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In der Werkstatt von Gerhard Meyer

Kleine Schmuckstücke aus Abfallholz: Thüster Holzwurm sehr gefragt

THÜSTE. Den Spitznamen hat er weg: „Holzwurm.“ Holz ist seine Leidenschaft, mit Holz kreativ zu arbeiten sein Hobby. Und seine Werke sind gefragt. Zu Besuch in der Werkstatt von Gerhard Meyer.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 20:00 Uhr

Gerhard Meyer bei der Arbeit: Hier fertigt er aus Abfallholz eine Stehlampe. Aus Holz hat er auch das Symbol für Yin und Yang (Foto rechts), Begriffe aus der chinesischen Philosophie, erschaffen. Foto: gök
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Autor

Christian Göke Reporter
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Holz hatte es Gerhard Meyer schon als Kind angetan. Als Kind zog Meyer 1957 mit seiner Mutter und seinem Bruder in das Haus des Tischlers Heini Wulf in Thüste. In der kleinen Tischlerei durften die Kinder dem Tischler schon früh über die Schulter schauen und so manchen Nagel krumm schlagen. Trotz der Nähe zum Holz begann Meyer mit 16 Jahren eine Schlosserlehre zum Maschinenbauer, obwohl damals in seinem Zimmer schon selbst gebaute Möbel standen. „Ein Bücherregal aus Metall und Holz war mein erstes Möbelteil, was ich selber geschaffen hatte und auch rund 50 Jahre später noch immer in meinem Büro hängt“, so der 64-Jährige heute. Als er zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern Mitte der 1970er Jahre sein eigenes Haus in Thüste bezog, kümmerte er sich natürlich selber um den Dachausbau oder sogar die Gestaltung der Holztreppe. Bedingt durch seinen beruflichen Werdegang als Betriebsschlosser lernte er später in verschiedenen Firmen auch den Umgang und die Vielfalt von Spanplatten und Parkett kennen und schätzen. Manche Opfer brachte Meyer bei seinem handwerklichen Hobby aber auch, denn 1976 verlor er beim Möbelbau seinen linken Zeigefinger, was ihn aber von weiteren Arbeiten nicht abhielt. Aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten stellte Meyer 2012 nach vierzig Jahren seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in Kirche und Sportverein ein und konzentrierte sich auf die letzten Jahre seines Berufslebens, wobei er nun seit einem Jahr als Rentner Zuhause ist. Auf der Suche nach einem Hobby fand er bei einem Spaziergang am Wegesrand massive Lerchenholzbohlen, die ihm auf Nachfrage überlassen wurden. Für den großen Freundeskreis bastelte er dann weihnachtliche Begrüßungsschilder, was sich in dem kleinen Ort und der Region schnell herumsprach.

Die Begrüßungsschilder waren aber nur der Anfang. Kleinere Baumstämme, Holzreste, Holzscheite oder Multiplexplatten wurden zu wahren Hinguckern verarbeitet, wofür sich der Rentner seine Anregungen aus dem Internet holte. „Dabei habe ich aber nie etwas kopiert, vielmehr habe ich manche Ideen nur aufgegriffen und in meine Gedanken einfließen lassen. Viele Bilder geben mir einfach eine Inspiration, die ich dann am Tisch umsetze. Manchmal fühlte ich mich wie ein Schüler, wenn ich mit Bleistift, Schere und Papier am Tisch meine Vorlagen bastele“, so Meyer. Auch wenn die Anfragen sich häufen, will Meyer aus seinem Hobby keinen neuen Beruf machen. „Ich möchte da keinen Druck haben, es soll weiter einfach Spaß machen. Vielleicht mache ich aber irgendwann einen Drechselkurs, damit sich meine Möglichkeiten erweitern“, so Meyer. Beim Wallenser Weihnachtszauber in Wallensen am 9. Dezember wird Meyer jetzt seine Holzwerke das erste Mal ausstellen, wobei er sich vor allem auf die vielen Gespräche auf dem immer gut besuchten Markt auf dem Hof Stichnothe freut.

Foto: gök
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