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Stand blockierte Behindertenparkplatz

Kritik an SPD-Wahlkämpfern

OLDENDORF. Dieter Hofman ärgert sich: Mit einem Wahlkampfstand habe die SPD am 5. Oktober den Behindertenparkplatz am NP-Markt blockiert. Mit der Reaktion der Partei auf seine Beschwerde ist er nicht zufrieden.

veröffentlicht am 23.10.2017 um 15:26 Uhr
aktualisiert am 23.10.2017 um 17:30 Uhr

Der Behindertenparkplatz am NP-Markt wurde am 5. Oktober von einem SPD-Wahlkampfstand blockiert. Dafür gibt es nun Kritik. Foto: fn
Jens Spickermann

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„Nimmt die SPD den Leuten auch die Behinderung weg oder nur den Parkplatz?“, fragt Dieter Hofmann rhetorisch. Er ärgert sich und fühlt sich von der SPD „abgewürgt“. „Es gibt Leute, die brauchen einen Behindertenparkplatz, weil sie nicht gesund sind“, sagt Hofmann. Der SPD-Kandidat Uli Watermann habe sich ja der Inklusion verschrieben. „Inklusion bedeutet aber nicht, die Schwächsten der Gesellschaft zu unterdrücken“, ärgert sich Hofmann. Er habe sowohl der Landkreis-SPD als auch der SPD in Berlin E-Mails geschrieben und Telefonate geführt. „Drei oder vier“ E-Mails habe er an die SPD in Berlin verfasst, aber keine Antwort erhalten, am Telefon sei er „ziemlich barsch abgewürgt“ worden.

„Uns war der Fall bekannt, wir haben drei mal versucht, den Herrn anzurufen“, sagt Daniel Meier, Büroleiter der SPD Hameln-Pyrmont. Es sei kein böser Wille gewesen, den Stand auf dem Behindertenparkplatz aufzubauen. Vom NP-Markt sei ihnen der Stellplatz zugeteilt worden. Man werde Hofmann nun einen Brief schreiben, um die Sache zu erklären, so Meier.

Tatsächlich habe er der Partei erlaubt, ihren Wahlkampfstand auf dem Behindertenparkplatz aufzubauen und dort Erbsensuppe zu verteilen, sagt Klaus Keller, Marktverantwortlicher vom NP-Markt. Das Geschäft sei überparteilich und ermögliche allen demokratischen Parteien auf dem Gelände des Marktes Wahlkampf zu betreiben. Doch warum stand die SPD ausgerechnet auf dem Behindertenparkplatz? An dem Tag sei es windig gewesen und der Behindertenparkplatz sei nah am Gebäude und etwas windgeschützt, erklärt Keller. Den Parkplatz für Behinderte habe man daher vorübergehend auf eine andere Parkfläche verlagert.

Gotthard Feist, Vorsitzender des Beirats für Menschen mit Behinderung im Landkreis Hameln-Pyrmont, kritisiert die Blockade des Behindertenparkplatzes ebenfalls: „Diese Sonderparkplätze sind freizuhalten.“ Die Eigentümer von Geschäften seien rechtlich verpflichtet, Parkflächen für Menschen mit Behinderung bereitzuhalten. Auch wenn das Grundstück dem Marktinhaber gehört, würde es ihn nicht davon entbinden. Eine Verlagerung auf eine normale Parkfläche gehe nicht, weil die Behindertenparkplätze breiter als die herkömmlichen Parkflächen und näher am Eingang seien. Schließlich bräuchten zum Beispiel Rollstuhlfahrer mehr Platz zum Aussteigen, erklärt er. Auch falls beim Aussteigen neben der Parkfläche noch Platz sein sollte, könne es schnell gefährlich werden, wenn der Rollstuhl auf der Fahrbahn steht und von Autofahrern übersehen wird. Leider komme es öfters vor, dass Behindertenparkplätze unerlaubt blockiert würden, Rollstuhlfahrer bekämen dadurch Probleme.

Dieter Hofmann sagt, die Hamelner SPD habe nur ein einziges Mal erfolglos versucht ihn anzurufen. Er habe nun darum gebeten, dass ihm die SPD schriftlich eine Erklärung schickt.

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