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Salzhemmendorf: Stärkung der Nahversorgung und Breitbandausbau

Kommunalpolitische Wünsche der Ortsbürgermeister

SALZHEMMENDORF. Welche Ereignisse haben die sieben Ortsbürgermeister des Fleckens Salzhemmendorf im abgelaufenen Jahr bewegt? Worüber haben sie sich gefreut? Was hat sie geärgert? Wie sehen ihre kommunalpolitischen Wünsche für 2019 aus? Die Dewezet hat nachgefragt.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 19:50 Uhr

Die Schließung von Lhoist, dem Rheinkalk-Werk mit Standort in Salzhemmendorf, hat Ortsbürgermeister Karsten Appold bewegt. foto: Dana/Archiv
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin

Zuzug neuer Bürger, Breitbandausbau für schnelleres Internet, Vermeidung von Leerständen, Stärkung der Nahversorgung, eine größere Akzeptanz für Natur und Umwelt, Bürgerengagement sowie zügige Durchführungen geplanter Baumaßnahmen gehören zu den Themen, mit denen sich die Kommunalpolitiker auch in diesem Jahr beschäftigen werden.

Es ist sehr gut, dass der Glasfaserausbau bei uns startet. Wir haben nur dann eine wirtschaftliche Chance, wenn wir einen guten Zugang ins Netz haben“, betont Karsten Appold (Grüne). In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr nennt Salzhemmendorfs Ortsbürgermeister weitere positive Ereignisse – beispielsweise die gefassten Beschlüsse zum Naturschutz. Mehr Aktivität wünscht er sich auch im Hinblick auf Energiemanagement, Elektromobilität und Nahverkehr. Bewegt hat den Bürgermeister die Schließung von Lhoist, dem Rheinkalk-Werk mit Standort in Salzhemmendorf. Der Verlust von Arbeitsplätzen sei schmerzlich, außerdem ende eine lange Tradition des Gesteinsabbaus. „Ich hoffe, dass wir keine Kalkwerksruine bekommen und sich vielleicht die Entwicklung des Geländes zum Wohle des Ortes durchführen lässt“, betont Appold. Ärgerlich hingegen sei die „Unterfinanzierung des Fleckens bei besten Steuereinnahmen“. Der Flecken habe viele Pflichtaufgaben, die er sich eigentlich nicht leisten könne. Sein Wunsch für 2019: Ein gelungenes Söltjerfest und weiterhin viel Engagement der Bürger.

Auch Karl-Heinz Grießner (SPD) hebt das Engagement der Bürger positiv hervor. „Das Stadtfest von Wallensen und andere Veranstaltungen in unseren drei Orten zeigen, dass die Bürgerschaft weiterhin bereit ist, sich für die örtlichen Gemeinschaften zu engagieren“, betont der Ortsbürgermeister von Wallensen, Thüste und Ockensen. Gefreut habe er sich außerdem unter anderem, dass es mit dem Glasfaserausbau vorangehe, auf dem ehemaligen Gelände des Freibades der „Saalepark“ eröffnet worden sei, eine mobile Raumlösung für die Kita „Stoppelhopser“ gefunden wurde und einige Leader-Maßnahmen bewilligt worden seien. Ein negatives Ereignis hingegen sei die Schließung des kleinen Nahversorgers in Wallensen gewesen. Geärgert hat sich der Ortsbürgermeister über die lange Bauzeit der Brücke „Neuer Weg“ und die damit verbundene Kostensteigerung. Er wünsche sich, die Maßnahme bleibe nun im Kostenrahmen und werde möglichst zügig fertiggestellt. Ebenso wünsche er sich, die Neugestaltung des ehemaligen Bahnübergangs „Am Kirchsteig“ in Thüste möge zügig vorangehen. „Außerdem hoffe ich auf einen baldigen Beginn der Sanierung der Brücke ,Bachstraße‘ in Wallensen“, betont der Kommunalpolitiker.

