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Nach Sitzungsunterbrechung herrscht Einigkeit über Projekte für Wallensen

Kirchturmdenken überwunden

WALLENSEN. Es war ein großer Tag in Waldhotel Humboldt für Wallensen: Nach zähem Ringen soll vor Ort im Randbereich Salzhemmendorfs das Verfahren für die Dorferneuerung vorbereitet werden; außerdem sollen für die Projektideen der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung Wallensen zusammen mit der Bevölkerung konkrete Planungen angeschoben werden.

veröffentlicht am 22.06.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 22.06.2018 um 17:40 Uhr

Wallensens Kirche. In der Ratssitzung wurde der Opposition „Kirchturmpolitik“ vorgeworfent.
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Nach fünf Jahren quälender Freibaddebatte hat die Wallenser der Mut nicht verlassen; im Gegenteil: Rund 20 Leute, die trotz fortschreitenden Verlustes von Infrastruktur an ihren Ort glauben, haben ein Konzept entwickelt, mit denen etwas für die Entwicklung struktureller Maßnahmen in der Ortschaft getan werden soll.

Die bislang in der Politik nicht unumstrittenen, weil Kosten verursachenden Projektideen zur Attraktivitätssteigerung der Orte Wallensen, Thüste und Ockensen sollen kurz- bis mittelfristig umsetzbarsein und Initialzündungen in den Orten geben.

Als konkrete Projektideen wird zum einen die Gestaltung des ehemaligen Bahnhofsgeländes in Thüste am Radwanderweg für touristische Zwecke genannt. Zum andern könnte auf einem unbebauten Grundstücks im Kreuzungsbereich der Gemeindestraße „Glocksee“ und „Niedertor“ eine öffentliche Gartenanlage als örtlicher Kommunikationsort entstehen. Auf dem Gelände des ehemaligen Freibades in Wallensen wächst derzeit der Traumspielpark als Hauptgewinn eines Gewinnspiels des Radiosenders ffn aus dem Boden. Er könnte um eine Grillhütte und ein kleines Gradierwerk für die Wallenser Sole erweitert werden und hat bereits den Namen „Saalepark“ erhalten.

Der Verein WTW Wallensen beabsichtigt, sein Freizeitangebot im Bereich des Sportgeländes in Thüste zu erweitern. Hier könnten eine BMX Strecke sowie eine Boulebahn errichtet werden.

Und schließlich schlägt die Ideensammlung die Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes vor. Hier wäre die Bildung einer Dorfregion mit den Orten Wallensen , Thüste und Ockensen denkbar; eine Einbeziehung der Ortschaft Levedagsen wäre zu prüfen.

„Alles zu teuer und für den verschuldeten Flecken nicht finanzierbar“ hatte es in den politischen Vorberatungen von Seiten der CDU und der Aktiven Bürger immer wieder geheißen; und auch, dass es zu einer finanziellen Bevorzugung Wallensens käme. Die Mehrheitsgruppe im Rat – SPD, Grüne und FDP – hatten sich in den seit Herbst vorigen Jahres laufenden Debatten stets hinter die Wallenser Pläne gestellt.

In der letzten Salzhemmendorfer Ratssitzung vor der Sommerpause, die jetzt im Waldhotel Humboldt stattfand, erreichte dieser politische Schlagabtausch noch einmal einen Höhepunkt: Während sich Sprecher der Mehrheitsgruppe im Rat vehement dafür einsetzten, das Bürger-Engagement zu belohnen, den Wallenser Elan zur Strukturverbesserung zu unterstützen und für ein einstimmiges Ratsvotum warben, sah es aufseiten der Opposition zuerst danach so gar nicht aus. So mahnte Friedrich Lücke (CDU) an, dass die Projekte später auch von den Wallensern und nicht von der Gemeinde zu pflegen seien. Friedrich-Wilhelm Knust (CDU) kritisierte, dass Wallensen mit einer kostspieligen Dorferneuerung bevorzugt würde. Er stellte schließlich den Antrag, dass, wenn man sich für einen Einstieg in die Dorferneuerung entschlösse, nicht nur Wallensen, sondern der gesamte Flecken in das Programm aufgenommen werden müsste. Ein Antrag, für den er sich von der Mehrheitsgruppe den Vorwurf des Kirchturmdenkens um die Ohren schlagen lassen musste: Schließlich müsse die Strukturverbesserung in Wallensen als Gesamtprojekt des Fleckens gesehen werden.

Die CDU bat schließlich um Sitzungsunterbrechung, zog sich zurück. Als die Christdemokraten zurückkamen, blieb Knusts Platz leer. Und Friedrich Lücke verkündete für die Fraktion, dass die CDU den Antrag des Benstorfer Parteifreundes zurückzöge. Womit die monatelangen Dissonanzen um das Thema plötzlich ausgeräumt schienen: Einstimmg nahm der Rat den Beschlussvorschlag an, dass „die Projektideen der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung Wallenen anerkennend zur Kenntnis genommen“ werden und Planungen aufzunehmen sind. Außerdem soll eine Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm vorbereitet werden.

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