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Karl-Heinz Brandt kehrt vier Wochen nach dem Angriff auf ihn an seinen Arbeitsplatz zurück

KGS-Direktor ab Montag wieder in der Schule

Salzhemmendorf (ube). Er wurde von dem Vater (58) einer Schülerin mit Gegenständen geschlagen, getreten und schwer verletzt – vier Wochen war der Leiter der Kooperativen Gesamtschule in Salzhemmendorf (KGS) dienstunfähig. Am kommenden Montagmorgen wird Karl-Heinz Brandt, der seit 42 Jahren Lehrer ist und im Juli pensioniert wird, an seinen Arbeitsplatz, der zum Tatort wurde, zurückkehren. Zwar geht der 64-Jährige nicht mehr an einer Krücke, dennoch fällt ihm das Gehen schwer. Fußgelenk und Knie schmerzen, Brandt humpelt; er ist immer noch in ärztlicher Behandlung.

veröffentlicht am 02.04.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:21 Uhr

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Während eines persönlichen Elterngespräches, das in seinem Büro in der KGS stattfand, war Karl-Heinz Brandt von einem Salzhemmendorfer attackiert worden (wir berichteten). Der Gesamtschuldirektor soll unter anderem mehrfach mit einem Stahlrohrstuhl, einem schweren Lampenfuß und einem Behälter für Büroklammern geschlagen worden sein. Er trug Verletzungen am gesamten Körper davon. Die Wunden am Kopf und an einer Wade reichten bis auf die Knochen.

Drei Sekretärinnen, die dem Opfer zu Hilfe geeilt waren, haben es womöglich vor dem Tod bewahrt. Ein Lehrer, der Augenzeuge wurde, soll tatenlos zugesehen haben.

Ermittler des Polizeikommissariats Bad Münder haben inzwischen das Opfer und alle Zeugen befragt, Spuren gesichert und Fotos gemacht. Der mutmaßliche Täter sei bislang noch nicht vernommen worden, sagte gestern Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki. Der Salzhemmendorfer hatte nach dem Angriff das Weite gesucht und sich selbst in ärztliche Behandlung begeben.

Unbestätigten Informationen zufolge ist er eine Zeit lang in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt worden. Der Mann soll aber wieder zu Hause sein. Brandts Rechtsanwalt Roman von Alvensleben hat die Polizeiinspektion gebeten, den Beschuldigten „zeitnah zu befragen“. Es bestehe ein großes öffentliches Interesse an der Aufklärung des Falles, sagt der Opfer-Anwalt.

Unklar ist, ob sich der 58-Jährige zu den Vorwürfen äußern wird. Als Beschuldigter in einem Strafverfahren hat er das Recht, zu schweigen. Ob der Verdächtige zu einem späteren Zeitpunkt wegen gefährlicher Körperverletzung oder wegen versuchten Totschlags angeklagt wird, steht noch nicht fest, denn: „Eine abschließende Prüfung und Bewertung des Falls behält sich die Staatsanwaltschaft Hannover vor“, teilte Schedlitzki auf Anfrage mit. Brandt hatte gegenüber der Dewezet gesagt, er habe, während er misshandelt wurde, das Gefühl gehabt, der Täter habe „einen Hund totschlagen wollen“. Der Schulleiter ist davon überzeugt, dass der Angreifer „meinen Tod billigend in Kauf genommen hat“.

Unbekannt ist auch, ob gegen den Lehrer, der nicht eingegriffen haben soll, ermittelt wird. „Eine Einleitung eines Strafverfahrens wegen unterlassener Hilfeleistung ist bislang noch nicht erfolgt, da zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichenden Anhaltspunkte, die eine Einleitung begründen würden, gegeben sind“, erklärt Schedlitzki. Der Mann werde aber zu einer Vernehmung vorgeladen, hieß es.

Karl-Heinz Brandt ist immer noch in ärztlicher Behandlung. Zwar geht der 64-Jährige nicht mehr an einer Krücke, dennoch fällt ihm das Gehen schwer. Fußgelenk und Knie schmerzen.

Foto: Archiv



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