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Volksbank wird zur reinen Selbstbedienungs-Filiale

Kundenberater ziehen aus

BISPERODE. Die Angestellten der Volksbank-Filiale seien für sie das „Gesicht“ der Bank, sagt Kundin Barbara Oerke. An zwei Tagen in der Woche waren sie bisher persönlich vor Ort. Ab dem neuen Jahr wird Oerke sie aber nicht mehr zu sehen bekommen – zumindest nicht in Bisperode.

veröffentlicht am 19.12.2017 um 17:19 Uhr
aktualisiert am 19.12.2017 um 17:50 Uhr

Die Volksbank-Filiale in Bisperode wird ab Januar nicht mehr mit Mitarbeitern besetzt sein. Foto: Dana
Jens Spickermann

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Wie auch in Groß Berkel, Hemeringen und Oldendorf werden in Bisperode keine Kundenberater mehr präsent sein, die Filiale wird nur noch Automaten bereithalten, wie die Volksbank auf Anfrage mitteilt. „Die alten Kunden sind die, die jetzt abgehängt werden“, sagt die 81-Jährige, die lieber weiterhin einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort hätte. „Es wird so eine Anonymität eingerichtet.“

Die Filialen würden im wesentlichen nur noch für die Bargeldversorgung aufgesucht, schreibt die Volksbank. Immer mehr Kunden würden „auf neue Servicewege ausweichen“, der Grund sei die Digitalisierung, die den Bankensektor immer mehr durchdringe. Geld überweisen könnten die Kunden in Zukunft telefonisch, teilt die Bank mit. Kontoauszüge würden bei Bedarf außerdem postalisch zugestellt. Überweisungsformulare in Papierform können aber nicht mehr eingeworfen werden: „Durch die besonderen Serviceleistungen ist selbst ein Briefkasten in den Agenturen überflüssig“, heißt es von der Pressesprecherin Emma Radtke.

Barbara Oerke gefällt das gar nicht: „Wenn ich das per Telefon mache, kann ich gar nichts überprüfen“, sagt sie. „Ich bin ärgerlich und stinkig darüber“. Auch die Informationspolitik des Geldinstitutes findet sie nicht gut: „Die Leute im Ort wurden gar nicht informiert. Die wollten das klammheimlich machen“, kritisiert Oerke. Sie selbst habe von einem Kundenberater eher beiläufig von dem Abzug der Mitarbeiter erfahren.

Die bisherigen Ansprechpartner der Bisperoder Kunden seien weiterhin in den Filialen in Salzhemmendorf, Coppenbrügge oder Aerzen anzutreffen, schreibt Radtke. Dies sei keine große Veränderung, da diese Kundenberater schon lange in den drei Filialen als feste Ansprechpartner stünden. Komplett schließen würden die Volksbanken in Bisperode, Groß Berkel, Hemeringen und Oldendorf außerdem nicht – die Bargeldversorgung wede weiterhin durch Automaten gesichert. Die Kunden seien über die Veränderungen persönlich informiert worden.

Für Barbara Oerke ist das alles ein schwacher Trost. Ihr bereitet es Sorge, dass in dem Ort immer mehr an Geschäften und Infrastruktur wegfalle. „So sterben unsere Dörfer“, kritisiert sie.

Mangelhaften Service oder fehlende Nähe zu den Kunden durch den Abzug der Kundenberater sieht Radtke nicht: Nähe bleibe „ein festes Element für alle Mitglieder und Kunden“. Die Nähe werde aber in Zukunft nicht nur in Metern zu messen sein.

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