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DRK Marienau will mit seinem neuen Angebot Kindern die Angst vor dem Krankenhaus nehmen

Landarzt mal anders: Mobile Plüschtierklinik

Der Nächste, bitte: Auch Puppenmutter Lilly (zweieinhalb) hat ihre Schützlinge zum DRK-Zelt, das diesmal an der Coppenbrügger Burg aufgeschlagen wurde, mitgebracht. Kevin Heß bittet sie herein.

veröffentlicht am 12.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 20:41 Uhr

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„Chefarzt“ Daniel Köhler verarztet Felix, den Teddy von Anna (7).

Fotos: sto

Coppenbrügge/Marienau (sto). Willi hat Bauchweh. Mit Kroko steht’s ganz schlimm. Sein Kopf hängt nur noch am seidenen Faden. Felix „brummt“ über Schmerzen in der Schulter und ist vor Kummer ganz blass. Biber hat einen Nagezahn verloren. „Chefarzt“ Dr. Daniel und sein Team haben alle Hände voll zu tun, um die plüschigen Patienten medizinisch zu versorgen und die „Kuscheltiermütter“ zu beruhigen. Die mobile „DRK-Plüschtierklinik“ aus Marienau reist von Ort zu Ort, um „kranke“ Stofftiere zu untersuchen. Zuletzt waren die Zelte aufgeschlagen im Innenhof der Burg Coppenbrügge.

Zur Beruhigung wird die Pfote gedrückt

„Der Nächste, bitte!“, ruft Schwester Jana. Behutsam klemmt sich Anna (7) den Felix unter ihren Arm und verlässt das Wartezimmer, Lavinia (5) und Laura (5) im Schlepptau. Zunächst wird der Bär geröntgt. Die Diagnose: beide Schultergelenke sind ausgekugelt. Im Behandlungszimmer horcht Dr. Daniel dem Felix mit einem Stethoskop die Herztöne ab. Schwester Jana misst Blutdruck. „Alles im grünen Bereich“, sagt sie und erklärt den drei „jungen Müttern“, wie das Gerät funktioniert. Gegen die Schmerzen verpasst der Doktor dem Felix eine Spritze. Anna darf assistieren. Als Teddys weiche Fellarme verbunden werden, hält die Kuscheltiermama ihm beruhigend die Pfote. Zur baldigen Genesung bekommt Felix bunte Smarties-Pillen auf Rezept.

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Klinikpersonal vom JRK und DRK

So und ähnlich ergeht es allen Fellpatienten in der Plüschtierklinik des Jugendrotzkreuzes und des Roten Kreuzes Marienau. Das aus acht bis zwölf Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren bestehende Klinikpersonal ist ausgebildet in Erster Hilfe und im Sanitätsdienst.

Durch einen Bericht über eine „irgendwo“ eingerichtete Plüschtierklinik aufmerksam geworden, haben die Marienauer Rotkreuzler im vergangenen Jahr eine eigene Klinik ins Leben gerufen. „Wir wollen damit den Kindern ein wenig die Angst vor einem Arztbesuch oder einem Krankenhausaufenthalt nehmen“, erklärt Vanessa Koch, die Leiterin des Jugendrotkreuzes Stufe II und III.

Die mobile Plüschtierklinik ist auch eine Ambulanz für Puppen. „Wir sind aber kein Puppendoktor im herkömmlichen Sinn, der Puppen repariert und ihnen neue Ersatzteile einbaut“, macht Vanessa Koch deutlich.

Das Klinikpersonal versorgt kleine Wehwehchen, auch abgetrennte Körperteile werden wieder angenäht. In dem Klinikzelt sind sogar ein Operationssaal und ein Labor mit modernster Ausstattung eingerichtet. „Gern dürfen uns die Plüschtiereltern bei der Behandlung assistieren“, macht Dr. Daniel aufmerksam.

Die Plüschtierklinik Ma-rienau ist ein kostenloses Angebot für Kinder im Kindergartenalter und für Grundschüler. „Wir kommen mit unserem Zelt in Kindergärten und Schulen und zu Veranstaltungen, zu denen wir eingeladen werden“, betont Vanessa Koch. Die meisten „Patienten“, etwa 150 an der Zahl, seien bisher beim Coppenbrügger Fleckenfest versorgt worden.

Reservisten sorgen für Verpflegung

Die Idee, die Klinik einen Tag lang in den Burginnenhof einzuladen, hatte Hubert Stumpe. „Es war ein kleiner Beitrag, auch Kinder auf unser Museum aufmerksam zu machen“, so der Vorsitzende des Museumsvereins. Die Plüschtiereltern und deren Begleiter wurden übrigens von der Reservistenkameradschaft Brünnighausen mit frisch gekochten Nudeln Bolognese versorgt.

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