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Naturschützer machen sich für Erhalt eines uralten Kulturgutes stark / Früher lieferten Zweige Material für Körbe

Knorrigen Kopfeschen mit Kettensägen zu Leibe gerückt

Coppenbrügge (gbl). Ungewohnt lange hielt der diesjährige Winter die Aktiven des Naturschutzbundes (Nabu) Coppenbrügge/Salzhemmendorf von dem nicht ganz ungefährlichen Arbeitseinsatz zum Erhalt und zur Pflege der Kopfeschen am Gelbbach in Dörpe ab. Schließlich ließ das Wetter den Einsatz der Naturschützer zu. Ausgerüstet mit Leiter, Hand- und Kettensägen, rückten die Teilnehmer den alten knorrigen Kopfeschen am Gelbbach bei Dörpe zu Leibe.

veröffentlicht am 08.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

Was für Spaziergänger wie Baumfrevel anmuten könnte, dient dem N
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„Kopfeschen und Kopfweiden haben etwas Unheimliches, aber sie sind Charakterbäume und ein uraltes Kulturgut“, sagt Günter Blötz vom Nabu. Durch den wiederholten Beschnitt finden sie zu ihrer eigentümlichen Form. Früher lieferten die Bäume mit ihren schnell nachwachsenden und zum Teil extrem biegsamen Zweigen den Dorfbewohnern über Jahrhunderte Material für Körbe, Werkzeugstiele und Holzschuhe. Heute allerdings, so Blötz, dient das „Schneiteln“ (Rückschnitt) der Bäume dem Erhalt eines nach wie vor markanten Elements unserer Kulturlandschaft und sichert gleichzeitig einen äußerst wichtigen Lebensraum für viele selten gewordene Tierarten. Was bei unbedarften Spaziergängern auf den ersten Blick wie ein Naturfrevel wirken könnte, ist praktischer Naturschutz. Kopfeschen und Kopfweiden sind Heimat von zahllosen Insektenarten, die in den oftmals angefaulten, mulmreichen, zerfurchten oder ausgehöhlten Baumrecken ihre Larvenzeit verbringen und von Blüten und Blättern leben. Aber auch viele Vogelarten, die als Höhlenbrüter vorkommen wie Bachstelzen, Gartenrotschwänze und Feldsperlinge, Hohltauben und Meisen und sogar der bedrohte Steinkauz finden dort ein Zuhause. Wenn man dann noch die Fledermäuse, Hornissen, Siebenschläfer, Wiesel und Marder zu den Bewohnern zählt, gibt es kaum einen vitaleren Lebensraum, sagt Blötz. Für die Spaziergänger am Gelbbach bedeuten die Kopfeschen gleichzeitig einen abwechslungsreichen Kontrast. Auf der „kultivierten“ Seite die prächtige Allee alter und neuer Kirschbäume, auf der „wilden“ Seite zur Uferkante die knorrigen Kopfeschen.



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