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Matthias Brodowy beim Kulturförderkreis

Kopfsalat, schwer verdaulich

Lauenstein. Matthias Brodowy ist „zerwirrt“. Überall herrscht Chaos. In der Welt, und in der Politik. Am meisten aber in ihm selbst. Wohin mit dem Kopfsalat, der sich tief in seinem Gehirn eingepflanzt hat? Um ihn loszuwerden, hilft nur eins – er muss ihn anderen Leuten auftischen. Im Okal-Parkcafé hat es funktioniert. Die Gäste waren begeistert. Kopfsalat aus der „Küche“ von Brodowy – einfach lecker! Sein Chaos-Kabarett traf ihren Geschmack. Es war pfeffrig gewürzt und gut abgeschmeckt mit Essig, Öl und einer Prise Zucker. Ein bunter Mix wie aus dem Leben gegriffen, zu dem der Kulturförderkreis Salzhemmendorf eingeladen hatte.

veröffentlicht am 30.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:21 Uhr

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Da Kabarettisten bekanntlich gern das aktuelle Tagesgeschehen in ihr Programm einbauen, servierte Brodowy dem Publikum zu Beginn seines Auftritts die aktuelle Meldung vom Rückzug Steinbrücks. Er machte sich aber auch Gedanken über den Ausgang der Wahl. Wohin soll das alles führen? FDP ade, und nun auch noch Steinbrück weg? Wie könnte wieder Ruhe einkehren auf der politischen Bühne Deutschlands? Vielleicht sollte Angela Merkel auf Lebenszeit zur Bundeskanzlerin ernannt werden? Oder wäre es nicht am besten, die Monarchie wieder einzuführen? Dann gebe es endlich wieder „Prinzenteller“ in den Souvenirläden.

Schwer im Magen lag Brodowy die Doppelmoral der Menschen. Einerseits werde Steinbrück von ihnen verurteilt, weil er sich auf einem Foto mit dem „Stinkefinger“ präsentiere, andererseits aber nehmen es dieselben Menschen gelassen hin, wenn die Bundesregierung Panzer und Waffen in Krisengebiete transportiere. Da muss einer ja Chaos im Kopf kriegen! Brodowy kam vom Hölzchen aufs Stöckchen. Ab und an trug er seine Gedanken musikalisch am Klavier vor. Egal, welches Thema er durchkaute, seine Gestik und sein Mienenspiel sprachen Bände und entlarvten ihn als Energiebündel. Schon als Kind sei er hyperaktiv gewesen. Auch in der Schule. „Ich war ein Kippelkind“, plauderte der gebürtige Braunschweiger, der aufgewachsen ist in Hannover, aus dem Nähkästchen. Das hatte durchaus seine Vorteile, habe er doch auf diese Art und Weise seines Sitzens die Welt aus einem anderen Blickwinkel gesehen. Brodowys Biografie hört sich ungewöhnlich an. Denn welcher Kabarettist ist ausgebildeter Kirchenmusiker, der Geschichte, Germanistik und katholische Theologe studiert hat? Im Kindesalter hat er gern Akkordeon, Blockflöte, Klavier und später Gitarre gespielt, am liebsten vor einem Publikum. Als er 1989 im Rahmen einer Projektwoche an der Herschelschule in Hannover zufällig auf ein Kabarettensemble stieß, wurde er von diesem Genre so infiziert, dass er spä-ter sein Hobby zum Beruf machte und Kabarettist wurde. Im Laufe seiner Karriere hat er viele Preise eingeheimst, unter anderem den Deutschen Kleinkunstpreis 2013. sto

Gestenreich: Matthias Brodowy im Okal-Parkcafé.

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