weather-image
23°

Organisation von Veranstaltungen wird erschwert: Gebühren höher / Im vergangenen Jahr fielen drei Aufführungen ins Wasser

Künftig noch Konzerte? Gesetze verärgern Heimatverein Lauenstein

Salzhemmendorf / Lauen-stein (gök). Im vergangenen Jahr war der Heimat- und Verkehrsverein Lauenstein nicht gerade mit Glück gesegnet. Denn von vier Konzerten fielen drei buchstäblich ins Wasser. „Dadurch haben wir bei unserer Konzertreihe letztes Jahr sogar Miese gemacht“, sagt der Vereinsvorsitzende Wilfried Frenke am Rande des Neujahrskonzertes. Mittlerweile hat der Verein schon über 80 Konzerte veranstaltet und damit so einige Male die Mehrzweckhalle in Lauenstein oder den Bürgergarten gefüllt. Doch in diesem Jahr könnten neben dem Wetter auch die Gesetze dem Verein zu schaffen machen.

veröffentlicht am 17.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

270_008_5146981_lkcs101_1701.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Denn mit der Neugestaltung des niedersächsischen Gaststättengesetzes aus dem vergangenen November, das seit dem 1. Januar in Kraft ist, haben die Probleme für Vereine wie den Heimat- und Verkehrsverein zugenommen. Denn zukünftig wird eine Konzession zum Betrieb eines Gaststättengewerbes, die Schankerlaubnis, nur noch angezeigt und nicht mehr beantragt. Dies muss mindestens vier Wochen vor dem Beginn des Gewerbes passieren. Das an sich wäre kein Problem, aber zukünftig sind die Städte und Gemeinden Gaststättenbehörden. Ist bei dem Betrieb der Ausschank alkoholischer Getränke geplant, so hat die Genehmigungsbehörde – hier der Flecken Salzhemmendorf – die Zuverlässigkeit des Anzeigenden mittels Führungszeugnis zu überprüfen. Wenn die Zuverlässligkeitsüberprüfung ohne negatives Ergebnis verläuft, ist seitens der Behörde das Verfahren beendet. Es gibt keine Erlaubnis mehr, sondern lediglich auf Wunsch eine schriftliche Bestätigung über das Ergebnis des Verfahrens.

Die Anzeige wird zu Beginn des Verfahrens von der Behörde aber auch noch an andere Stellen weitergeleitet. Die müssen nun direkt mit dem Wirt in Kontakt treten. Diese Stellen sind unter anderem die Bauaufsicht, das Jugendamt, das Finanzamt oder die Immissionsschutzbehörde. Bisher war so ein aufwendiges Verfahren nur für Gastwirte vorgesehen, die eine dauerhafte Konzession beantragen wollten. Zukünftig unterscheidet das neue Gesetz aber nicht mehr zwischen ganzjährigen Gaststättengewerben und kurzfristigen Veranstaltungen von Vereinen. Die Vereine haben also neben den Kosten für die bisherige Schankerlaubnis auch noch Führungszeugnisse einzureichen, was zusätzliche Kosten verursacht. Allerdings ist das Zeugnis nicht wie sonst drei Monate, sondern in diesem Fall ein Jahr gültig. Auf die Vereine können aber noch mehr Probleme zukommen. Denn oft finden Veranstaltungen beispielsweise auf Bauernhöfen statt. Dies könnte zukünftig schwierig werden, da die Bauaufsicht nun bei kurzfristigen Veranstaltungen auch mit im Boot ist. Das Thema Brandschutz hat ja auch schon einige Gemeinden sehr viel Geld bei der Umsetzung gekostet. Für die Vereine könnte es sich zukünftig unter Umständen nicht mehr lohnen, etwaige Veranstaltungen durchzuführen.

Für das Gesetz ist vorerst eine Testphase bis zum 30. September vorgesehen, in dem der Flecken Salzhemmendorf in diesen Tagen auch die Vereine über die neuen Vorschriften informieren wird.

Im Feuerwehr- und Ordnungsausschuss Salzhemmendorf stellte Andreas Hillmer nun die neue Verordnung den Anwesenden vor und sicherte zugleich die volle Unterstützung des Fleckens zu. „Das ist der Dank vom Gesetzgeber, das man ehrenamtlich was macht“, ärgert sich Frenke über das neue Gesetz. „Die Gemeinde hat uns allerdings bei der Beantragung sehr unterstützt und alles erklärt.“ Erich Weber (SPD) zeigte sich im Ausschuss entsetzt über das geänderte Gesetz: „Damit macht man es den Vereinen ja noch schwerer und bestraft das Ehrenamt!“

Nichtsdestotrotz hat sich der Heimat- und Verkehrsverein Lauenstein für 2012 viel vorgenommen. So sind dieses Jahr wieder fünf Konzerte eingeplant. Derzeit führt Michael Kämmerer für den Verein noch die Gespräche mit den Kapellen und wird in Kürze diese vorstellen. Als Termine sind der 20. Mai, der 17. Juni, der 15. Juli, der 12. August und der 9. September vorgesehen. Den Auftakt machte dieses Jahr das Neujahrskonzert in der Lauensteiner Mehrzweckhalle mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Dörpe. Mit Klassikern aus den vergangenen Jahrzehnten versetzten die Musiker die 190 Gäste in Stimmung. Mehr Gäste in der Mehrzweckhalle sind ohne Baugenehmigung nicht zulässig. „Das hätte den Einsatz von Brandwache und Rettungssanitätern und für uns wieder zusätzliche Kosten bedeutet“, sagt Frenke.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?