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„Artes Wesera“ stellt im Hüttenstollen Osterwald aus

Kunst unter Tage

Osterwald/Thüste. Stets auf der Suche nach außergewöhnlichen Ausstellungsorten stellen sich zwölf Künstler der Interessengemeinschaft für Kunstschaffende im Weserbergland „Artes Wesera“ mit ihrer kommenden Ausstellung einer großen Herausforderung. Denn: Es geht hinab in Osterwalds Unterwelt – in die faszinierende Welt des Besucherbergwerks. Dort, wo bis 1953 unter harten Arbeitsbedingungen noch Kohle gefördert wurde, werden unter dem Motto „Kunst im Bergwerk“ Bilder und Skulpturen ausgestellt.

veröffentlicht am 02.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:21 Uhr

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Das bedeutet Mut zum Risiko, denn unter Tage ist es bei einer Temperatur um die 10 Grad plus nicht nur recht kühl, sondern auch ziemlich feucht. „Wir trauen uns trotzdem“, betont Peter Neff. Dass eine seiner Arbeiten wie einst die Bergleute unter den harten klimatischen Bedingungen leiden könnten, nimmt der Künstler in Kauf, will aber alles versuchen, um einen eventuellen Schaden abzuwenden. Beispielsweise durch Fixieren mit Klarlack.

Auf diese Methode setzt auch Hartmut Friedrich, der in der Ausstellung einige seiner Kreidezeichnungen präsentieren möchte. Es war seine Idee, den Hüttenstollen für einige Tage in eine Galerie zu verwandeln. Als aktives Mitglied des Vereins zur Förderung des Bergmannswesens und als Stollenführer ist ihm das Besucherbergwerk bestens vertraut. Aber bisher noch nicht als Ort für Kunstausstellungen. „Wir sind alle schon sehr gespannt“, betont Friedrich. Tanja Flügel besonders, denn sie ist „neu“ bei Artes Wesera. Als sie im vergangenen Jahr von der geplanten Ausstellung im Bergwerk gehört habe, sei sie Feuer und Flamme gewesen. „Die Ausstellung ist wie für mich gemacht“, schwärmt die Thüsterin. Die Atmosphäre im Bergwerk passe hervorragend zu ihren Mosaikskulpturen, die sie nach den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft gearbeitet habe. In ihrer Freizeit gestaltet die Orientierungs- und Kompetenzberaterin aus einem Scherbenhaufen kunstvolle Gegenstände. Zerschlagene Flaschen, Fliesen, Spiegel und auch zerbrochenes Geschirr sind die Materialien. Was andere in den Müll werfen, wird für Tanja Flügel zu einem kostbaren Gegenstand. Beispielsweise ein zerbrochener Waschraumspiegel, Einmachgläser einer alten Dame und eine Sektflasche. Die Teilchen haben sich „aufgelöst“ in ein quirliges Luftobjekt, das im Bergwerk zu sehen sein wird.

Als weitere Künstler der Ausstellung sind zu nennen: Heide Friedrich, Gudrun Gleue, Kurt Schrieber, Marion Basse, Detlev Peipelmann, Antje Lambrecht, Barbara Bauer, Esther Hansen und Jan Ehlers. Der Bildhauer und Keramiker aus Hajen wird sich vor dem Hüttenstollen übrigens bei der Arbeit über die Schulter schauen lassen.

Die Ausstellung, die auf den Multifunktionsraum des Besucherbergwerks ausgedehnt ist, wird eröffnet am Freitag, 5. April, 19 Uhr. Sie ist zu sehen am Samstag, 6. April, Sonntag, 7. April, Samstag, 13. April und Sonntag, 14. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Den Besuchern wird geraten, Taschenlampen mitzubringen, um die Exponate in dem nur mäßig beleuchteten Bergwerk besser betrachten zu können. Ein Muss sind warme Kleidung und festes Schuhwerk. Die Ausstellung ist auch außerhalb der genannten Zeiten möglich, und zwar im Rahmen einer Stollenführung. Der Bergmannsverein, der die Ausstellung betreut, wünscht den ausstellenden Künstlern viel Erfolg. „Glück auf!“ betont Hans-Dieter Kreft, der Vereinsvorsitzende.

Übrigens: Im Rahmen der Ausstellung findet am Samstag, 6. April, ab 16.30 Uhr, eine Autorenlesung unter Tage mit Peter Neff statt. Zu hören sind satirisch-heitere Kurzgeschichten über den allgemeinen Kunstbetrieb.sto



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