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Windenergie und Denkmalschutz: Warum es beim Bau der Anlage am Ruhbrink Probleme geben könnte

Kommt der Napoleonsweg unter die Räder?

Brünnighausen. Ein historischer, deshalb denkmalgeschützter Weg? Im Mittelalter angelegt, Mitte des 18. Jahrhunderts erstmals verzeichnet, für Handel und Truppenbewegungen mit Karren und Kanonen, möglicherweise auch napoleonische, angelegt? „Niemals“, sagt der stellvertretende Ortsbürgermeister von Brünnighausen, Ernst-Wilhelm Dehmann. „Das waren Arbeitslose aus den 1930ern, die hier gepflastert haben.“ Der Landwirt steht unweit der Biogasanlage gegenüber an der Bundesstraße 442 und schaut auf den holprigen Feldweg zum Ruhbrink hinauf. Dort oben haben, wie berichtet, im April die Baumaßnahmen für die nächste, bereits im Jahr 2010 genehmigte Windenergieanlage (WEA) begonnen. Das Betonfundament ist bereits seit Tagen fertig, jetzt könnten die Megabauteile für den 133 Meter hohen „Spargel“ per Schwerlastverkehr angeliefert werden. Wenn denn nicht fußläufige Geschichte der nächsten Windenergiegeneration historische Steine unter die Schwerlasträder legt: Der kürzeste Transportweg ist seit Anfang des Jahres offiziell denkmalgeschützt. Rund 400 Meter des historischen alten Heerweges, über den schon Napoleon seine Truppen führte („Napoleonsweg“), sind seit Anfang des Jahres als gut erhaltener, schützenswerter Abschnitt der historischen Wegetrasse in das zentrale archäologische Archiv der niedersächsischen Denkmalpflege aufgenommen worden – und nicht nur für tonnenschwere Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres zu befahren. „Statt dessen wird mit Hunderten von Tonnen Schotter für eine zusätzliche Straßenführung bestes Ackerland zerstört“, klagt Landwirt Martin Schütte. „Bis zum Januar war der Weg über den Ruhbrink, dessen längerer westlicher Teil beim Bau des bestehenden Windrades unter anderen Bestimmungen und anderer Rechtslage genutzt wurde, weder von den Kollegen der Baudenkmalpflege noch von der Archäologie erfasst worden“, so Friedrich-Wilhelm Wulf, zuständiger Bezirksarchäologe des Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover.

veröffentlicht am 05.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel


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