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Lämmchen werden liebevoll von Hand aufgezogen

Hohnsen (ist). Rudolf Ebel gibt zwei große Löffel Trockenmilch aus dem Kunststoffbottich in der Küchenecke in das geblümte Porzellanmilchkännchen aus den Zwanziger Jahren. Ehefrau Ilse rührt am Spülbecken warmes Wasser darunter, verteilt die Milch auf vier Babyfläschchen und hält diese dann zum Temperaturtest an die Schläfe. „So macht man das, glaube ich“, sagt sie. Das habe sie mal gehört. Mit Säuglingsfläschchen kennen sich die Ebels – beide über achtzig – nicht wirklich aus. Und jetzt ziehen sie liebevoll zwei Lämmchen auf.

veröffentlicht am 08.05.2009 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:41 Uhr

Lämmchen
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Schweine und Kühe hatten sie im Stall, bis sie vor 20 Jahren die Landwirtschaft aufgaben, Kinder haben sie nicht.
 „Ihr fangt recht spät an“, hätten schon manche Nachbarn geschmunzelt, die Rudolf und Ilse jetzt täglich mehrmals an der Wiese vor ihrem Haus beobachten können. Dort stehen dann beide über den Zaun gebeugt, jeder hat rechts eine Nuckelflasche, links eine Nuckelflasche in der Hand, und tränken ihre „Zwillinge“, wie sie die zwei pechschwarzen Heidschnuckenlämmer liebevoll nennen. Jeden Tag sorgen morgens, mittags und abends zweimal 300 Gramm Milch. Geweint haben sie nur am ersten Tag“, sagen Ilse und Rudolf Ebel, die spontan die Verantwortung für die zwei Wochen alten Tiere übernommen haben, als das Muttertier starb. Die Tritte des von den schwarzen Winzlingen ausgewählten Ersatzmuttertieres auf der Wiese wären allzu schmerzhaft gewesen – nicht nur für die Lämmer, sondern auch für die Seele der Ebels. Sie hätten ohnehin zuhause bleiben und nicht verreisen wollen, sagen die Eheleute. Die Fütterung der „Zwillinge“ sei unproblematisch, passe gut in ihren Tagesablauf und habe sich schon nach wenigen Tagen zu einer lieb gewordenen Bereicherung entwickelt.



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