Karsten Appold Foto: Wal
  • Karsten Appold Foto: Wal
Thomas Hampe Foto: Wal
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Karl-Heinz Grießner Foto: Wal
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Torsten Hofer Foto: Wal
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Friedrich Lücke Foto: Wal
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Günther Rathing Foto: wal
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Erich Weber Foto: Wal
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Karsten Appold Foto: Wal
Thomas Hampe Foto: Wal
Karl-Heinz Grießner Foto: Wal
Torsten Hofer Foto: Wal
Friedrich Lücke Foto: Wal
Günther Rathing Foto: wal
Erich Weber Foto: Wal

Auch für Thomas Hampe (Aktive Bürger) war das vergangene Jahr geprägt von positiven Ereignissen. „Besonders bewegt hat mich, dass die Grundschule im Saaletal das magische Jahr 2018 unbeschadet und mit neuer Schulleiterin überstanden hat“, betont Oldendorfs und Ahrenfelds Ortsbürger. Die vorausgesagte Schließung für 2018 habe sich somit nicht bestätigt. Ebenfalls positiv sei, dass die Ortsfeuerwehren Ahrenfeld, Benstorf, Oldendorf und Osterwald ihre Bereitschaft für eine künftige Zusammenarbeit bekräftigt haben. Des Weiteren freue er sich über die Instandhaltung des Freizeitgeländes auf dem ehemaligen Sportplatz durch den Verein für Grenzbeziehung und Heimatpflege und über die finanzielle Unterstützung durch den Ortsrat Oldendorf. Seine Wünsche für 2019: Eine weitere Belebung des ehemaligen Sportplatzes. Außerdem sollten die Bürger den Veranstaltungskalender sowie Oldendorfs Homepage (www.oldendorf-im-saaletal.de) aufmerksamer lesen, um die Veranstaltungen besser wahrzunehmen. Weitere Wünsche: Aktivitäten zur Kompensation der Belastung durch Straßen- und potenziell Schienenverkehr. Der Breitbandanschluss für Oldendorf erfolge leider erst bis 2022.

Auch Torsten Hofer (SPD) zieht eine positive Bilanz zum abgelaufenen Jahr – kurz und bündig, wie ihn die Bürger kennen. „Im vergangenen Jahr habe ich mich über das Erscheinen des Magazins ,Osterwald taucht auf‘ gefreut. Sehr gut dokumentiert sei in dem rund 100 Seiten starken Heft, wie viele Projekte im Ort von der Dorfgemeinschaft bewegt werden, wie aktiv die Vereine seien und warum das Miteinander so gut funktioniere. Ein weiterer Beitrag zu der guten Gemeinschaft sei darüber hinaus die Begrüßung der Neubürger mit über 30 Teilnehmern gewesen. Hofers Wunsch für 2019: „Auch in diesem Jahr werden wir wieder gemeinsam einiges auf die Beine stellen.“ Ein besonderes Ereignis werde der „Tag der Nachbarschaft“ am 24. Mai sein, der im Bergort zum ersten Mal stattfindet.

Feste feiern mit Unterstützung der Vereine und einzelner Bürger hat auch für Friedrich Lücke (CDU) einen großen Stellenwert. Gern blickt der Ortsbürgermeister von Hemmendorf zurück auf das große Bürgerfest des Fleckens Salzhemmendorf im Naturbad Lauenstein. „Viele Leute, auch viele Hemmendorfer, haben aktiv mitgewirkt, ohne dass sie überredet werden mussten“, so Lücke. Ein schönes Ereignis auf Gemeindeebene sei außerdem die Eröffnung des Traumspielplatzes „Saalepark“ gewesen. Ärgerlich hingegen sei, dass manche Bürger nicht ihrer Straßenreinigungspflicht nachkommen, unsachgemäß parken, ihre Grundstücke vernachlässigen und desinteressiert seien an den alltäglichen Aufgaben der Dorfgemeinschaft. Auf die „große politische Bühne“ bezogen, haben ihn die immer dreister werdenden Ausfälle von Randgruppen der Gesellschaft geärgert. „Sie setzen sich mit dummer Schreierei und Gewalt in Szene, um viel Aufmerksamkeit zu bekommen“, bedauert Lücke. Seine Wünsche für 2019: Die Wirtschaft möge weiterhin florieren, damit die Einnahmesituation der Gemeinde erhalten bleibe. Speziell für Hemmendorf wünscht sich der Bürgermeister, dass die geplante Erneuerung des Twierenwegs umgesetzt werde. Für den Kernort wünscht er sich einen besseren Handyempfang und für den Flecken im Allgemeinen hat er folgenden Wunsch: „Mehr Bürger sollten sich bereiterklären, Verantwortung zu übernehmen, egal, ob in einem Verein oder in der Politik.“

