auf Antik- und Flohmärkten wird Dr. Eilitz fündig. Immer wieder kommen neue Stücke dazu. Der Platz wird immer knapper, denn Dinge aus der „guten alten Zeit“ wegzuwerfen, fällt dem 72-Jährigen schwer. „Aber eine Sammlung aus allen Stücken zu machen, hatte ich ursprünglich nicht vor. Das hat sich einfach so ergeben“, erinnert sich der Sammler.

Sogar ein Haus konnte durch seine Sammelleidenschaft vor dem Verfall gerettet werden. Ende der 90er Jahre hat der Architekt gemeinsam mit seiner Frau Rosa das Fachwerk eines in Hemmendorf stehenden Gebäudes abgetragen und in Oldendorf als kleines Hotel gegenüber von ihrem Café und ihrer Weinstube am Kirchweg wieder aufgebaut. Jüngst hat der Sammler eine kleine Gruppe geladener Gäste zur „Eröffnung“ durch seine gut gefüllte Scheune geführt, unter ihnen auch Gemeindebürgermeister Martin Kempe.

Wer sich die „Eilitzsche Sammlung“ ansehen möchte, kann mit dem Besitzer einen Termin vereinbaren oder die Öffnungszeiten des Cafés, freitags bis sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr, nutzen.

Dr. Peter Eilitz in seiner Scheune – zu seinen „Schätzchen“

gehört auch der Kartoffel-Wäscher.

Fotos: sto



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