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Gelber Italiener sorgt für Meisterschaft

Lauensteiner darf sich Meister der Rassegeflügelzucht nennen

LAUENSTEIN. 1962 war er der Jüngste, heute ist Fred Wöhler der Älteste im Sonderverein Gelbe Italiener. Die Hühnerrasse „Gelbe Italiener“ begeistert den 79-jährigen Lauensteiner schon seit 1962. Damals noch in Fuhrberg bei Celle wohnend kam der junge Mann in Kleinburgwedel das erste Mal mit der Hühnerrasse in Berührung und begann schnell mit der Zucht.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 14:42 Uhr
aktualisiert am 15.09.2017 um 20:51 Uhr

Inge und Fred Wöhler freuen sich über die Zuchterfolge. Foto: gök
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Autor

Christian Göke Reporter
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Später führte den Bäcker der Beruf nach Lauenstein, wo er seine Zucht seitdem immer weiter betrieb. Schon 1968 gewann er mit dem „Blauen Band“ seinen ersten Preis für den besten Hahn. Bis auf ein Jahr, in dem er gesundheitlich angeschlagen im Krankenhaus lag, nahm er immer an der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover teil, wo jedes Jahr rund 20 000 Tiere ausgestellt werden. Über die Jahre gewann der Lauensteiner zahlreiche Ehrenpreise für seine Tiere. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft des Verbandes der Hühnerzüchter Deutschlands war der Höhepunkt jetzt die Ehrung zum Meister der Rassegeflügelzucht in Kirchlengern. Vorgeschlagen werden kann man dafür nur, wenn man eine Mindestpunktzahl erreicht, die sich aus Jahren im Verband, Vorstandsarbeit und Erfolgen zusammensetzt, was Wöhler mühelos erreichte.

Im Verband der Hühner-, Groß- und Wassergeflügelzüchtervereine (VHGW) sind 89 Sondervereine organisiert, wovon es alleine 21 Vereine zu den Italiener-Hühnern mit den verschiedensten Farben gibt. Für den Sonderverein der „Gelben Italiener“ nimmt Wöhler seit 1994 an den Sommertagungen in ganz Deutschland teil. Hier führt er neben der Kasse auch das Archiv. 2010 wurde Wöhler in dem Sonderverein zum Ehrenmitglied und 2012 auch im Hannoverschen Geflügelzuchtverein zum Ehrenmitglied ernannt. Aufgrund seiner im vergangenen Jahr angeschlagenen Gesundheit hat er zusammen mit seiner Frau Inge das erste Mal in seiner Züchterkarriere nicht Hühner aufgezogen, weshalb er derzeit nur 40 Hühner in seiner Zucht hat. Wöhler freut sich aber schon darauf, wenn das nächste Mal wieder bis zu 50 Küken in Lauenstein aufgezogen werden, damit auch der Eiernachschub gesichert ist. „Ich esse woanders keine Eier. Da weiß man ja nicht, was drin ist“, erklärt Wöhler im Gespräch. Auch viele Freunde und Bekannte des erfolgreichen Züchters profitieren mit Eiern in Lauenstein von den Hühnern. Die Zuchterfolge hätten vielleicht noch höher sein können, doch Wöhler scheute dafür den beträchtlichen Aufwand. So verzichtete er aufgrund der langen Reisewege etwa auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft, die letztes Mal in Frankreich und als nächste Auflage in Dänemark stattfindet. In ganz Europa werden die Tiere von Wöhler aber sehr geschätzt. So hat er Tiere der 1894 erstmals erwähnten Rasse sogar schon nach Russland, Schweden, Dänemark, Ungarn, Spanien, Italien und Österreich zur weiteren Zucht verkauft. Wöhler brennt nun darauf, bald wieder seine eigenen Küken von den „gelben Italienern“ großzuziehen.

Information

Zum Thema

Das Huhn wird in vielen Rassen mit verschiedenen Form-, Merkmal- u nd Farbvarianten gezüchtet. Im europäischen Rassegeflügelstandard werden derzeit über 180 bekannte Rassen unterschieden. Alte Rassen sind sehr häufig sogenannte Zweinutzungsrassen, die sowohl eine große Zahl Eier legen als auch hinreichend schnell Gewicht zunehmen, um als Schlachtvieh genutzt zu werden. Traditionelle Zweinutzungsrassen des Huhns sind beispielsweise Australorp, Deutsches Reichshuhn, Lakenfelder Huhn, Sulmtaler, Sundheimer, Vorwerkhuhn, Deutscher Sperber und Welsumer.

Wirtschaftlich spielen Rassehühner übrigens so gut wie keine Rolle mehr. In der Agrarindustrie dominieren einige wenige je nach Verwendungszweck auf schnelles Wachstum oder hohe Legeleistung hin „optimierte“ Hybridhühner, deren genetisches Material sich im Besitz einiger weniger international tätiger Konzerne befindet.

Rassehühner werden nach den Bestimmungen von Rassestandards gezüchtet. Fast alle Rassen gibt es auch als Zwergrasse.

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