Günter Rathing (Aktive Bürger) weiß, wie wichtig engagierte Vereine sind. „Bestes Beispiel ist die Dorfgemeinschaft Benstorf/Quanthof, die mit vielen Aktivitäten für Alt und Jung das Dorfgemeinschaftshaus belebt“, betont Benstorfs Ortsbürgermeister. Auf diese Weise werde viel für den Zusammenhalt der Gemeinschaft getan. Seine Wünsche für 2019 sind vielfältig. Dringend müsse das Dorfgemeinschaftshaus renoviert werden. Schon lange warten die Bürger auf die Umsetzung der lange geplanten Maßnahme. Zügig sollte außerdem der Breitbandausbau vorangehen, sodass endlich in sämtlichen Orten des Fleckens Salzhemmendorf ein schnelleres Internet zugänglich ist. „Zügig betrieben werden sollte auch der Bau des neuen Gemeinschaftsfeuerwehrhauses“, appelliert Rathing. Die Planung dürfe nicht „nach hinten geschoben werden“. Weitere Wünsche: Die Bahnstrecke Hameln–Hildesheim sollte so bald wie möglich für den Personenverkehr elektrifiziert werden, um mehr Pünktlichkeit in den Fahrplan zu bekommen. „Des Weiteren hoffe ich, dass das Rasti-Land eine neue Einfahrt baut, um Warteschlangen und Staus auf der Quanthofer Straße bis hin zur B 1 zu vermeiden“, so der Bürgermeister. Die bisherige Einfahrt, der kleine Tunnel, sei dem Besucheransturm nicht mehr gewachsen. Eine neue Zuwegung könnte von der B 1 kommend vor den Bahnschienen auf der rechten Seite eingerichtet werden und ein Stück über die Felder führen. Die Landwirte seien einverstanden.

Die Durchführung von Baumaßnahmen steht auch auf der Wunschliste von Erich Weber (SPD). „Sobald wie möglich sollte endlich die Mehrzweckhalle in Lauenstein barrierefrei ausgestattet werden“, appelliert Lauensteins Ortsbürgermeister. Dringend müsse ein barrierefreier Eingangsbereich angelegt und eine behindertengerechte Toilette installiert werden. Ein Antrag auf Förderung aus dem Zile-Programm (Zuwendung zur integrierten ländlichen Entwicklung) sei gestellt. Die Halle sei eine Anlaufstelle für Alt und Jung und somit eine Art Aushängeschild für den Ort. Zügig sollte auch der Breitbandausbau erfolgen. „Die Bürger warten schon“, betont der Bürgermeister. Ebenso warten die Bürger Lauensteins auf einen neuen Nahversorger im Ort. Leider sei der NP-Markt im vergangenen Jahr geschlossen worden. Das sei traurig und habe eine große Lücke in die Nahversorgung gerissen. „Ich hoffe, es findet sich bald ein Nachfolger“, so Weber. Erfreulich hingegen seien das überaus gut besuchte Bürgerfest im Naturerlebnisbad gewesen und die Einrichtung des Salzhemmendorfer Bürgerbusses, der ehrenamtlich von einem Verein betrieben werde. Das sei ein gelungenes Beispiel für das Ehrenamt. „Auch junge Generationen sollten sich mehr in das Ehrenamt und in politische Ämter einbringen“, appelliert Weber.



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