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Hannoversche Basaltwerke beklagen Umsatzeinbußen durch Umwege / Kommt 2011 die Sanierung?

Leere Lkw dürfen wieder durch den Ort rollen

Lauenstein (hen). Die Freude der Lauensteiner über die Entlastung der Ortsdurchfahrt währte nicht lange: Bis zu einer Instandsetzung der maroden Straße soll die Tonnagebegrenzung wieder so abgeändert werden, dass zumindest Leerfahrzeuge die Landesstraße 425 wieder befahren können. Das Durchfahrtsverbot gilt dann für Lkw ab 16 Tonnen statt wie bisher ab 12 Tonnen. „Hier werden wieder einmal wirtschaftliche Interessen höher bewertet als die berechtigten Klagen aller Bürger dieses Ortes“, sagt Ortsbürgermeister Horst Wichmann. Anlass für die zumindest teilweise Rücknahme der Tonnagebegrenzung sind Gespräche, die der Betreiber des Steinbruchs, die Hannoverschen Basaltwerke, mit den zuständigen Behörden geführt hat. Das Unternehmen verzeichnete nach eigenen Angaben massive Umsatzeinbußen – verursacht durch die Umwege.

veröffentlicht am 02.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

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Die Beschilderung hatten die Lauensteiner als Teilerfolg in ihrem langen Kampf gesehen – der Lärm, der von durch den Ort donnernden schweren Lkw verursacht wurde, war durch die mit Schlaglöchern übersäte Straße noch verstärkt worden. Zuletzt hatte die SPD-Landtagsfraktion die Straße in einem Negativ-Wettbewerb als „schlechteste Ortsdurchfahrt Niedersachsens“ gekürt. Umso erleichterter waren Ortsbürgermeister Horst Wichmann, der mit Ortsrat und Arbeitsgruppe im Sommer den Kampf für eine Sanierung verschärft hatte, als endlich die versprochenen Schilder, mit denen das Lkw-Verbot in Kraft getreten ist, auch aufgestellt wurden.

„Völlig unvorbereitet“ hat diese Maßnahme allerdings die Hannoverschen Basaltwerke nach Worten von Geschäftsführer Stefan Entrup im Sommer getroffen: „Plötzlich standen die Schilder da.“ Die Anordnung sei überraschend gekommen und habe erhebliche Auswirkungen nach sich gezogen: Mit dem Werkstandort in Bisperode ist das Unternehmen unmittelbar vom Durchfahrtsverbot betroffen gewesen – die Umwege hätten massive Umsatzeinbußen zur Folge gehabt, so Entrup zur Dewezet: „In der ersten Zeit sicherlich rund 30 Prozent, das hat sich etwas stabilisiert, weil wir dann besser planen konnten.“ Die Mehraufwendungen für die Frachten hätten rund 50 Prozent ausgemacht, denn pro Strecke habe der Umweg 15 Kilometer betragen. Der Betrieb produziert Straßenbaustoffe – „und die sind frachtempfindlich“, soll heißen: Ist der Weg länger, wird die Fahrt teurer als das Material, das transportiert wird. „Wenn wir statt 30 Kilometer nun 45 fahren müssen, ist das eine große Belastung“, erklärt der Geschäftsführer, der auch die Sorgen und Nöte der Anwohner nachvollziehen kann, aber gleichwohl um Verständnis für den Betrieb bittet. „Wir haben nun einmal diese ungünstige Lage am Ith und unser Liefergebiet geht Richtung Norden. Wir müssen die Ortsdurchfahrt benutzen“, sagt Entrup, „auch wenn das nicht glücklich ist“. Hinzu kam, dass etliche Preise für die Kunden schon kalkuliert gewesen seien.

Mit ihren Sorgen habe sich die Firma an ihren Verband gewandt. Und der konnte offensichtlich in Gesprächen mit der Landesregierung beziehungsweise der Landesstraßenbaubehörde erreichen, dass die Tonnagebeschränkung reduziert wird. Damit sind für den Steinbruch – und natürlich auch andere Betriebe wie Speditionen – zumindest wieder Leerfahrten durch den Ort möglich, für Vollfahrten müsse weiterhin der Umweg genommen werden. Aus Sicht der Basaltwerke sei eine Kompromisslösung erreicht, mit der geplant werden könne.

Wichmann ist als Ortsbürgermeister enttäuscht und verärgert über die neue Regelung, die mit Aufstellen der Schilder in Kraft treten wird: „Wenn die erste Anordnung richtig war, davon muss ja ausgegangen werden, ist die neue Anordnung nicht mehr zu verstehen.“

Was den Ausbau der Straße anbetrifft, sind sich Lauensteiner und die Steinbruchbetreiber übrigens einig: Beide sehnen einen baldigen Baubeginn herbei. Geschäftsführer Entrup: „Für uns wäre es eine Katastrophe, wenn das jetzt drei, vier Jahre so bleiben soll. Das ist ein schlechter Zustand für einen Betrieb, der kalkulieren muss. Mit einer begrenzten Übergangszeit könnten wir leben.“

Abhilfe für alle scheint greifbar: Nach Angaben von Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, gibt es gute Aussichten, dass mit der Sanierung der L 425 im nächsten Jahr begonnen werden könnte. Und das sei auch mit ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen, die Durchfahrt der leeren Lkw wieder zuzulassen – quasi als Kompromiss.

Dennoch: Die Lauensteiner wollen die Änderung der Tonnagebeschränkung nicht widerspruchslos hinnehmen, kündigt Wichmann an.

Horst Wichmann ist sauer: Die Schilder werden geändert, die Leerfahrt von Lkw wieder erlaubt. F.: Wal



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