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Trägerverein soll ab 2015 Leitung und Kostenrisiko der Jugendbegegnungsstätte allein übernehmen

Kreis kippt Finanzierung für Naturfreundehaus

Lauenstein (joa). Der Landkreis plant, sich aus der Jugendbegegnungsstätte „Naturfreundehaus Lauenstein“ zurückzuziehen: Nach Ablauf des Jahres 2014 soll der Naturfreundeverein Ortsgruppe Lauenstein die Führung und Gesamtverantwortung des Naturfreundehauses vollständig übernehmen. Der paritätisch mit je drei Mitgliedern des Kreises und des Naturfreundevereins besetzte Beirat der Jugendbegegnungsstätte, der derzeit die Einrichtung leitet, soll zu Beginn des Jahres 2015 aufgelöst werden. Am morgigen Mittwoch wird sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises mit der Zukunftsplanung für das Naturfreundehaus auseinandersetzen.

veröffentlicht am 20.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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In den vergangenen 30 Jahren hat der Landkreis Hameln-Pyrmont die mit Verlust betriebene Jugendbegegnungsstätte „Naturfreundehaus Lauenstein“ mit jährlichem Defizitausgleich und Investitionskostenzuschüssen unterstützt. Das soll nun ein Ende haben. Nicht zuletzt aus Gründen der Konsolidierung seines Haushaltes will sich der Kreis aus der weiteren Finanzierung des Naturfreundehauses, die, so Kreiskämmerer Carsten Vetter, eine freiwillige Leistung ist, zurückziehen. Unter der Bedingung, dass der Naturfreundeverein Ortsgruppe Lauenstein als Träger des Hauses mit Ablauf des Jahres 2014 auch dessen alleinige Führung und somit auch das finanzielle Risiko vollständig übernimmt, sprich alleiniger Leiter des Naturfreundehauses wird, will der Landkreis die energetische Sanierung des Gebäudes inklusive einer neuen Heizungsanlage bezuschussen. Hierfür sollen im kommenden Jahr bis zu 90 000 Euro, im Jahr 2014 noch einmal bis zu 57 000 Euro aus der Kreiskasse bereitgestellt werden. Mit dieser Förderung der energetischen Maßnahmen soll eine solide Basis für eine künftig kostendeckende Bewirtschaftung des Naturfreundehauses durch den Verein geschaffen werden, so die Kreisverwaltung. Außerdem schlägt die Verwaltung vor, der Einrichtung im kommenden Jahr noch einmal einen Defizitausgleich von 30 000 Euro, 2014 von bis zu 23 000 Euro sowie in beiden Jahren einen Investitionskostenzuschuss von je 5000 Euro zur Verfügung zu stellen. Danach soll der Verein mit seiner Jugendbegegnungsstätte finanziell auf eigenen Füßen stehen.

Bereits seit den fünfziger Jahren besteht in Lauenstein das vom Naturfreundeverein 1948 gebaute Naturfreundehaus. Die Grundstücke, auf denen das Naturfreundehaus errichtet ist, sind Eigentum des Landkreises Hameln-Pyrmont und dem Naturfreundeverein bis zum Jahre 2087 im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt. Die Gebäude, 1986 mit einem Kreiszuschuss von 6,8 Millionen Mark zu einer Jugendbegegnungsstätte mit Tagungsräumen ausgebaut, gehören dem Verein, erklärt Bernd Golembek, 1. Vorsitzender des Naturfreundevereins Lauenstein. Die Leitung der Einrichtung obliegt seitdem dem Beirat.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus dem einstigen Quartier für Wandertouristen eine Jugendbegegnungsstätte mit Seminarräumen, deren Angebot immer weiter ausgebaut wurde. Nach kontinuierlichen Erweiterungen stehen den Gästen neben 73 Betten in 36 Zimmern heute auf dem Areal am Vogelsang 53 ein Zeltplatz, Blockhäuser und Ferienwohnungen als zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Darüber hinaus unterhält das Haus verschiedene Freizeitangebote, wie zum Beispiel einen Hochseilgarten und seit Juni dieses Jahres einen neu eingerichteten Naturerlebnispfad.

Die Zahl der Übernachtungen in der Jugendbegegnungsstätte am Vogelsang 53 liegt derzeit bei rund 14 000. Die damit erzielten Einnahmen reichen aber nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken und das Haus instand zu halten. „Wenn wir die Einrichtung deshalb allein weiterführen sollen, haben wir ein Problem“, erklärt Vorsitzender Golembek und dass es diesbezüglich auch noch keine konkreten Verhandlungen mit dem Kreis gegeben habe. Für den Verein sei es unmöglich, ohne finanzielle kommunale Unterstützung bei einer Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche – für die nach deren Betriebsaufnahme Ende der 80er Jahre ein jährlicher Zuschussbedarf von rund 200 000 Mark eingeplant gewesen sei – künftig ganz ohne den bereits stark heruntergefahrenen Defizitausgleich auszukommen, so Golembek: Dann müsse sich die Einrichtung neu aufstellen und der Kreis künftig auf eine Jugendbegegnungsstätte verzichten, so der Vereinsvorsitzende.



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